Nathalie & Niklas das Rollenspiel
Das Rollenspiel Teil 1
Draußen peitschte ein kühler Wind durch die Straßen, doch in Niklas’ Wohnung war die Luft zum Schneiden dick. Er hatte die letzten zwei Stunden damit verbracht, das Wohnzimmer akribisch vorzubereiten. Alles musste authentisch wirken, auch wenn es sich nur um ein Spiel handelte. Die Massageliege in der Mitte des Raums, sorgfältig mit einem sterilen, blauen OP-Tuch abgedeckt, wirkte unter dem gedimmten Licht fast wie ein Altar.
Niklas strich nervös über den Tisch daneben. Dort lagen sie: drei verschiedene Stethoskope, deren kalte Metallmembranen im Licht glänzten, ein manuelles Blutdruckmessgerät mit einer Klettmanschette und das Herzstück seiner Sammlung – der alte Defibrillator.
Das orangefarbene Gehäuse war an den Ecken abgestoßen, ein Relikt aus einer anderen Zeit der Medizin, doch die schweren Paddels fühlten sich in seinen Händen noch immer gewichtig und bedeutungsvoll an.
Er dachte an die Tube Gleitgel, die er gestern Abend ganz bewusst in das hinterste Fach des Kühlschranks gelegt hatte. Er wollte, dass es zähflüssig war. Er wollte, dass sie den Temperaturunterschied spürte, wenn das kalte Gel auf ihre warme Haut traf.
Der Moment der Ankunft
Punkt 14 Uhr riss ihn das schrille Klingeln an der Haustür aus seinen Gedanken. Sein Herz machte einen unwillkürlichen Satz. Er strich sein Hemd glatt, atmete tief durch und öffnete die Tür.
Dort stand sie. Nathalie.
Niklas spürte, wie ihm für einen Moment der Sauerstoff wegblieb. Er kannte sie schon lange, wusste, dass sie bildhübsch war, aber heute wirkte sie anders. Sie trug einen eng anliegenden, waldgrünen Rollkragenpullover aus einem feinen Strickmaterial, das jede Kurve ihres Oberkörpers gnadenlos betonte. Das Besondere an dem Schnitt war, dass die Schultern komplett frei lagen, während die Ärmel ihre Arme bis zu den Handgelenken umschlossen – ein Look, der gleichzeitig elegant und unglaublich aufreizend wirkte.
Durch den engen Stoff zeichnete sich ihre große Oberweite, ein stolzes Körbchen D, deutlich ab. Niklas’ Blick blieb hängen; er konnte sogar die feinen Linien ihres Marken-Schalen-BHs an den Seiten erahnen, der ihre Brust stützte und formte. Die dunklen, schulterlangen Haare fielen ihr locker über die nackten Schultern. Eine eng sitzende Jeans umschmeichelte ihre Hüften und ihre schlanken Beine.
„Komm.....komm doch gerne rein“, stotterte er schließlich und trat einen Schritt zurück, um sie einzulassen. Seine Stimme klang eine Oktave höher als gewöhnlich.
Nathalie schenkte ihm ein charmantes Lächeln, das seine Knie weich werden ließ. „Danke“, sagte sie sanft. In ihrer Hand hielt sie eine kleine Sporttasche. „Ich war mir nicht sicher, was ich genau mitbringen soll.“
Die Ruhe vor dem Sturm
„Möchtest du erst einmal einen Kaffee?“, fragte er, während er sie in die Küche führte. Er brauchte diese zehn Minuten Normalität, um seinen Puls wieder unter Kontrolle zu bekommen.
„Ja, sehr gerne. Schwarz, bitte“, antwortete sie. Während die Maschine leise vor sich hin gluckerte, beobachtete er sie aus dem Augenwinkel. Nathalie wirkte ruhig, aber sie spielte unbewusst mit einer Strähne ihres braunen Haares – ein Zeichen, dass auch sie nicht ganz so gelassen war, wie sie vorgab.
Sie tranken den Kaffee fast schweigend. Das Ticken der Küchenuhr schien mit jedem Schluck lauter zu werden. Niklas’ Gedanken rasten. Er stellte sich vor, wie er später das Stethoskop unter den grünen Strickstoff schieben würde, um ihren Herzschlag zu suchen. Schließlich stellte er seine Tasse mit einem leisen Klappern ab und sah sie direkt an. Seine Hände zitterten leicht.
„Also... wollen... wir starten?!“, fragte er, die Nervosität nun kaum noch verbergend.
Nathalie atmete tief ein, wobei sich ihr Brustkorb unter dem grünen Pullover deutlich hob und senkte. Sie schien einen Moment lang mit sich zu ringen, dann nickte sie entschlossen. „Ja“, sagte sie leise. „Lass uns anfangen.“
Im Untersuchungszimmer
Sie betraten das Wohnzimmer. Nathalie blieb wie angewurzelt stehen, als sie den Aufbau sah. Die klinische Atmosphäre, die er geschaffen hatte, schien sie kurz einzuschüchtern. Ihr Blick wanderte über die Massageliege, das EKG-Gerät mit den Saug-Elektroden und blieb schließlich an dem klobigen, orangefarbenen Defibrillator hängen.
„Das sieht... sehr echt aus“, flüsterte sie. Sie stellte ihre Sporttasche auf den Boden und strich sich verlegen über die Jeans. „Soll ich mich umziehen?“, fragte sie dann und deutete auf ihre Tasche. „Ich habe eine Leggings und einen Sport-BH dabei. Oder ein einfaches Top?“
Niklas spürte, wie sein Herz raste. Der Anblick von ihr in diesem grünen Rollkragenpullover war so perfekt, so kontrastreich zu der medizinischen Ausrüstung, dass er den Gedanken, sie solle ihn ausziehen, kaum ertrug – zumindest noch nicht. Er wollte die Spannung halten. Er wollte sehen, wie sich der Stoff unter seinen Händen anfühlte, bevor er die Haut darunter freilegte.
Er zögerte einen Moment, die Lippen leicht geöffnet. „Nein...“, sagte er schließlich mit belegter Stimme. „Bleib so, wie du jetzt bist. Genau so.“
Nathalie nickte langsam, ihre Augen suchten die seinen. Sie spürte, dass dieses Spiel heute eine Intensität erreichen würde, mit der sie beide nicht gerechnet hatten. Sie setzte sich langsam auf die Kante der Liege, das OP-Tuch knisterte leise unter ihr, während Niklas nach dem ersten Stethoskop griff...