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Aufrufe: 237 Created: Vor 1 Woche Updated: Vor 1 Woche

Julian beim Urologen

Untersuchung der Hoden

Die Tür schwang nach innen auf und gab den Blick auf das Behandlungszimmer frei. Die Wandfarbe war im selben Grünton wie der bisherige Rest der Praxis gehalten, und beim Blick geradeaus sprang ein großer schwarzer Schreibtisch ins Auge. Am Schreibtisch saß eine dunkelhaarige Frau mittleren Alters, Julian schätzte sie höchstens auf Mitte 40. Sie war gekleidet in eine Mischung aus pastellblauen und grauen Farbtönen, ihr Haar war sorgfältig in einem festen Dutt zusammengebunden und unter der großen Brille auf ihrer Nase richtete sich ein konzentrierter Blick auf den Monitor auf dem Schreibtisch. Das musste also Frau Dr. Kürchner sein.

„Ah…Hallo Herr Hoppe…kommen Sie doch herein und nehmen Sie Platz. Ich habe gleich Zeit für Sie“

Julian lächelte zögerlich und begab sich in Richtung des Schreibtischs. Vorsichtig rückte er den Stuhl zurecht und setzte sich der Ärztin gegenüber.

„Einen Moment bitte noch ich muss den Eintrag in der Patientenakte noch anpassen, dann kümmere ich mich sofort um Sie. Dauert nur eine Minute.“

Julian stammelte nur eine bizarre Mischung aus: „Kein Stress“, “Schon in Ordnung“ und „Ich warte“. Dr Kürchner schien beschäftigt, deswegen wollte er sie nicht mit belanglosem Smalltalk stören. Während die Ärztin frenetisch auf ihrer Tastatur tippte, ließ Julian den Blick durch das Behandlungszimmer gleiten. Die Einrichtung war einer Arztpraxis entsprechend. Die Bilder an der Wand zeigten nicht länger Kunstmotive sondern detaillierte anatomische Darstellungen des Beckens einer Frau…und dem Becken eines Mannes direkt daneben. Eine Wand war mit einem größeren Schrank voller Schubladen gesäumt und in der Ecke befand sich eine Liege, mit einem Ultraschallgerät direkt daneben. Während er sich noch weiter umsah hatte Dr. Kürchner offensichtlich ihren Eintrag beendet.

„So…Jetzt habe ich Zeit. Entschuldigen Sie bitte dass es etwas gedauert hat. Gut machen wir die offensichtlichen Sachen zuerst. Die ersten Daten ihrer Urinprobe aus dem Labor sind schon da. Der PSA Wert ist unbedenklich bei ihnen liegt also zumindest schon einmal keine Erkrankung der Prostata vor. Sie hatten angegeben, dass bei Ihnen eine Familiengeschichte vorliegt, das sollten wir uns dann später nochmal ansehen, aber Ihnen selbst fehlt in dieser Hinsicht nichts.“

Ihr Blick schweifte auf ihren Monitor zurück.

„Aber wenn ich das richtig sehe ist das nicht der Hauptgrund, warum Sie hier sind. Also erzählen Sie bitte. Was bereitet Ihnen denn Sorge?“

Julian holte tief Luft: „Naja, ich habe vor kurzem selbst meine Hoden abgetastet und dabei eine Verhärtung nahe am linken Hoden entdeckt. Nicht wirklich groß….aber es fühlte sich….deplatziert an. Und ich habe jetzt ehrlich gesagt ziemlich Angst dass es Krebs sein könnte.“

Dr. Kürchner hörte geduldig zu und antwortete: „Gut, wir malen jetzt mal nicht den Teufel an die Wand. Gerade bei der Selbstdiagnose unterlaufen auch häufig einmal Fehler. Wann haben Sie denn die Verhärtung entdeckt?“

Julian antwortete vorsichtig: „Vor ungefähr 4 Monaten…ja ich bin mir sicher es waren 4“

Dr. Kürchner runzelte skeptisch die Stirn: „4 Monate? Und da kommen sie erst jetzt zu uns?“

Julian erwiderte darauf nur hektisch: „Ich kann nichts dafür, jede andere urologische Praxis hatte Aufnahmestopp von neuen Patienten OBWOHL ich gesagt habe, dass ich mir Sorgen wegen einer Krebsdiagnose mache.“

Daraufhin seufzte Dr Kürchner nur resigniert: „Ahhhhh….Natürlich. Das vergesse ich gerne mal. Wir Fachärzte gehören nun mal einer aussterbenden Art an. Für so viele Patienten gibt es nicht mehr genug von uns.“ Sie grinste kurz. „Na dann ist ja gut, dass Sie es zumindest zu uns geschafft haben.“

Sie stand auf und gestikulierte in Richtung der Untersuchungsliege.

„Na gut. Dann sehen wir uns das ganze mal an. Legen Sie sich bitte dort drüben auf die Liege. Hose und Unterhose bitte herunterziehen.“

Julian atmete noch einmal tief durch. „Jetzt war es also soweit.“ Entschlossen erhob er sich aus dem Stuhl und machte sich zielstrebig zur Liege auf. Vorsichtig setzte er sich zunächst auf die über die Liege gespannte Papierunterlage und legte sich daraufhin der Länge nach hin. Danach öffnete er seinen Gürtel und den Hosenknopf und zog seine Jeans und Unterhose ein Stück herunter. „Reicht das ?“ Fragte er zögerlich.

Dr Kürchner hatte sich inzwischen Latexhandschuhe angezogen und hatte sich auf einen Rollhocker nahe der Liege gesetzt. Sie schüttelte nur mit einem amüsierten Gesichtsausdruck den Kopf.

„Na etwas weiter runter muss schon sein. Wir sind hier immerhin in der Urologie. Keine Sorge hier guckt Ihnen schon niemand etwas weg.“

Julian sah ein, dass es keinen Sinn machte zu diskutieren und zog Hose und Unterhose bis zu den Kniekehlen herunter.

„Schon viel besser.“ Kommentierte die Ärztin. „Gut ich würde einmal die Hoden abtasten, wenn Sie ein starkes Druckgefühl oder Schmerzen verspüren, sagen Sie bitte Bescheid.“

So konnte Julian nur die Situation akzeptieren, wie sich diese fremde Frau mit ihren behandschuhten Händen seinem Intimbereich näherte. Sie nahm vorsichtig seine rechten Hoden in die eine Hand und tastete mit den Fingern der anderen Hand alles sorgfältig ab. Jede Hautfalte des Skrotums und jede Seite des Hodens wurde genauestens inspiziert. Glücklicherweise war es weder körperlich schmerzhaft noch in irgendeiner Form befremdlich, was Julian sehr erleichterte.

„So der rechte Hoden sieht unauffällig aus.“ Verkündete Dr. Kürchner. „Dann werde ich mir mal den linken ansehen“ Auch hier wiederholte sich die Prozedur doch dann hielt die Ärztin plötzlich inne. Julian konnte es spüren. Sie hatte genau dieselbe Stelle ertastet, die er selbst nach der Dusche entdeckt hatte. „Gut. Hier kann ich eine ganz kleine Verhärtung spüren. Ist das die Stelle, die sie selbst ertastet haben ?“

Julian nickte zögerlich

„Gut. Das fühlt sich nicht wie ein Tumor an. ….Aber das würde ich mir lieber genauer ansehen. Wir machen dann schnell einen Ultraschall“

Dr Kürchner rollte das Ultraschallgerät näher an die Liege. In den Halterungen befanden sich zwei Sonden. Eine kurze breite Sonde, wahrscheinlich für äußere Untersuchungen und eine schmalere längliche Sonde von der Julian schon mit leichtem Unwohlsein ahnte wofür diese gedacht wäre.

Mit routiniertem Handgriff bereitete die Ärztin die kurze breite Sonde vor, trug Ultraschallgel darauf auf und dirigierte sie vorsichtig in Richtung seiner Hoden. „Nicht erschrecken. Wird kurz kalt.“

Konzentriert drückte sie Julian die Ultraschallsonde auf den linken Hoden und fuhr von links nach rechts. Die Bilder auf dem Monitor flackerten, doch Julian konnte sie selbst nicht zuordnen. Dr Kürchner deutete auf den Monitor.

„Da sehen Sie es. Das ist eindeutig kein Tumor. Bei dem Aussehen tippe ich auf eine Vernarbung der Haut am Hodensack, vielleicht durch eine Verletzung oder so etwas in der Art. Das hat sich verhärtet und fühlt sich dann beim Abtasten so seltsam fest an. Auf jeden Fall ist es völlig unbedenklich. Man könnte die Vernarbung operativ entfernen…Aber ich bin ehrlich mit Ihnen. Der Aufwand wäre es nicht wert.“ Die Ärztin säuberte die Sonde und gab Julian Tücher um sich von dem Gel zu befreien.

Dieser nahm die Tücher dankend entgegen und atmete erleichtert auf während er sich das Gel abputzte. „Vielen Dank. Sie ahnen gar nicht was mir für ein Stein vom Herzen fällt. Ich hab schon so viele Szenarien im Kopf gesponnen und jetzt zu wissen, dass alles in Ordnung ist….Vielen vielen Dank“. Die Ärztin lächelte, sichtbar ebenso erfreut über die Diagnose.

Julian wollte sich gerade die Hose hochziehen als Dr Kürchner unterbrach. „Einen Moment. Die Hose bitte noch unten lassen.“

ulian war verwirrt. „Ich dachte wir sind fertig. Sie haben doch nichts gefunden“

Dr Kürchner antwortete mit vermittelndem Blick: „Nicht an den Hoden aber Sie haben im Anamnese Bogen geschrieben, dass es in ihrer Familie einen Fall von Prostatakrebs gab. Ihre PSA-Werte waren zwar unauffällig, aber ich würde mir das trotzdem gerne mal ansehen. Wenn wir uns jetzt die Prostata anschauen, haben wir quasi einen Nullwert zum Vergleich, falls es in Zukunft bei Ihnen Probleme gibt. Keine Sorge das dauert nicht lange. Hose und Unterhose bitte unten lassen und einmal kurz auf die linke Seite drehen.“

Als Julian das hörte schlug sein Herz mit einem Mal unglaublich rasant, begleitet von einem stechenden Gefühl in der Magengegend. Dafür war er nicht hergekommen und jetzt wollte diese Ärztin…..

Fortsetzung folgt…….