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Ein Date mit Folgen

That escalated quickly...

Max bleibt wie angewurzelt in der Tür stehen, Panik in sich hochsteigend. „Na komm, es passiert nichts Schlimmes, ich möchte mir nur schnell etwas anschauen“, sagt Amelies Vater lächelnd. Max überlegt, wie er aus dieser Situation rauskommen kann. Aber er möchte auch nicht wie eine Memme wirken, die Angst vor einer Sache hat, die eigentlich kein großes Ding ist- und dann noch vor Amelies Vater. Wenn ihr das erzählt... Also gibt er sich einen Ruck und setzt sich auf den Stuhl. Er klammert sich an den Gedanken, dass vielleicht alles in Ordnung ist- obwohl er tief in seinem Inneren weiß, dass dies nicht der Fall ist. Das Licht wird auf seinen Mund ausgerichtet, auf dem Tablett vor ihm liegt immerhin nur ein Spiegel. “Er will ja nur kurz was gucken”, versucht sich Max innerlich Mut zu zusprechen. Er weiß, dass er aus dieser Sache eh nicht mehr rauskommt. Der Stuhl wird nach hinten gefahren. Ein Schauer läuft ihm über den Rücken. “Dann lass mal schauen,” zögerlich öffnet er den Mund. „Etwas weiter bitte.“ Resigniert macht er den Mund weit auf. Max kann immer noch nicht fassen, gerade saßen sie noch auf der Terrasse und alles lief ganz gut und jetzt findet er sich in seinem persönlichen Alptraum wieder? Hallo wach? Panik strömt durch seinen Körper und seine Nackenhaare stellen sich auf. Hatte er sich doch geschworen, freiwillig nie wieder auf so einem Folterstuhl Platz zu nehmen.

Schon ist der Spiegel in seinem Mund und wandert in alle Ecken. “Hm…”, murmelt Amelies Vater, stößt sich mit dem Rollhocker ab und kramt in einer Schublade. Instrumente klirren. Als er sich wieder dem Stuhl nähert, sieht Max, dass er eine von diesen spitzen Pieksern in der Hand hat. Außerdem nimmt er ein anderes Gerät an einem Schlauch aus der Einheit. Max ballt seine Hände zu Fäusten. Sanft hilft Amelies Vater nach, den Mund weit genug zu öffnen. “Keine Sorge, es ist nur Luft.” Er beginnt, an den Zähnen im Oberkiefer zu kratzen. Der eine oder andere Zahn wird trocken gepustet und nochmal besonders gründlich sondiert.

Nun wird die Untersuchung im Unterkiefer fortgesetzt. Unweigerlich nähert er sich dem Zahn, den er sich neulich mit Popcorn geknackt hat. Max flucht innerlich: “Warum musste ich das auch essen? Das wird verdammt wehtun, wenn er mit diesem Ding in den Zahn stochert.” Doch Amelies Vater begnügt sich damit, die untere linke Zahnreihe mit dem Puster zu trocknen und betrachtet den besagten Zahn nur mit dem Spiegel von allen Seiten. Dann ist es überstanden. Das Licht wird ausgemacht und der Stuhl fährt wieder hoch. „Na das war ja eigentlich ganz harmlos“- Kurze Erleichterung strömt durch seinen Körper. Amelies Vater blickt ihm direkt in die Augen: „ Wie ich es mir gedacht habe, sind da zwei Stellen in den Backenzähnen im Unterkiefer, die behandelt werden müssen. Und der eine Defekt ist schon recht tief- der kann dir bald Beschwerden machen“

Max Augen weiten sich und durch seinen Körper schießt ein Stromstoß. „Ok, dann werde ich morgen direkt einen Termin bei meinem Zahnarzt machen“, sagt er in dem Wissen, dass er das ganz sicherlich nicht tun wird.

„Ach was, das erledigen wir gleich, was weg ist, ist weg- und du brauchst nicht mehr extra los“, sagt der Vater mit einem Zwinkern. „Aber ich möchte Ihnen nicht den freien Sonntag verderben,“ versucht Max in einem letzten schwachen Aufbäumen, das Unheil abzuwenden. Der Arzt lächelt nur, er weiß natürlich genau, dass er Schiss hat. Schnell holt er ein neues Tablett hervor, auf dem viel mehr Instrumente liegen und bestückt den Bohrer. Eine große Spritze wird dazu gelegt.