Bella beim Zahnarzt
Der Kontrolltermin mit böser Überraschung
Ich hatte mir eingeredet, dass es diesmal wirklich nur eine Kontrolle sei. Ein kurzer Blick, vielleicht ein bisschen Zahnstein entfernen ubd nach zehn Minuten wäre ich wieder draußen.
Ich saß auf dem Stuhl, den Rücken leicht angespannt, die Hände im Schoß verkrampft und mit der naiven Hoffnung, gleich wieder gehen zu können.
Der Zahnarzt betrat den Raum, zog sich frische Handschuhe an, desinfizierte sie noch kurz und rollte mit seinem Stuhl an meine rechte Seite. Die Assistentin nahm links Platz.
Ohne sich mit Smaltalk aufzuhalten, griff er nach Sonde und Spiegel. Ich öffnete den Mund, die Lampe wurde neu ausgerichtet und blendete nun ziemlich, also schloss ich die Augen.
Ich spürte die gummierten Hände in meinem Mund, das metallische Klicken der Sonde und des kleinen Spiegels. Er fing unten rechts mit der Untersuchung an. Die Sonde hakte über meine Zähne und über die bereits vorhandenen Plomben.
Schließlich kam er oben rechts an. 'Hmm', machte er, während ich spürte wie die spitze Sonde auf einmal tiefer zwischen zwei Zähnen versank.
'Tja Bella, da ist ein Loch zwischen den beiden kleinen Backenzähnen. Da du die letzte Patientin für heute bist, machen wir das gleich.'
Ich fühlte mich, also ob mir der Boden unter den Füßen weggezogen werden würde. Es sollte doch nur eine kurze Kontrolle werden heute?!
Ich hatte keine Zeit zum nachdenken. 'Eine Spritze brauchst du ja nicht, das ist ja nicht dein erstes Loch' hörte ich den Zahnarzt sagen. Ich brachte nur ein 'mhm' raus. Eigentlich hätte ich gerne eine Spritze bekommen, traute mich aber nicht, danach zu fragen.
Bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, surrte der Bohrer auf. 'Weit auf!' hörte ich die Stimme des Zahnarztes. Ich öffnete meinen Mund so weit es ging und spürte wie die Helferin meine Wange mit dem Spiegel abhielt und der Zahnarzt sich mit Spiegel und Bohrer an meinen Backenzähnen zu schaffen machte.
Der Schmerz ließ nicht lange auf sich warten. Ein helles ziehen zog durch meinen Oberkiefer und ich wollte relfexartig den Mund zu machen. 'Melanie, den Aufbissblock bitte!' hörte ich die durchdringende Stimme meines Zahnarztes. Bevor ich wusste, wie mir geschah, hatte Melanie mir den Block auf der linken Seite eingeklemmt, so dass ich den Mund nicht mehr schließen konnte.
Der Zahnarzt bohrte ohne Pause weiter, immer tiefer. Er erreichte eine besonders empflindliche Stelle und ich zuckte heftig zusammen. 'Hättest du regelmäßig Zahnseide benutzt, dann müsste ich jetzt nicht so tief bohren' war die wenig einfühlsame Reaktion des Zahnarzt. Ich wollte etwas sagen, irgendetwas. Aber mein Mund war ausgefüllt mit dem Bohrer und dem Aufbisskeil und ich brachte nur einen undefinierbaren Laut hervor.
Er bohrte weiter.
Meine Finger krallten sich in die Armlehne,so fest, dass sie wehtaten.
Er sagte nichts. Kein 'gleich geschafft', kein 'das ist unangenehm, ich weiß'. Er bohrte einfach weiter.
Als er schließlich aufhörte und den Bohrer zurück in die Halterung hing war ich völlig erschöpft.
Schnell und effizient - so kenne ich es…