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Aufrufe: 156 Created: Vor 2 Monate Updated: Vor 2 Monate

Ein Date mit Folgen

Eine neue Verabredung

In dem Moment kommt der Vater in die Garage. "Läuft's bei euch?” “Leider nein- ich habe einfach keine passenden Teile”, wendet sich Jan an Max, “sorry”.

“Kein Problem, dann schiebe ich halt nach Hause. Ich hole noch schnell meinen Rucksack und dann bin ich auch weg”. Max überlegt, wie lange er wohl brauchen wird, noch mit dem Fahrrad dabei. Er ist ja schon gut trainiert, aber 2 Stunden sind es locker. “Quatsch, Amelie hat mir erzählt, wo du wohnst. Wir packen das Rad ins Auto und ich fahre dich schnell”. Mit diesen Worten hat sich Amelies Vater schon das Rad geschnappt und in den Kofferraum des großzügigen Familien-SUVs gepackt. Max will protestieren, andererseits ist er auch nicht böse, wenn er zügig nach Hause kommt. Und wenn Amelie eh verraten hat, dass er in dem Stadtteil wohnt, der gern als asozial bezeichnet wird, ist es auch egal. Schnell will er sich noch von ihr verabschieden, leider spielt sie gerade mit ihrem jüngeren Bruder im Garten. So bleibt es bei einer recht förmlichen Verabschiedung.

Am Sonntagvormittag ist wenig Verkehr und sie kommen rasch voran. Max geht seinen eigenen Gedanken nach, immer noch kommen ihm die letzten Stunden surreal vor.

“Alles gut bei dir? Hast du Schmerzen?” wird er plötzlich gefragt. “Eigentlich nicht, nun ein bisschen von der Betäubung.” “Ja, das kann manchmal recht unangenehm sein. Hast du notfalls was gegen Schmerzen da?” “Danke, ich bin versorgt”, antwortet Max, obwohl er sich gar nicht so sicher ist, ob er irgendwo noch Tabletten hat. Das Auto hält und er ist dabei, die Tür zu öffnen. “Warte noch kurz,” hält ihn Amelies Vater auf und guckt ihn an. “Ich würde dich gern nächste Woche nochmal bei mir in der Praxis sehen. Es sah zwar eigentlich alles ganz gut aus, aber es wäre sinnvoll, mal ein paar Röntgenbilder zu machen- nur um zu schauen, dass sonst nichts ist.” “Ähm-”, verdammt, was soll er jetzt antworten. Hiermit hat er echt gar nicht gerechnet, die Sache war für ihn erledigt. “Ich habe leider nächste Woche immer lange Uni, das wird schwierig.” “Kein Problem, sagen wir Donnerstag um 18.30 Uhr, dann kann ich mir auch in Ruhe Zeit für dich nehmen”. Das klang total nett gemeint, aber die Kombination aus Zahnarzt und “Zeit nehmen” hörte sich alles andere als gut an. “Max, glaub mir, dir passiert nichts. Wir machen nichts, was du nicht möchtest, ok? So wie heute überrumpele ich dich nicht wieder. Das war vielleicht etwas zu viel”. Max hatte inzwischen sein Fahrrad geholt und weiß nicht, was er antworten soll. “Also, wir sehen uns am Donnerstag. Machs gut!” Mit diesen Worten fuhr Amelies Vater los und ließ Max gedankenversunken stehen. Erst später wurde ihm bewusst, dass er sich gar nicht bedankt hatte, weder für die Übernachtung noch das Frühstück, die Fahrt oder den Rest. Na toll, da hat er ja zum Schluss nochmal richtig guten Eindruck gemacht…