Die Zahnarzt-Gemeinschaftspraxis
Nächster Termin
Noch etwas außer Atem, von meinem Sprint über den Parkplatz, stieß ich die Tür, welche nur angelehnt war, auf. Der Geruch war viel intensiver als beim letzten Mal, hatte ich das Gefühl. Am Empfangstresen war niemand, nur leises Geflüster war hinter der Wartezimmertür zu vernehmen. Schnelle Schritte ließen meinen Blick nach links gleiten.
“Ah Frau Meyer, guten Morgen, gut dass sie endlich da sind. Sie können gleich mit mir kommen”, begrüßte mich die schwarzhaarige Helferin Ines.
“Guten Morgen, also ich..”, begann ich nervös meinen Wunsch zu äußern wurde von ihr aber abrupt abgewiegelt.
“Nun kommen sie schon.”
Innerlich wollte ich meine Füße in den edel aussehenden Boden stemmen, doch ihr Blick wischte das bisschen Mut, das ich aufbringen konnte, weg. Ich folgte ihr den Flur entlang, gleich ins erste Behandlungszimmer hinein. Das Tablett war noch leer, doch ich wusste, in Kürze würde es wieder voll sein mit Dingen, die ich nicht sehen wollte. Meine Handtasche fand ihren Platz auf dem Besucherstuhl, ehe ich mich auf das dunkelgraue Leder niederließ. Es quietschte, als ich meine Schuhe auf der Beinablage absetzte. Die Zahnarzthelferin legte mir das Papierlätzchen um, das Metall der Kette fühlte sich noch kalt auf meiner Haut an, nahm aber schnell meine Körperwärme an.
Die Tür ging auf, ich drehte mich um, aber es war weder Dr. Schmitt noch Dr. Krüger, der den Raum betrat. Es war ein mir noch unbekannter Mann, Anfang oder Mitte 40, wenn ich schätzen müsste, mit dunkelblonden kurzen Haaren.
“Guten Morgen, Frau Meyer. Ich bin Dr. Weber. Ich werde Sie heute behandeln”, begrüßte er mich und setzte sich dann an den PC. “Ich habe mir schon Ihren Patientenbogen angesehen und die Befundaufnahme meines Kollegen.”
>Er hat das Formular gesehen, dann weiß er, dass ich etwas Angst habe. Mir wäre es aber lieber gewesen, wenn Dr. Schmitt durch die Tür gekommen wäre. Soll ich es vielleicht noch ansprechen?<
“Es ist bei Ihnen noch vieles zu machen, Frau Meyer. Sie hätten nicht 5-6 Jahre warten sollen. Regelmäßige Kontrollen sind sehr wichtig. Wie dem auch sei, heute werden wir die andere Seite des Oberkiefers angehen”, meinte Dr. Weber im ernsten Ton. Ich hatte den Kopf gesenkt, nicht fähig mich zu rechtfertige. Die Atmosphäre schüchterte mich ein, ebenso die harten Worte des Arztes. Außerdem war noch die Helferin mit im Raum, von der ich wusste, dass sie nicht sehr emphatisch war.
>Was soll ich jetzt machen? Aufstehen und gehen? Aber wie erkläre ich das dann später? Wenn ich doch nur mutiger wäre und meine Wünsche offen aussprechen könnte.<
“Am 2-4er hat sich unter der Füllung Karies gebildet, die wir entfernen müssen, dann hat mein Kollege noch den 2-7er vermerkt mit einer okklusalen Läsion, die sich bis zum Nachbarzahn zieht, dort zeigt sich am Röntgenbild ebenfalls eine Karies im Zahnzwischenraum”, erklärte der Zahnarzt weiter. “Dann wollen wir mal nicht länger warten, sondern gleich anfangen.” Er rollte mit seinem Hocker an meine rechte Seite und betätigte einen Schalter, der den Behandlungsstuhl in Bewegung setzte. Gleichzeitig räumte die Helferin allerlei Dinge auf das Tablett vor mir. Ich schluckte hart, als der Stuhl wieder in dieselbe Position gebracht wurde, wie beim letzten Termin. Nun sah ich nur noch die weiße Decke über mir und die Lampe, die von Dr. Weber auf meinen Mund ausgerichtet wurde. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass er sich schon die Handschuhe übergestreift und den Mundschutz hochgezogen hatte.
Mit dem Spiegel und einer Sonde näherte er sich. “Bitte weit öffnen, Frau Meyer. Ich möchte mir das Ganze zuvor ansehen.”
ich fiebere schon dem nächsten Teil ent…
@zahnfritz ja das wäre wünschenswert. W…
Wenn er gewissenhaft ist, findet er her…
Wie es scheint, kann sich die Patientin…