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Aufrufe: 207 Created: Vor 3 Wochen Updated: Vor 3 Wochen

Der Weg zur Perfektion

Der Anruf und die Fahrt ins Unbekannte

Der Tag begann für Maggy mit purem Stress, der sich wie ein zäher Nebel über alles legte. Ihr Herz pochte bis zum Hals und sie hatte einen trockenen Kloß im Magen. Ihr Frauenarzt Dr. Weber hatte am Vormittag angerufen.

Seine Stimme klang ruhig, beinah zu ruhig. „Maggy“, hatte er gesagt, „ich hätte am Nachmittag Zeit für Sie. Es wäre wichtig, dass Sie kommen.“ Allein das hätte sie schon nervös gemacht, aber es war der nächste Satz, der Panik in ihr auslöste: „Kommen Sie aber bitte nicht in die Praxis. Ich schicke Ihnen eine Adresse.“

Diese Adresse, die sie nun in ihr Navi eingab, war in einem Viertel, das sie überhaupt nicht kannte. Sie war total durch den Wind. Der Stress der letzten Tage – die Anspannung, die Hoffnung, die Enttäuschungen – hatte sie fest im Griff und diese unerwartete Fahrt ins Ungewisse setzte ihr massiv zu.

Maggy blickte an sich herunter und fühlte sich augenblicklich elend. Sie hatte nicht geduscht. Seit dem Anruf war sie wie gelähmt gewesen und hatte sich einfach irgendetwas übergezogen. Sie fühlte sich klebrig und unfrisch. Noch schlimmer war, dass sie noch diesen lästigen Rest ihrer Periode hatte – ein feuchtes, unangenehmes Gefühl, das ihr Unbehagen ins Unerträgliche steigerte.

Und natürlich war sie absolut nicht rasiert.

Der Gedanke, dass sie sich in wenigen Minuten Dr. Weber so präsentieren musste – unvorbereitet, unsauber – ließ sie innerlich zusammenzucken.

Es nützte nichts. Sie war schon fast da. Es war, wie es war. Während sie den Blinker setzte und in die unbekannte Straße einbog, rangen in ihr eine nagende Neugier und eine fast ebenso starke Angst.