Nathalie & Niklas das Rollenspiel
Das Rollenspiel Teil 5
Das rhythmische Piepen des EKGs war nun zu einem anhaltenden, schrillen Ton verschmolzen – die Simulation eines Herzstillstands. Niklas wusste, dass er jetzt den nächsten Schritt gehen musste. Die Atmosphäre im Raum war elektrisierend; der Geruch von dem medizinischen Gel vermischte sich mit der aufgeregten Wärme in der Luft.
Die Beatmung
Niklas griff nach dem Ambu-Beutel, der neben dem Defibrillator bereitlag. Das durchsichtige Silikon der Maske glänzte im Licht. Mit einer schnellen, aber präzisen Bewegung positionierte er sich am Kopfende der Liege. Er überstreckte Nathalies Kopf leicht, so wie er es in Erste-Hilfe-Videos gesehen hatte.
„Ich beatme dich jetzt“, flüsterte er, während er die Maske fest über ihren Mund und ihre Nase presste. Der weiche Silikonrand saugte sich an ihrem zarten Gesicht fest. Er benutzte den sogenannten C-Griff, um die Maske luftdicht abzuschließen.
Mit der rechten Hand drückte er den blauen Belüftungsbeutel kräftig zusammen. Puff. Ein gezielter Stoß Luft schoss in Nathalies Lungen. Da sie nicht damit gerechnet hatte, dass der Luftstrom so plötzlich und intensiv kam, verschluckte sie sich kurz. Ein leises, keuchendes Husten war unter der Maske zu hören, und ihr Brustkorb unter dem gelverschmierten BH hob sich ruckartig.
„Ganz ruhig, lass es geschehen“, murmelte Niklas, während er den Beutel im Takt wieder losließ, damit er sich mit Luft füllen konnte. Er beobachtete fasziniert, wie sich das cremefarbene Material ihres BHs bei jedem Pumpstoß dehnte und hob. Er machte weiter, eine volle Minute lang. Das rhythmische Fisch-Puff, Fisch-Puff des Beutels war das einzige Geräusch im Raum, abgesehen von Nathalies tiefen, passiven Atemzügen. Sie hatte die Augen fest geschlossen, die langen Wimpern bebten leicht, während sie sich voll und ganz auf seine Führung verließ.
Der finale Schock
Nach sechzig Sekunden legte Niklas den Beutel beiseite. Er sah auf den Monitor – immer noch die flache Linie. „Es reicht noch nicht“, sagte er mit einer Intensität in der Stimme, die Nathalie eine Gänsehaut bescherte.
Er griff erneut nach der Tube mit dem Leitgel. Es war kaum noch etwas darin, also drückte er den Rest mit Kraft auf die Metallflächen der Paddels. Die weiße, klebrige Masse türmte sich fast zwei Zentimeter hoch auf. Er rieb die Paddels mit einem lauten, nassen Schmatzen aneinander. Er wollte sichergehen, dass der Kontakt perfekt war.
Wieder startete er den Ladesound über die Bluetooth-Box. Das hohe Surren stieg in der Tonlage immer weiter an, bis es fast schmerzhaft in den Ohren dröhnte. Es klang nach purer Energie.
Nathalie lag da, ihr gesamtes Dekolleté war bereits ein Schlachtfeld aus glänzendem Gel. Der BH war an den oberen Rändern komplett durchweicht und klebte an ihrer Haut. Sie atmete flach und wartete auf den Einschlag.
„Dritter Schock! Alle weg vom Tisch!“, rief Niklas, völlig in seiner Rolle gefangen.
Er trat einen Schritt näher an die Liege und presste die Paddels mit vollem Körpergewicht auf ihre Oberweite. Das eiskalte, frische Gel schoss unter dem Druck nach allen Seiten weg. Er platzierte die Paddels diesmal noch etwas strategischer: eines direkt über dem Herzen, das andere seitlich an ihrer Flanke, so dass ihre Brüste zwischen den schweren Griffen förmlich eingequetscht wurden.
„Clear!“
Er drückte die Auslöser. Das Bzzzz-Tschack der Box war lauter als je zuvor. Nathalie reagierte sofort. Mit einer Kraft, die Niklas fast erschreckte, bog sie ihren Rücken hohl. Ihr gesamter Oberkörper schnellte nach oben, nur ihre Fersen und ihr Hinterkopf berührten noch die Liege. Ihre Augen rissen weit auf, die Pupillen waren geweitet, und ein unterdrückter Schrei formte sich in ihrer Kehle. Das Gel spritzte durch die Wucht der Bewegung sogar bis auf Niklas' Hemd.
Sekundenlang hielt sie die Spannung, zitternd, während das Echo des Sounds im Raum verhallte. Dann sackte sie langsam, fast wie in Zeitlupe, zurück in das weiche OP-Tuch.
Niklas starrte auf den EKG-Monitor. Die flache Linie begann zu flackern. Ein einsames Piep ertönte, dann ein zweites. Die grüne Zackenkurve kehrte zurück – erst schwach, dann immer deutlicher im Rhythmus.
Er ließ die Paddels sinken und starrte auf das Bild vor ihm: Nathalie, schwer atmend, über und über mit klebrigem Gel bedeckt, der nasse BH tief ausgeschnitten und vom Spiel gezeichnet. Er spürte, wie sein Herz fast so schnell schlug wie das ihre auf dem Monitor.