Die Zahnarzt-Gemeinschaftspraxis
Gleich gehts los
Die Tür zum Behandlungszimmer stand leicht offen, sodass ich jedes Geräusch von draußen deutlich hören konnte. Eilige Schritte, die über den Boden huschten, das Klingeln des Telefons und natürlich auch das schrille Pfeifen einer Turbine aus einem Nebenzimmer.
>War das ein Aufschrei gewesen? Nein, sicher spielt mein Verstand schon verrückt.<
Ich atmete zittrig durch. Deutlich konnte ich meinen schnellen Herzschlag in meiner Brust spüren. Ich war jetzt schon mit den Nerven am Ende und die Behandlung hatte noch gar nicht begonnen.
Schwere Schritte näherten sich, dann wurde die Tür weiter geöffnet. “Wen haben wir hier?”
>Das ist nicht die angenehme Stimme von Dr. Schmitt.<
Ich wollte meinen Kopf drehen, aber das feste Poster verhinderte jede Bewegung.
“Frau Meyer”, antwortet die Assistentin dem Zahnarzt, welcher kurz darauf in mein Blickfeld erschien.
“Guten Tag, Frau Meyer. Mein Name ist Dr. Krüger, ich werde Ihre Behandlung durchführen.” Er hatte graues Haar und ebenfalls graue Augen, die von unzähligen Falten geziert waren. Den Mundschutz hatte er bereits hochgezogen. Dr. Krüger wandte sich wieder der Helferin zu. “Ines, was ist für heute eingeplant?”
Ich konnte das Klicken der Computermaus hören. “Erneuerung der Füllung in 1-6 und Kariesbehandlung am Nachbarzahn 1-5.”
>Gleich 2 Zähne? Aber Erneuerung einer Füllung hört sich zum Glück nicht so schlimm an und Dr. Krüger wird bestimmt meine Nervosität bemerken. Hoffentlich.<
Der Zahnarzt zog sich die Handschuhe an, das Schnappen hörte sich bedrohlich in meinen Ohren an. Er setzte sich an die rechte Seite, zog das Tray näher, sodass ich nun erkennen konnte, dass sich jede Menge Dinge darauf befanden. Ich schluckte, meine Atmung wurde hektischer.
Dr. Krüger nahm den Spiegel und eine Sonde zur Hand. “Bitte den Mund öffnen.”
Am liebsten hätte ich die Lippen fest zusammengepresst, wie ich es damals als Kind oft gemacht hatte, aber nun war ich erwachsen, weshalb ich seiner Aufforderung nachkam, wenn auch zögerlich.
Er schob mit dem Spiegel meine Wange zur Seite und kratzte mit der Sonde über einen der oberen Backenzähne. “Hm. Diese Füllung sieht bis auf die Verfärbung noch ganz gut aus. Soll sie aus ästhetischen Gründen ausgetauscht werden?”
Wieder das Klicken der Computermaus. “Nein, laut der Röntgenbilder hat sich darunter Karies gebildet.”
>Noch ein Zahn mehr mit Karies? Bitte nicht. Aber eigentlich hätte ich es mir denken können, solange wie ich nicht mehr beim Zahnarzt war. Es hilft alles nichts, ich muss da jetzt durch, auch wenn´s schwer fällt.<
Dr. Krüger zog meine Wange noch ein Stück weiter zur Seite und platzierte eine Watterolle neben die oberen Backenzähne. Die Helferin rollte an die linke Seite und so schnell konnte ich gar nicht gucken hatte ich den röchelnden Sauger im Mund. Ein überraschter Laut war meine einzige Reaktion darauf, mein restlicher Körper war wie erstarrt. Als der Zahnarzt dann auch noch den Bohrer in mein Blickfeld brachte, brach ich schon fast in Panik aus. Meine Augen weiteten sich.
> Ich habe doch noch gar keine Spritze bekommen. Will er jetzt wirklich schon anfangen? Ohne Betäubung?
Es geht los. Ich kann es fast mit fühle…
wieder sehr realistisch geschrieben, di…
ob die Patienten hätte insistieren und …