Das Rechtsmedizinische Gutachten
Die erste Untersuchungsphase
Das stand sie also nun, hinter dem Paravent. Eigentlich war ja alles gar nicht so schlimm. Ausziehen bis auf die Unterwäsche - damit hatte sie schon gerechnet. Eigentlich wie bei einem normalen Checkup beim Arzt - ihr letzter war die J2 vor über 2 Jahren. Und sie hatte es gehasst. Julia zeigte nicht gern ihren Körper. Insbesondere ihre Brüste fand sie zu klein. Ihre Mitschülerinnen hatten sie öfters gehänselt deswegen, in der Umkleide beim Sport. Und ein paar dumme Kommentare von den Jungs hatte es auch gegeben - auch ein Grund, warum Julia noch nicht wirklich was mit einem Jungen hatte. Gut, in den letzten Jahren ist da doch noch ein bisschen was gewachsen bei ihr, sie war nicht vollkommen flach, aber sie fühlte sich damit trotzdem nicht wohl. Julia vermied es auch, ins Freibad oder sie Schwimmhalle zu gehen. Als Kind hatte ihr Schwimmen eigentlich Spaß gemacht, aber in einem hautengen Schwimmanzug oder gar einem knappen Bikini fühlte sie sich wie auf einem Präsentierteller, ihre mangelnden Rundungen für alle zur Schau gestellt - im direkten Vergleich zu Mädchen, die zwei, drei Jahre jünger waren und trotzdem "mehr" hatten.
Aber nun hatte sie keine andere Wahl. Und das machte es viel schlimmer. Bei einem normalen Arztbesuch hätte sie immer einfach "nein!" sagen können, einfach abbrechen und gehen - nicht, dass sie sich das jemals getraut hätte. Aber zu wissen, dass sie das jetzt nicht kann, das machte alles irgendwie viel, viel schlimmer für die junge Frau. Julia fühlte sich ausgeliefert, während in ihrem Kopf die Worte und Phrasen wiederholten, die sie von der Polizistin und der Bekannten ihrer Mutter gehört hatte: "Zwangsweise vorführen.", "Gewalt", "Fixieren". Julia lief ein kalter Schauer über den Rücken.
"Alles OK bei Ihnen?" riss sie die Stimme von Frau Dr. Klein aus ihrer Schockstarre. Julia stammelte nur: "ähm, ... ja, ... ähm." Als Antwort kam nur ein klinisches: "Bitte ziehen Sie sich jetzt aus, Frau Richter" zurück. Julia antwortete fast automatisch: "Ja, einen Moment noch."
Langsam begann die junge Frau, die Gürtelschnalle ihrer schwarzen Jeans zu öffnen. Dann den Knopf und den Reißverschluss, dann ließ sie die Hose bis zu den Knien gleiten. Sie packte ihr helles T-Shirt und zog es über den Kopf, hängte es über die Stuhllehne. Es war etwas dumm, sich nicht vorher schon die Schuhe auszuziehen, bemerkte sie. Sie setzte sich auf den Stuhl, öffnete nervös die Schnürsenkel, und zog sich schließlich die Schuhe aus. Dann folgte die Jeans, die sie ebenfalls über die Lehne hängte. Zum Schluss noch die weißen Söckchen, und nun stand sie in Unterwäsche da.
Julia hatte extra möglichst neutrale Wäsche gewählt, weiß. Ein Höschen, und ein BH der ihre kleinen Brüste komplett umschloss und ein bisschen nach oben drückte, um etwas mehr Volumen zu geben. Und einer, der möglichst wenig Einblicke geben würde. Julia wurde erst jetzt so richtig bewusst, dass hinter der dünnen Trennwand des Paravents nicht nur eine weibliche Ärztin stand, sondern auch noch ein Mann, der nicht mal Arzt war. Julia wurde wieder mulmig zumute. Immerhin hatte sie sich gestern Abend noch entschieden, sich die Schamhaare zu rasieren. Bisher hatte sie dort immer kompletten Wildwuchs, einen dicken Busch - es bekam ja eh niemand gesehen. Aber die Haare quollen aus ihren Unterhosen und Slips deutlich heraus - so konnte sie sich unmöglich vor einem Arzt zeigen, hatte sie gedacht. Eigentlich wollte sie das alles nur etwas trimmen, ein Dreieck stehen lassen. Aber sie war zu unerfahren mit dem Rasierer, in dem Bereich hatte sie noch nie rasiert. Das sah alles furchtbar aus - ungleichmäßig, unsymmetrisch. Frustriert hatte sie entschieden, dann einfach alles abzurasieren. Und sie hatte sich dabei auch noch leicht geschnitten. Nun ja, jetzt saß das Höschen wenigstens ohne peinliche Beulen von den Haarbüscheln, und rausgucken tat so natürlich auch nichts mehr.
"Frau Richter, sind sie so weit?", riss sie die Ärztin abermals aus ihren Gedanken. Julia schlüpfte in die Flip-Flops und trat unsicher aus dem Paravent. Mit Erschrecken stellte sie fest, das Dr. Bauer ein Stativ im Raum platziert hatte, und darauf eine große Spiegelreflexkamera montierte. Und dahinter an der Wand war nun eine große Platte mit Liniengitter-Mustern angebracht. Doch Frau Dr. Klein ließ ihr keine Zeit, weiter darüber zu grübeln, sie wies Julia an, sich dort auf die Papiertücher zu stellen, die Frau Doktor zwischen dem Stativ und der Platte auf dem Fußboden ausgelegt hatte. Die Flip-Flops sollte sie auch ablegen. Julia bewegte sich zögerlich, mit jedem Schritt raschelte es, und das Papier klebte etwas an ihren nackten Fußsohlen.
"Bitte aufrecht und gerade hinstellen" - Die Aufforderung kam diesmal nicht von Frau Dr. Klein, sondern von Dr. Bauer, was Julia nur noch nervöser machte. Sie zappelte unruhig mit den Händen herum. "Die Arme bitte ganz locker zur Seite nehmen.", setzte Dr. Bauer nach, während er sich mit dem Kopf hinunter zur die Spiegelreflexkamera beugte. Klick. Ein heller Lichtblitz. "Bitte 90 Grad zur Seite drehen, Profilansicht links". Klick. Blitz. "Nochmal 90 Grad weiterdrehen, Rückansicht." Klick, Blitz. "Und nochmal weiterdrehen, Profilansicht links" Doch diesmal kam kein Klick, stattdessen wies Dr. Bauer die Junge Frau zurecht: "Sie stehen leicht mit dem Oberkörper nach vorne gebeugt, bitte wieder aufrecht hinstellen". Klick, Blitz.
"Gut, Stellen sie sich nun wieder in die Ausgangslage, Gesicht zu mir. Strecken Sie bitte die Arme seitlich aus und stellen Sie ihre Füße ca. schulterbreit auseinander" war seine nächste Anweisung. Julia kam sich vor wie eine Verbrecherin, aber sie kam der Aufforderung so gut sie konnte nach. Dr. Bauer war nicht ganz zufrieden: "Ihr linker Arm zeigt noch leicht nach unten, bitte etwas höher! ... Ja, das ist besser. ... Aber die Beine noch etwas weiter auseinander ... OK". Wieder vier Fotos von allen Seiten, wieder 4 Klicks und helle Lichtblitze, und zwischendurch immer wieder Dr. Bauer's Anweisungen, die Julia's Körperposen immer wieder korrigierten.
Die Ärztin übernahm wieder das Kommando: "So, stellen Sie sich bitte mal auf die Waage." Julia tat wie geheißen. "59,6 Kilo", diktierte Frau Klein. Julia hörte das leise Tippen einer Tastatur - Dr. Bauer war wieder an seinem Schreibtisch hinter den Monitoren verschwunden und nahm die Werte auf, die die Ärztin diktierte. "Nun einmal hier zum Personenmessgerät". Dr. Klein schon die Messplatte auf Julias Kopf. "Bitte ganz aufrecht hinstellen... Ja ... 167,2cm". Wieder hörte Julia das Tippen. In der Zwischenzeit hatte Frau Doktor ein Maßband geholt, wies Julia an, sich wieder aufrecht auf die Papiertücher zu stellen, die Arme zur Seite zu Strecken. Julia zuckte zusammen, als sie bemerkte, dass die Ärztin ihren Brustumfang zu messen begann. Julia hörte das Urteil "Brustumfang 87,5 cm", laut und deutlich diktiert. Julia errötete, ihre Maße hier so offen ausgesprochen zu hören war ihr sehr peinlich. Frau Dr. Klein fuhr unterdessen mit der nächsten Messung fort. "Unterbrustumfang: 73,9cm". Wieder leises Tippen. Dann, eine Nachfrage von Dr. Bauer: "Das entspricht Körbchengröße A, oder?" Frau Dr. Klein dachte kurz nach: "Ich denke schon.. Frau Richter, ist das Ihre Körbchengröße?" Julia wurde heiß und kalt, auf ihre 'unzureichende' Weiblichkeit wollte sie nicht angesprochen werden. Sie brachte kein Wort heraus, nickte nur verschämt.
Die Ärztin machte weiter: "Taillenumfang. 67.7cm", "Hüfte 90.9cm". Doch Frau Dr. Klein hörte bei diesen Standardmaßen nicht auf, es ging immer weiter. Armlänge gesamt, Unterarm und Oberarm einzeln. Länge der Finger. Dann kniete Dr. Klein sich vor Julia. Beinlänge gesamt, Länge Unterschenkel, Länge Oberschenkel, Länge von Unterschenkel. Julia zuckte wieder zusammen, als die Ärztin mit dem Maßband an die Innenseite ihrer Oberschenkel kam, direkt bis an ihr Höschen. Und immer wieder hörte sie Zahlen, irgendwas Komma irgendwas Zentimeter, und immer das leise Tippen. Julia kam sich vor wie auf dem Viehmarkt. Sie war einfach nur noch ein Objekt, das vermessen wurde.
Dann, nach etlichen Einzelmessungen, legte Dr. Klein das Maßband endlich zur Seite. Sie Frage: "Dr. Bauer, wie sieht es aus?". Ein kurzes Nachdenken, die Stille unterbrochen durch gelegentliches Klicken einer Maus, dann sprach der Experte in klinisch-kaltem Tonfall: "Die Patientin liegt mit den Körpermaßen innerhalb der Spanne für die gesuchte Person." Julia geriet in Panik: "Soll das heißen... sie denken, Ich ... Ich wäre die Frau auf den Fotos?", stammelte sie. Sie protestiere: "Ich... Ich bin das nicht, ganz ehrlich!" Diesmal gelang es der jungen Frau nicht mehr, ihre Tränen zu unterdrücken.
Dr. Bauer stand auf, und ging zu Julia. Diesmal sprach er in deutlich sanfterer Stimme: "Nein, Frau Richter, das heißt erstmal noch gar nichts." Dr. Bauer erklärte, dass er vorher die Bilder analysiert hat, und Schätzungen für die verschiedenen Körpermaße erstellt hat, insbesondere die Längen der Gliedmaßen. Allerdings ist das Ausgangsmaterial sehr ungünstig für einen Vergleich. Auf den Fotos, auf denen die unbekannte Frau - "Subjekt X" oder kurz nur "X" wie er sie im Gutachten nennt - in Ganzkörper-Ansicht zu sehen ist, ist sie relativ weit von der Kamera entfernt, nicht ganz scharf abgebildet, und durch die Pose auf allen Vieren stehen die Gelenke in nicht klar definierten Winkeln. Und die Weitwinkel-Optik der Wildtierkamera führt zu starken optischen Verzerrungen. Zudem ist die genaue 3D-Position von Subjekt X relativ zur Kamera nicht genau bekannt, was dazu führt, dass die perspektivischen Verzerrungen nicht leicht herausgerechnet werden können.
Dr. Bauer war extra vor Ort, hat Vergleichsaufnahmen mit der Wildtierkamera angefertigt. Leider stellte sich heraus, dass die Position der Bäume und Büsche im Hintergrund auf den Vergleichsbildern nicht mehr mit der auf den Fotos von Subjekt X vom Samstag übereinstimmen. Die Kamera muss seitdem bewegt worden sein - vermutlich beim Wechseln des Akkus durch den Studenten, die exakte Ausrichtung der Kamera ist den Forschern nicht wichtig. Dr. Bauer hatte für jedes einzelne Körpermaß eine Spanne angegeben, die auf Grund dieser vielen Unsicherheiten teilweise sehr groß ausfiel, oft 7 bis 10cm. Und Julia lag mit allen Messungen bisher innerhalb dieser Toleranzbereiche - manchmal eher am unteren Ende, manchmal eher oben.
Aber Dr. Bauer versicherte Julia, dass das noch nicht heißt, das sie als Subjekt X überführt worden sei. Allerdings kann er das an dieser Stelle auch nicht ausschließen. Hätte Julia auch nur mit einem der Maße außerhalb der vorberechneten Spanne gelegen, so wäre dies ein eindeutiges Ausschlusskriterium gewesen - und die Untersuchung wäre an dieser Stelle beendet.
Julia fragte ängstlich nach: "Und was passiert jetzt?" Frau Dr. Klein antwortete trocken: "Wir konzentrieren uns jetzt weniger auf ihre Körperproportionen und mehr auf das allgemeine Erscheinungsbild, suchen nach Merkmalen, die einen Vergleich zulassen." Dr. Klein wies Julia an, sich wieder gerade hinzustellen. Die Ärztin zog ein Paar Einweg-Handschuhe an, musterte Julia von oben bis unten. Es fing am Kopf an, Julia musste ihn nach links und Rechts drehen. Die Ärztin nahm auch Julia's Haare und hielt sie mal auf die eine, dann drauf die andre Seite. Frau Fr. Klein arbeitete sich von oben nach unten vor. Julia musste sich zwischenzeitlich mehrfach um- und wieder zurückdrehen. Sie musste die Arme nach oben heben, so dass die Ärztin die Achselhöhlen begutachten konnte. Ein Glück hatte sie auch die frisch rasiert, dachte Julia. Und sie hoffte, ihr Deo würde halten, während Dr. Kleins Gesicht nur 20cm von ihren Axelhöhlen entfernt war...
Auf der Mitte von Julias Oberkörper stoppte die Ärztin: "Auf der linken Seite und zum Rücken ist eine auffällige Anordnung von 4 Leberflecken.", stellte sie laut fest. Dr. Bauer kam dazu, schaute sich das an, ging dann wieder zu seinem Laptop: "Leider haben wir keine Nahaufnahme von dieser Position von Subjekt X. Auf den Ganzkörperfotos sind aufgrund der niedrigen Auflösung und der leichten Unschärfe so kleine Details wie Leberflecke nicht erkennbar. Für konklusive Aussagen bräuchten wir größere Merkmale - etwa Muttermale, Narben, Wunden oder andere großflächige Hautveränderungen."
Frau Dr. Bauer nickte, fuhr mit der visuellen Begutachtung von Julia fort. Sie fragte nach: "Der Bauchnabel ist auch immer sehr individuell, nützt uns das was?". Doch Dr. Bauer entgegnete, dass sie auf Grund der Posen auf den Fotos nicht eine Aufnahme des Bauchnabels von Subjekt X vorliegen haben. Die Ärztin machte also weiter mit Julia's Unterkörper. "Legen Sie sich bitte auf die Untersuchungsliege, damit ich ihre Beine untersuchen kann." Julia blieb nichts anderes übrig, als dem folge zu leisten. Die Liege war gepolstert, und mit einer frischen Lage Papier überdeckt. Das Kopfteil war leicht angewinkelt. Julia setzte sich vorsichtig hin, und hob dann ihre Beine auf die Liege, ehe sie sich dann komplett hinlegte.
Dr. Klein begann damit, Julias Beine und Füße genau zu inspizieren. Julia musste ihre Beine immer entsprechend der Anweisungen ausrichten, mal gestreckt, mal angewinkelt. Die Ärztin suchte sorgsam die gesamte Hautoberfläche ab, auch die Innenseite der Schenkel. Danach musste Julia sich umdrehen, damit Frau Klein auch die Rückseite der Beine genau inspizieren konnte. Es fanden wieder nur einzelne kleine Leberflecke, aber keine verwertbaren Merkmale.
Dr. Klein merkte allerdings an: "Die Beinmuskulatur der Patientin ist sichtbar ausgeprägt." Julia war öfters mit dem Fahrrad unterwegs, wenn das Wetter mitspielte. Sie hatte ja sowieso kein Auto, ihre Mutter konnte sie nicht so oft fahren. In der ländlichen Gegend in der sie lebte waren die Busverbindungen nicht besonders gut, und die Forstwege durch die Wälder boten viel kürzere Direktverbindungen als die Straßen. Ironischerweise hat ihr genau das diese Verdächtigung hier eingebracht.
Frau Dr. Klein war mittlerweile hinter den beiden Monitoren bei Dr. Klein verschwunden. Julia konnte nicht einsehen, was auf den Monitoren angezeigt wurde, aber sie konnte die Diskussion hören:
Dr. Klein: "Hier bei Subjekt X kann ich keine so ausgeprägte Muskulatur erkennen."
Dr. Bauer: "Die Auflösung ist allerdings sehr niedrig. Selbst bei den Nahaufnahmen der Oberschenkel. Aber das größte Problem ist die Beleuchtung. Der Infrarotblitz kommt direkt von vorn, es gibt da praktisch keinen Schattenwurf. Feine Strukturen wirken dadurch viel glatter als in der Realität."
Nach einer kurzen Pause und mehreren Mausklicks setzte Dr. Bauer fort: "Hier ist die Aufnahme der Rückansicht der Patientin von vorhin. Durch den Blitz ist selbst in dieser hochauflösenden Aufnahme die Struktur der Muskulatur viel schwächer zu erkennen. Übertragen auf die viel schlechtere Qualität der Wildtierkamera lässt auch dieses Merkmal keine definitiven Schlüsse zu."
Dr. Klein: "Ja, ich sehe es, sie haben recht."
Nach einer kurzen Pause sprach die Ärztin erneut: "Können sie mit nochmal die anderen Fotos der Patientin zeigen." Wieder mehrere Mausklicks. Julia bekam mit, wie zwischen den Fotos vor und zurückgesprungen wurde. Zwischendurch schauten Dr. Klein oder Dr. Bauer manchmal zu Julia herüber, die sich mittlerweile aufrecht auf der Untersuchungsliege hingesetzt hatte. Zu wissen, dass diese beiden grade Bilder von ihr in Unterwäsche ansahen, während sie daneben saß, machte sie total fertig. Aber sie sagte nichts.
Dr. Klein: "Die Patientin hat eine sichtbare Sonnebräune an den Unterarmen und Unterschenkeln, Bauch und Rücken sind aber sehr blass. Auf den Fotos von Subjekt X wirkt es genauso, die Körpermitte wirkt sehr hell, die Extremitäten deutlich dunkler."
Dr.Bauer: "Hier müssen wir auch sehr vorsichtig sein. Die Infrarot-Aufnahme hat deutlich andere Charakteristika als die Fotos mit sichtbarem Licht. Und der Infrarotblitz ist sehr ungleichmäßig, die Bildmitte ist sehr hell - teilweise sogar etwas überbelichtet - während die Helligkeit zu den Rändern sehr stark abfällt. Über Hauttyp oder Sonnebräune von Subjekt X können wir mit dem vorliegenden Bildmaterial keinerlei Aussagen treffen."
Dr. Klein: "Ja, das verstehe ich... Dann müssen wir wohl zu Phase 2 der Untersuchung übergehen."
Julia musste schlucken, auch wenn sich ihr Mund schon länger total ausgetrocknet anfühlte. Sie war gerade intensiv vermessen, von allen Seiten fotografiert und ihr kompletter Körper von Kopf bis Fuss genauestens inspiziert worden, wenn das nur "Phase 1" war, was wäre dann "Phase 2"? Und würde es noch mehr Phasen geben? Die Anweisung von Frau Dr. Klein traf sie wieder wie ein Schlag: "Frau Richter, ich muss Sie bitten, jetzt auch ihren BH abzulegen. Sie können sich wieder hinter dem Paravent in Ruhe ausziehen."