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Überraschungstermin

Meine eigene Zahnpflegekontrolle – Teil 1 – peinliche Vorführung und Fragen

Noch bevor sie aufsteht sagt Marianne zu mir: „Ja Kuddel, da kannst du mal sehen, sogar ich als alte Frau habe noch gute Zähne! Weil ich immer regelmäßig und gründlich putze! Das habe ich auch meinen Kindern beigebracht. Darum haben in unserer Familie auch alle gute Zähne! Du hast das ja bis heute nicht gelernt! Da hat deine Mutter auch versagt! Die hat dich ja gar nicht erzogen! Aber das bringen wir dir schon noch bei!“

Dann steht sie endlich auf und lässt mich in Ruhe.

Aber Claudia haut gleich wieder drauf: „Na ja, an seinen schlechten Zähnen können wir ja nun nichts mehr machen! Aber wir können wenigstens noch dafür sorgen, dass es nicht noch schlimmer wird! Wie kann man sich nur die Zähne nicht putzen? Ich verstehe das nicht! Das ist so eklig! Aber das wird sich jetzt ändern!“

Ich sage lieber nichts dazu und setze mich, unter weiteren Sticheleien der Kinder, auf den Stuhl.

Sascha redet wieder seiner Mutter nach: „Ja, wie kann man sich nur nicht die Zähne putzen? Das ist so eklig!“

Und Ariane legt nach: „Also, ich verstehe das auch nicht! Ich möchte nicht den Mund voller Plomben haben! Ich habe lieber gesunde Zähne! Nicht so wie Kuddel!“

Dabei wächst mein Unbehagen, habe zunehmendes Kribbeln im Bauch. Mir wird klar, dass ich hier gleich gnadenlos vorgeführt werde und alle schön auf mir rumhacken werden. Dann fällt mir noch siedend heiß ein, dass ich mir heute morgen ja auch noch nicht die Zähne geputzt habe, was das Ganze nicht besser machen wird. Ich bekomme zunehmendes Herzklopfen.

Sabine schaltet sich ein, während sie weitere Vorbereitungen für meine zahnmedizinische Hinrichtung trifft; „Ja Claudia, da hast du ganz recht! Ein kariöser Zahn wird nicht wieder gesund! Den kann man nur noch reparieren! Und Kuddel hat wohl schon reichlich reparierte Zähne! Aber wir können ihm helfen, dass es wenigstens nicht noch schlimmer wird! Nachdem wir ja nun bis jetzt nur Beispiele für gute gepflegte Zähne gesehen haben, sehen wir uns jetzt das Ergebnis mangelhafter Zahnpflege an! Das wird sicherlich für alle sehr lehrreich und wahrscheinlich auch abschreckend werden. Dann sehen wir also mal, wie schlimm es bei Kuddel aussieht! Ariane, magst du ihm schon mal das Tuch umlegen? Und sie, Frau Strenge, können sich gerne setzen! Da haben sie auch den besten Blick auf die Zähne ihres Schwiegersohns!“

Marianne nimmt neben mir Platz. Ariane freut sich offensichtlich die Helferin zu spielen und legt mir, fröhlich grinsend, das Lätzchen an. Sascha und Claudia stellen sich mit bestmöglichem Blick am Kopfende des Stuhls auf.

Claudia lacht hämisch und sagt: „So Kuddel, jetzt bist du fällig!“

Sascha muss natürlich nachlegen: „Kuddel hat garantiert keine sauberen Zähne! Der hat sie bestimmt gar nicht geputzt! Das ist voll eklig! Aber dafür kriegt er gleich sein Fett weg!“

Er lacht noch schadenfroh, bevor auch Ariane stichelt: „Ja, er hat garantiert ganz viel Zahnbelag, weil er nie putzt! So richtig dreckige schlechte Zähne!“

Und auch Marianne muss noch einen draufsetzen. Sie sieht mich an und sagt: „Ja Kuddel, jetzt kommt die Wahrheit raus! Hast du schon Angst? Wir werden es alle gleich sehen! Schämen muss man sich für dich! Das wird dir hoffentlich eine Lehre sein heute! Aber Sabine macht das schon!“

Dann ist es für mich soweit. Die Vorführung beginnt.

Sabine fährt den Stuhl in Position. Das Oberteil wird noch etwas gesenkt, die Lampe auf meinen Mund ausgerichtet und Sabine greift zu den Instrumenten.

Die anderen stehen um meinen Kopf herum, beugen sich schon neugierig, wie die Geier, über mich.

Dann sagt Sabine: „So Kuddel, kommen wir nun also zu dir, der Hauptperson des heutigen Termins! Wie ich sehe, ist die Familie schon ganz gespannt.“

Ich denke: ‚Hoffentlich redet sie jetzt nicht soviel und fängt endlich an! Ich möchte das möglichst schnell hinter mich bringen!‘

Die Hoffnung ist aber schnell begraben, denn Sabine redet weiter: „Nachdem wir, und vor allem du Kuddel, vier Beispiele für vorbildlich gepflegte und gesunde Zähne betrachten konnten, werden wir uns nun also das Gegenteil dazu ansehen. Wie Claudia mir berichtete, soll deine Zahnpflege ja mehr als mangelhaft sein, Kuddel! Gut, dass wir dich jetzt mal hier auf dem Stuhl haben! Wir werden gemeinsam das Thema Zahnpflege ausführlich mit dir behandeln, damit sich das zukünftig ändert! Deine Zähne sollen ja nicht noch schlechter werden, als sie es schon sind. Und deine Familie wird dich ab heute dann auch tatkräftig unterstützen, dieses Ziel zu erreichen.“

Ich frage mich gerade noch, was denn wohl damit gemeint sein soll, als Marianne auch schon forsch zu Sabine sagt: „Ja! Da werden wir schon hinterher sein, dass er sich die Zähne ordentlich putzt! Ab heute ist Schluss mit dem Schludern!“

Claudia lacht und bestätigt: „Ja, genau! Da werden wir für sorgen!“

Sabine entgegnet freudig: „Sehr gut! Aber schauen wir doch jetzt erstmal, wie schlimm es ist!“

Sascha schießt dazwischen: „Das wird ganz schlimm! Kuddel putzt sich ja nie die Zähne! Die sind garantiert voll schlecht!“

Dann fragt er aufgeregt neugierig weiter: „Sabine, was heißt denn ausführlich behandeln? Was wird da alles gemacht?“

Ich denke: ‚Jetzt gibt es vorher noch Erklärungen! Kann sie nicht endlich anfangen! Andererseits weiß ich dann wenigstens, was alles auf mich zukommt!‘

Mit zunehmendem Herzklopfen höre ich Sabines Erläuterungen zu: „Du bist ja ganz begeistert dabei, Sascha! Das freut mich! Also, der Kuddel soll ja was lernen heute. Darum habe ich auch viel mit ihm vor. Und ihr könnt mir alle dabei helfen! Zuerst sehen wir uns seine Zähne mal an, wie bei euch auch. Dann Betrachtung im Detail, besprechen, Aufnahmen mit der intraoralen Kamera, Beläge einfärben, besprechen, nochmals Aufnahmen, nachputzen, Erklärung und vielleicht auch üben der richtigen Zahnpflege. Wenn Frau Doktor dann da ist, Untersuchung und erste Behandlung. Ich würde sagen, fangen wir einfach mal an!“

Ich denke: ‚Das ist ja wirklich das volle Programm! Und ich werde mir bestimmt jede Menge Kommentare anhören dürfen. Das kann ja heiter werden!‘

Da sagt Sabine auch schon: „Also Kuddel, dann zeig du uns jetzt mal deine Zähne! Und nimm diesen Spiegel. Du sollst dir das schließlich auch selbst mit ansehen, damit du was lernst!“

Sie übergibt mir den bereit liegenden Handspiegel. Ich nehme ihn, atme nochmal tief durch und zeige dann, mit Kribbeln im Bauch und Herzklopfen, meine Zähne vor.

Ich sehe in die Gesichter der anderen, die sich grinsend und neugierig über mich beugen und ich weiß, dass sie gleich voll über mich auslassen werden.

Der erste Kommentar kommt allerdings von Sabine: „Oha! Das sieht ja wirklich übel aus!“

Die anderen recken ihre Köpfe über meinen Mund und ich sehe ihre abschätzigen Blicke, bevor die befürchteten Reaktionen und Kommentare kommen.

Sascha reißt die Augen auf, verzieht das Gesicht und sagt, übertrieben angeekelt: „Iih! Wie sehen die denn aus? Die sind ja ganz gelb! Wie eklig!“

Ariane schlägt in die gleiche Kerbe: „Boah, echt! Voll eklig! Wie kann man nur so gelbe Zähne haben?“

Claudia darauf in ihrer typisch schroffen Art: „Wie wohl? Weil man sie nie putzt natürlich! Echt ekelhaft!“

Marianne spricht mich darauf direkt an: „Also wirklich Kuddel, ganz hässlich gelbe Zähne hast du! Putzt du die denn gar nicht? Oder warum sind die sonst so gelb?“

Sabine fordert mich auf: „Ja Kuddel, erklär uns das doch mal!“

Sie grinst hinterlistig und alle sehen mich erwartungsvoll an.

Ich versuche eine Erklärung: „Ääh, das ist erblich bedingt. Meine Eltern hatten auch ziemlich dunkle Zähne und ich habe das vererbt bekommen. Meine Zähne waren noch nie hell.“

Claudia poltert sofort los: „Ha! So ein Quatsch! Was für eine faule Ausrede! Wer soll das denn glauben?“

Sabine lacht und sagt: „Ganz genau Claudia! Völliger Quatsch! Das kann doch nicht dein Ernst sein, Kuddel! Du weißt doch selbst, dass das nicht stimmt! Wir wissen alle, warum du so gelbe Zähne hast!“

Sascha plärrt los: „Ja, weil er sie nie putzt!“

Ariane schiebt nach: „Natürlich! So gelbe Zähne hat sonst kein Mensch!“

Marianne sagt noch streng: „Also nein Kuddel! Schäm dich, so zu schwindeln! Gib es doch wenigstens zu!“

Ich bin mit meinem Versuch kläglich gescheitert. Nun sehen mich alle fordernd an und erwarten, dass ich was sage. Weitere Diskussionen haben wohl keinen Sinn und ich sage zurückhaltend: „Ja gut, es stimmt. Ich habe meine Zähne nie so richtig gepflegt.“

Bevor die anderen darauf reagieren können, ergreift Sabine das Wort: „Sehr schön! Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung! Erstmal genug geredet! Sehen wir uns das jetzt an! Kuddel, Zähne vorzeigen!“

Ich sehe wieder die Gesichter der anderen über mir, als ich meine Zähne zeige und Sabine spricht: „Wie ja allen schon aufgefallen ist, hat Kuddel eine sehr dunkle Zahnfarbe. Dunkelgelb, fast schon grün. Eindeutig mangelhafte, oder eher gar keine Zahnpflege! Das hatten wir ja geklärt.“

Dabei deutet sie mit der Sonde an meinen Zähnen entlang und ich sehe die angewiderten Blicke der anderen.

Marianne zetert noch „Ja, ganz gelb! Ekelhaft!“, bevor Sabine weiter macht: „Und wenn wir uns das Zahnfleisch ansehen, haben wir auch schon das nächste Anzeichen für mangelhafte Zahnpflege!“

Ich bin irritiert, denke: ‚Was hat sie denn jetzt damit?‘

Ich frage mich, was jetzt wohl kommt.

Sie schiebt mit dem Spiegel meine Oberlippe hoch, deutet, unter den Blicken der Zuschauer, mit der Sonde am Zahnfleisch entlang und erklärt: „Wie alle sehen können, sieht Kuddels Zahnfleisch deutlich anders aus, als wir es bei euch vorher gesehen haben. Es ist, im Vergleich, sehr dünn und die Farbe nur sehr blass rosa. Bei weitem nicht so kräftig, wie es sein sollte. Auch das kommt von der vernachlässigten Zahnpflege! Regelmäßiges Bürsten kräftigt das Zahnfleisch und sorgt für gute Durchblutung, damit auch für eine kräftige Farbe. Das ist bei Kuddel eindeutig nicht der Fall! Ariane ist da unser positives Paradebeispiel und kann jetzt gerne nochmal zum Vergleich ihres zeigen.“

Das macht sie auch sofort mit offensichtlich großem Vergnügen und präsentiert es mir direkt neben dem Spiegel. Dabei schiebt sie extra mit den Fingern ihre Lippen beiseite, damit ihr ganzes Zahnfleisch zu sehen ist.

Sabine sagt: „Sehr gut! Jetzt haben wir den direkten Vergleich und können alle auch sehr schön den Unterschied sehen! Und du Kuddel, schaust dir das besonders gut an! Du siehst den Unterschied, nicht wahr? Die Verwendung von Zahnseide ist übrigens auch sehr gut für das Zahnfleisch. Aber das ist für Kuddel ja ein Fremdwort!“

Auch die anderen gucken aufmerksam hin und es gibt wieder Kommentare.

Sascha wieder altklug: „Ja, das sieht man! Bei Ariane sieht das viel gesünder aus!“

Claudia noch dazu: „Tja! Gutes Zahnfleisch, schlechtes Zahnfleisch! Da sieht man, wer putzt und wer nicht!“

Sabine wechselt mit dem Spiegel nach unten, schiebt auch dort die Lippe runter, deutet mit der Sonde entlang und sagt: „Auch hier unten das gleiche Bild!“

Da kommt Marianne noch etwas näher ran und sagt „Ja, schlimm!“

Dann zeigt sie mit dem Finger auf meine untere Zahnreihe und fragt: „Was ist denn das da zwischen den Zähnen? Da in der Mitte? Das sieht ja komisch aus!“