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Aufrufe: 183 Created: Vor 1 Monat Updated: Vor 1 Monat

Die Zahnarzt-Gemeinschaftspraxis

Die Entscheidung

Am liebsten würde ich das Angebot annehmen und den Termin verschieben, aber jetzt hatte ich mich, nach vorherigem Zögern und langem Nachgrübeln, getraut herzukommen. Außerdem war Dr. Schmitt mit seiner netten Helferin da, die mich diesmal behandeln würden.

“Was wäre denn noch zu machen?”, fragte ich, immer noch nervös, nach.

“Soweit ich gesehen habe, sind es noch drei Zähne im Unterkiefer. Leony, könntest du nochmals in der Akte nachlesen?”

Die Helferin rollte zum Computer. “Auf der rechten Seite sind es zwei. 4-7 und 4-6 im Zahnzwischenraum und auf der Linken der 3-7er. Dann wäre alles erledigt, Frau Meyer.”

>Puh, nur noch 3 Zähne insgesamt. Das werde ich wohl noch hinbekommen. Beim letzten Termin allein waren es schon genauso viel und diesmal wird es geteilt.<

Ich atmete nochmals tief durch, ehe ich eine letzte Frage äußerte. “Könnte ich für die Behandlung eine Betäubung bekommen? Dann würde ich heute zu mindestens den einen Zahn machen lassen.”

“Aber natürlich, Frau Meyer. Ich würde Ihnen niemals eine Betäubung verweigern”, antwortete Dr. Schmitt. “Dann haben Sie also keine Angst vor Nadeln?”

“Nein, ich kann nur nicht hinsehen”, sagte ich ehrlich. Ich atmete nochmals tief durch, als sich der Stuhl langsam nach hinten bewegte. Die Helferin werkelte außerhalb meines Sichtfeldes. Bestückte das Tablett und reichte anschließend dem Zahnarzt etwas, das ich nicht sehen konnte.

“Dann bitte die Augen schließen und den Mund weit öffnen, Frau Meyer”, bat Dr. Schmitt, während er mir näherkam.

Ich kam seiner Aufforderung nach, spürte, wie meine linke Wange zur Seite gezogen wurde, ich roch das Latex seiner Handschuhe.

“Den Kopf bitte ein Stück zu mir drehen. Sehr gut. Jetzt kommt gleich der Stich. Es könnte drücken, vielleicht etwas brennen. Aber es dauert nicht lange, Frau Meyer.”

Seine Stimme klang so freundlich, empathisch, was mich beruhigte. Obwohl ich nach wie vor Angst hatte, aufgrund der vorherigen Termine, schien mein Herz ein wenig ruhiger in meiner Brust zu schlagen. Den Stich in mein Zahnfleisch konnte ich leider deutlich spüren. Ich kniff die Augen zu, weil es wie angekündigt brannte. Doch ich hielt still, wartete ab, bis er die Nadel entfernte.

>Autsch, das ist echt nicht schön. Die Spritze von Dr. Weber habe ich kaum gespürt. Wahrscheinlich weil mein Zahn so schmerzte oder weil es im Oberkiefer war. Hoffentlich ist es gleich vorbei.<

Als Dr. Schmitt die Spritze aus meinem Zahnfleisch zog, atmete ich erleichtert auf.

“Den schwierigsten Teil haben Sie geschafft, Frau Meyer”, lobte mich der Zahnarzt und übergab das Instrument an seine Helferin weiter. “Gleich wird alles taub und Sie werden von der Behandlung nicht viel spüren. Wenn Sie möchten, können Sie kurz ausspülen.”

Der Stuhl bewegte sich wieder nach vorne und das Wasser plätscherte in den Becher. Ich nahm einen Schluck, um den bitteren Geschmack des Anästhetikums aus meinem Mund zu bekommen.

>Bäh, das ist echt eklig. Aber ich merke schon, wie es anfängt pelzig zu werden. Das ist mir wirklich lieber als Schmerzen beim Bohren zu verspüren.

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Nett1 Vor 1 Monat 1