Nina gibt sich hin
Der Vermieter
Ich schließe die Haustür des alten Mehrfamilienhauses auf und trete in den stickigen Flur. Der Geruch von abgestandenem Essen und Staub hängt in der Luft, wie immer. Meine Tasche mit den Uni-Büchern schlägt gegen meine Hüfte, während ich die Treppe hochgehen will.
Doch da steht er schon, der Vermieter, Herr Müller, mitten im Flur. Er ist ein gepflegter Mann um die 40, mit einem leichten Bauchansatz, und Augen, die immer so berechnend wirken. Er mustert mich von oben bis unten, als ich grüße. "Guten Abend, Herr Müller", sage ich höflich, obwohl mir mulmig wird.
Er nickt nur knapp. "Na, Nina? Hast du schon die Koffer gepackt?"
Ich bleibe stehen, mein Herz rast plötzlich. "Koffer? Was meinen Sie?"
Er lehnt sich gegen die Wand, verschränkt die Arme. "Deine Mutter ist mit drei Monaten Miete im Rückstand. Das bedeutet außerordentliche Kündigung. Ich habe keine Lust mehr auf leere Versprechen."
Mir wird übel, der Boden scheint unter mir wegzubrechen. Ich weiß, wie scheiße der Mietmarkt aktuell ist – und wir haben nichts, kein Geld, keine Familie, die uns aufnimmt, keine guten Referenzen für eine neue/andere Wohnung.
"Das können Sie nicht machen! Wir können doch nirgendwohin! Bitte, mein Vater... er blockt alles ab, BAföG, Kredit, nichts geht."
"Das ist nicht mein Problem ", knurrt er. "Deins schon. Meins ist das fehlende Geld."
Ich schlucke hart, meine Hände zittern. "Ich... ich hab noch 200 Euro gespart. Das ist alles, was ich zurücklegen konnte. Wir finden eine Lösung, bitte!“ Er sagt, dass das kaum reichen wird, nicht mal für einen Monat.
“Ich, ich kann Ihnen helfen – Haushalt, Abwasch, Bügeln, Putzen, was Sie wollen!" Er lacht rau, ein Geräusch, das mir über den Rücken kriecht. "Komm rein in meine Wohnung. Das besprechen wir nicht hier im Flur."
Zögernd folge ich ihm in seine Erdgeschosswohnung. Sie ist aufgeräumt, sauber, sogar ein Geschirrspüler summt in der Küche. Er schließt die Tür hinter mir.
"Sieh dir das an", sagt er und deutet auf den Spüler. "Ich habe schon jemanden, der das macht. Für die Miete könnte ich mir ein Dutzend Haushälterinnen leisten."
"Aber es muss doch etwas geben!", flehe ich, meine Stimme bricht.
Er mustert mich wieder, diesmal länger, wandert mit dem Blick über meinen Körper – meine enge Jeans, die meinen runden, knackigen Arsch betont, mein Shirt, das meine Brüste umspannt. Mir wird unwohl, Hitze steigt in meine Wangen.
Er grinst schief. "Na gut. Ich mach dir einen Vorschlag. Dieser Monat? Ich verzichte auf die Kündigung, wenn du einmal pro Woche hier putzt. Aber... in meinem Beisein. Und in Unterwäsche."
Die Worte hängen in der Luft wie ein Schlag. Ich starre ihn an, mein Mund wird trocken. "Was? N, nnn, nein, das... das können Sie nicht verlangen!"
"Ich verlange nichts", sagt er ruhig, tritt einen Schritt näher. "Ich biete es an. Du putzt vier Stunden samstags ab 10 Uhr, nur in BH und Slip, und ich lasse euch bleiben. Du kannst auch nein sagen und die Kündigung kommt morgen. Deine Wahl, Nina."
Meine Gedanken rasen. Ich sehe Mamas Gesicht, meinen kleinen Bruder, der schon genug leidet, wegen mir nicht studieren kann. Wir sind arm, gefangen in diesem Loch. Der Gedanke, mich vor diesem Mann in Unterwäsche zu zeigen lässt Scham in mir hochkochen. Aber was bleibt? So sehr ich überlege, ich finde keine Alternative.
Ich nicke langsam, schlucke die Galle herunter. "Okay... ich mach's." "
Gut so", murmelt er, seine Augen glänzen. "Samstag, 10 Uhr. Und wehe, du kommst zu spät. Na dann kannst Du jetzt gehen."
Ich stolpere aus seiner Wohnung, die Treppe hoch zu unserer Etage. Meine Beine fühlen sich wie Blei an, Schweiß klebt unter meinen Achseln. Ich merke wie mein Blut in meinen Bauch zu laufen scheint, denn mir wird speiübel.
Mama sitzt in der Küche, rührt in einem Topf mit Suppe. "Na, Schatz? Alles gut?" "Ja, Mama", lüge ich, zwinge ein Lächeln. Aber sie mustert mich, runzelt die Stirn. "Du siehst blass aus. Komm her."
Sie steht auf, legt mir die Hand auf die Stirn, dann am Arm. Ihr Griff ist fest, als ehemalige Krankenschwester kennt sie sich aus. "Dein Puls rast ja. Du wirkst kränklich. Zieh dich um, was Lockeres an, und leg dich hin."
Ich nicke, gehe in mein Zimmer, ziehe die Jeans aus und schlüpfe in eine Baumwolljogginghose. Sie sitzt locker, aber ich fühle mich trotzdem entblößt, als ob er mich schon ansieht. Die Scham brennt in mir – bald muss ich mich vor ihm ausziehen, nur in Unterwäsche putzen, während er zusieht, vielleicht mehr. Mein Körper kribbelt vor Angst und Demütigung. Ich lege mich aufs Bett, starre an die Decke.