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Nathalie & Niklas das Rollenspiel

Das Rollenspiel Teil 3

Nachdem Niklas Nathalies Rücken abgehört hatte, drehte sie sich wieder zu ihm um. Ihre anfängliche Nervosität war einer gewissen Faszination gewichen, die in ihren Augen tanzte. Sie war immer noch gespannt, was als Nächstes kommen würde, aber die anfängliche Scheu hatte sich gelegt. Sie vertraute ihm.

​Niklas legte das rote Kardiologie-Stethoskop behutsam auf den Beistelltisch, dessen Metallmembran nun angenehm warm war. Er nickte ihr zu. „Magst du dich jetzt bitte auf die Liege legen?“

​Nathalie tat, wie ihr geheißen. Sie legte sich sanft auf den Rücken, das blaue OP-Tuch knisterte leise unter ihr. Ihre Arme legte sie entspannt neben ihren Körper, der cremefarbene BH zeichnete sich weiterhin perfekt ab, als sie ihn erwartungsvoll ansah.

​Die Blutdruckmessung

​Niklas nahm das manuelle Blutdruckmessgerät in die Hand. Es war ein älteres Modell, das Etui aus robustem Stoff mit einem ausgeblichenen Reißverschluss. Als er ihn öffnete, entwich ein leises, rauschendes Geräusch – das Geräusch des komprimierten Gases, das sich langsam aus dem Inneren des Etuis löste, als ob das Gerät selbst einen langen Atemzug nahm.

​„Das ist ein manuelles Gerät“, erklärte er leise, seine Stimme nun wieder ruhiger und professioneller. „Ich messe deinen Blutdruck ganz altmodisch.“ Er nahm die Manschette heraus, eine breite, graue Stoffbahn mit Klettverschluss.

​Vorsichtig schob er Nathalies linken Arm ein wenig zur Seite. Er legte die Manschette um ihren Oberarm, achtete darauf, dass sie nicht zu fest, aber auch nicht zu locker saß. Seine Finger strichen sanft über ihre Haut, während er den Klettverschluss fixierte. Er spürte die leichte Spannung ihrer Muskeln unter seiner Berührung. Er straffte die Manschette noch ein wenig, bis sie fest, aber nicht unangenehm anlag.

​Er steckte sich das Stethoskop wieder in die Ohren. Das vertraute Gefühl der kalten Oliven in seinen Gehörgängen beruhigte ihn. Mit der rechten Hand positionierte er die Membran des Stethoskops präzise in ihrer Armbeuge, genau über der Arterie. Seine Fingerspitzen spürten ihren pulsierenden Schlag durch ihre Haut.

​Mit der linken Hand begann er, den kleinen Gummiball zu pumpen. Der Druck in der Manschette stieg, und er sah, wie sich der Zeiger auf dem Manometer langsam nach oben bewegte. Nathalie sah ihn an, ihre Augen waren inzwischen ruhiger geworden, ihr Ausdruck verriet eine Mischung aus Vertrauen und einer gewissen Hingabe an das Spiel. Als der Druck in der Manschette stieg, spürte sie, wie sich ihr Arm leicht taub anfühlte, aber sie entspannte sich und ließ ihn machen.

​Als der Zeiger die 180er-Marke erreichte, begann Niklas langsam das Ventil zu öffnen. Er lauschte konzentriert. Zuerst hörte er nichts, nur ein leises Rauschen, dann – ein schwacher, aber deutlicher Puls. Er konzentrierte sich, während der Zeiger langsam fiel, bis er bei 130 einen klaren, schlagenden Ton hörte. Dann sank der Zeiger weiter, und bei 90 verschwanden die Töne wieder.

​„130 zu 90“, sagte er, seine Stimme leicht gedämpft durch das Stethoskop. Er nahm die Manschette ab und löste den Klettverschluss. Nathalies Arm schimmerte dort, wo die Manschette gewesen war, leicht gerötet.

​Die Verkabelung

​„So und nun“, sagte Niklas, ein verschmitztes Lächeln huschte über sein Gesicht, „muss ich dich verkabeln.“

​Nathalie runzelte die Stirn. „Was heißt das?!“ Ihre Stimme klang einen Hauch besorgt.

​„Keine Angst“, beruhigte er sie. „Das EKG ist schon etwas älter. Das sind einfach die Elektroden, die die Herzaktivität messen.“ Er deutete auf das EKG-Gerät, das mit seinen vielen Knöpfen und dem kleinen, beleuchteten Bildschirm wie ein Relikt aus einem Science-Fiction-Film der 80er-Jahre wirkte.

​Er nahm die acht Saugkugelelektroden in die Hand. Sie waren aus blauem Gummi, an deren Unterseite kleine Saugnäpfe angebracht waren. Er setzte sich neben die Liege und nahm eine nach der anderen. Mit einer kleinen Spachtel, die er eigens dafür bereitgelegt hatte, platzierte er in jede der blauen Kugel-Elektroden einen kleinen Klecks des dicken, durchsichtigen Gels, das er extra im Kühlschrank gekühlt hatte. Es sah aus wie flüssiger Bernstein, zäh und glänzend.

​Als er die achte Elektrode vorbereitet hatte, grinste er Nathalie an. „Bereit für eine kleine Kältetherapie?“

​Er begann, die Elektroden systematisch auf ihrem Oberkörper zu platzieren. Die ersten setzte er seitlich unterhalb des BH-Randes an.

​„Fuck, ey, weißt du eigentlich, wie kalt die Dinger sind?!“, entfuhr es Nathalie, als die erste eiskalte Gummikugel auf ihrer Haut landete. Sie zuckte zusammen, ihr ganzer Körper schien kurz zu vibrieren.

​Niklas lachte. Es war ein echtes, kehliges Lachen, das die Spannung im Raum kurz durchbrach. „Ja, aber es gibt Schlimmeres!“ Er machte ungerührt weiter. Eine weitere Elektrode setzte er unter ihre linke Brust, direkt auf die Rippen, eine andere auf die rechte Seite ihres Brustkorbs, dann zwei weitere höher, auf das Schlüsselbein und unterhalb davon. Er arbeitete sich mit präzisen Bewegungen vor, achtete darauf, dass das Gel guten Kontakt bekam und die Saugnäpfe fest hafteten. Nathalie fand es nicht so lustig, aber sie ertrug es. Sie spürte, wie das kalte Gel langsam ihre Haut erwärmte und ein leichtes Kribbeln hinterließ.

​Nachdem die acht Saugelektroden platziert waren, griff Niklas zu den vier EKG-Klammerelektroden. Diese waren kleiner, mit Metallklammern versehen, die an den Gliedmaßen befestigt wurden.

​„Das hier sind die Gliedmaßenableitungen“, erklärte er, während er die erste Klammer vorsichtig an ihrem linken Handgelenk anbrachte. Das Metall war ebenfalls kühl, aber nicht so schockierend kalt wie das Gel. „Die messen die elektrische Aktivität des Herzens aus verschiedenen Richtungen.“ Eine weitere Klammer befestigte er an ihrem rechten Handgelenk, dann beugte er sich vor und klemmte je eine Elektrode an ihre Fußgelenke.

​Nathalie atmete tief ein und aus. Sie sah auf ihren Körper herab, der nun von einem Geflecht aus blauen Elektroden und feinen Kabeln übersät war. „Mann, diese ganzen Kabel sind schon crazy“, sagte sie, ein leises Schaudern lief ihr über den Rücken.

​„Ja, aber das muss sein! Ohne sie sehen wir nichts“, erwiderte Niklas ernst, während er alle Kabel sorgfältig mit dem EKG-Gerät verband. Das Gewirr aus Leitungen wirkte nun wie ein Spinnennetz, das ihren Körper umspannte.

​Der Beginn des Spiels

​Als alle Verbindungen hergestellt waren, schaltete er das EKG-Gerät ein. Ein leises, rhythmisches Piepen erfüllte den Raum. Auf dem kleinen Bildschirm begann eine grüne Linie unregelmäßig auf und ab zu tanzen – Nathalies Herzschlag, sichtbar gemacht.

​Niklas sah Nathalie an, ein intensiver Blick, der ihr das Gefühl gab, dass der eigentliche Teil des Spiels jetzt erst begann. „Und nun kommt dein Part...“, sagte er, seine Stimme war tief und fest.

​Nathalie schluckte. „Das heißt?!“

​„Du tust gleich so, als wärst du ohnmächtig“, erklärte er, seine Augen fixierten ihre. „Und ich werde dich retten, beziehungsweise wiederbeleben.“

​Nathalie nickte langsam. „Okay.“

​Niklas deutete auf den Defibrillator, der noch immer majestätisch auf dem Beistelltisch thronte. „Also, wenn ich dir die Paddles auf dein... also deine... Oberweite presse und der Sound kommt“, er machte ein kurzes, tiefes Bzzzzzztt, „dann presst du dich bitte von der Liege ab. So, als ob der Schock dich wirklich erwischt.“

​Nathalie lachte kurz, ein nervöses, aber echtes Kichern. „Okay, ich werde mein Bestes geben.“

​Niklas’ Augen blitzen auf. „Falls nicht, kann ich sonst ein wenig nachhelfen.“

​„Untersteh dich!“, fauchte sie kurz und boxte ihm spielerisch mit dem Fuß gegen das Schienbein. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen, das die Anspannung in ihren Augen nicht ganz verbergen konnte. Das Spiel hatte begonnen