Bella beim Zahnarzt
die Behandlung von 14
Der Defekt an 14 war kleiner als bei den beiden hinteren Zähnen, aber kaum hatte Dr. Grobel den Zahn mit der Sonde untersucht, verzog sich ihr Blick leicht.
„Die Karies ist hier wesentlich kleiner, dennocj braucht der Zahn eine Plombe.“ sagte sie knapp.
Sie richtete die Lampe neu aus, sodass das Licht direkt auf den Zahn fiel.
„Anna, Sauger etwas näher.“
Dann griff sie wieder zur Turbine.
Das bekannte hohe Geräusch erfüllte sofort den Raum.
Der Bohrer setzte an der Kaufläche von 14 an. Die Vibrationen liefen durch den ganzen Kiefer, während Wasser zur Kühlung spritze und ebenfalls stechende Schmerzen verursachte.
„Ruhig liegen bleiben.“
Der Bohrer arbeitete sich langsam in den Zahn hinein.
Dr. Grobel stoppte kurz, setzte die Foltermaschije leicht versetzt wieder an und öffnete den Zahn weiter.
„Hier sehen wir das Problem“, sagte sie ruhig zu Anna, während sie weiterarbeitete. „Die Karies hat sich über die gesamte Fläche ausgebreitet.“
Der Bohrer lief wieder an.
Diesmal etwas tiefer.
„Genau deshalb reicht oberflächliches Putzen nicht aus“, fuhr sie fort. „Wenn zwischen den Zähnen Beläge bleiben, entsteht in den Zwischenräumen Karies. Wenn diese dann unbehandelt bleibt, höhlt sie gleich mehrere Zähne aus."
Die Vibrationen wurden stärker, als Anna den Sauger näher heranführte.
„Solche Defekte sehe ich leider häufig“, sagte Dr. Grobel in strengem Ton. „Vor allem bei Patienten, die Zahnseide für optional halten.“
Sie nahm den Bohrer kurz weg und betrachtete die Kavität.
Dann schüttelte sie leicht den Kopf.
„Da ist noch kariöses Dentin.“
Die Turbine lief erneut an.
Diesmal arbeitete sie sich vorsichtig an den seitlichen Rand des Zahnes, dort, wo der Defekt zwischen den Zähnen begonnen hatte.
Der Bohrer verstummte irgendwann.
Sie nahm den Exkavator und entfernte die letzten weichen, braunen Stellen per Hand.
Dann prüfte sie erneut mit der Sonde.
Diesmal nickte sie und spülte die Kavität gründlich aus. Ich tastete mit der Zunge an den Zahn.
Die entstandene Höhle war deutlich größer als ich vermutet hatte.
„Auch hier verwenden wir Amalgam“, entschied sie.
Anna setzte bereits die kleine Kapsel in den Amalgammischer. Das Gerät begann kurz zu rattern.
Anna reichte der Zahnärztin schließlich das frisch angemischte Amalgam.
Weitere Portionen folgten.
Als die Kavität vollständig gefüllt war, ragte das Amalgam noch leicht über den Zahn hinaus.
Mit einem Modellierinstrument formte sie langsam die Kaufläche nach – kleine Rillen, leichte Vertiefungen, damit sich der Zahn später natürlich in den Biss einfügen konnte.
Dann legte sie die Instrumente beiseite.
Der Kofferdam wurde entfernt, die Metallklammer gelöst und das grüne Tuch abgenommen.
Ich konnte endlich den Mund schließen und vorsichtig den Kiefer bewegen.
„So.“ Dr. Grobel sah mich an.
„Die drei Zähne sind jetzt stabil versorgt.“
Ihr Blick wanderte noch einmal zur behandelten Seite.
„Diese Füllungen können viele Jahre halten.“
Eine kurze Pause.
Dann wurde ihr Ausdruck wieder etwas strenger.
„Aber nur, wenn Sie Ihre Zahnpflege ernst nehmen.“
Sie verschränkte kurz die Arme.
„Denn solche großflächigen Defekte möchte ich bei Ihnen nicht noch einmal sehen.“
Dann wandte sie sich an Anna.
„Bitte versorgen Sie die Zähne der Patientin noch mit einer Fluoridierung.“