Auf dem Behandlungsstuhl
Teil 1: Auf dem Behandlungsstuhl
Auf dem Behandlungsstuhl
Seit Wochen schon verspürte ich ein merkwürdiges Ziehen oben rechts im Backenzahn. Ich war schon eine Weile nicht mehr beim Zahnarzt gewesen, sicherlich seit mindestens fünf Jahren. Damals hatte ich eine großen Amalgam Füllung im Zahn 16 erhalten, der bereits eine kleine Kunststofffüllung hatte. Und wie immer wurde der Zahn ohne Betäubung behandelt
Die schrecklichen Schmerzen haben sich mir eingebrannt, und aus dem Grund war ich seit diesem Tag nicht mehr zur Kontrolle gegangen.
Doch seit heute Nacht hatte ich heftige Zahnschmerzen eben in diesem Zahn. Vorsichtig stoße ich mit der Zunge gegen diesen Zahn.
Er fühlt sich fremd an fast wie betäubt. Man spürt den Zahn „hochgedrückt“, als ob er länger wäre. Ich verspüre ein heftiges Pochen und hatte bereits zwei Schmerztabletten eingenommen, die jedoch nicht halfen. Ich musste mich überwinden. Ich musste dringend zum Zahnarzt. Doch meine Zahnarztangst hatte einen Grund. Mein Zahnarzt, Doktor Müller war ein Zahnarzt der alten Schule. Bereits in der Kindheit hatte er viele Backenzähne von mir behandelt, stets ohne Betäubung. Erst die Milchzähne, später auch die bleibenden.
Die Helferinnen hatten mich auf dem Behandlungstuhl festgehalten während Doktor Müller weiterbohrte. Leider kamen in der Jugendzeit einige Füllungen dazu. Oft mussten die Füllungen erneuert werden, da sich darunter Karies gebildet hatte.
So befanden sich in meinem Mund ein buntes Sammelsurium aus alten Amalgamfüllungen und Kunststofffüllungen.
Im Gegensatz zu den großen Amalgamfüllungen hielten die Kunststofffüllungen leider nicht so lange und musste öfter ausgetauscht werden, da sich darunter Karies gebildet hatte. Jedesmal musste etwas vom Zahn weg gebohrt werden, so dass einige Füllungen schon gefährlich nah an den Nerv kamen und Unterfüllungen erhielten.
Nun lag mein letzter Termin schon lange Zeit zurück. Es brachte nichts. Die Zahnschmerzen waren höllisch und einfach nicht mehr auszuhalten . Ich muss einen Termin vereinbaren. So wählte ich mit zitternden Händen die Telefonnummer der Zahnarztpraxis. Die Sprechstundenhilfe teilte mir mit, dass Doktor Müller die Praxis an seinem Sohn übergeben hatte. Ich war erleichtert. Vielleicht sollte die Behandlung in Zukunft schmerzfreier ablaufen. Zum Glück hatte ein Patient abgesagt. Der der letzte Termin des Tages um 17:30 Uhr war also für mich frei.
Nervös machte ich mich am Nachmittag fertig. Ich zog einen schwarzen Rock, einen schwarzen Spitzen-Slip, einen schwarzen Spitzen/BH und eine Seidenbluse an. Der kühle Stoff fühlt sich gut an auf meiner Haut. Ich putzte mir noch einmal besonders gut die Zähne und Zahn. Jedes Mal, wenn ich an den oberen Backenzahn kam, verspürte ich einen starken fast unerträglichen Schmerz.
Ich mache mich auf den Weg zu Zahnarztpraxis und klingelte. Als ich die Tür dort öffne, kam mir dieser bekannte Geruch entgegen nach Desinfektionsmittel.
Nervös trat ich an den Tresen, gab meine Versicherungskarte ab und ließ mich auf einem der unbequemen Stühle im Wartezimmer nieder. Die Praxis schien renoviert worden zu sein. Die Stühle im Wartezimmer sind leider immer noch unbequem
Mir gingen mehrere Gedanken durch den Kopf. Ob nur der schmerzende Zahn Karies hatte oder doch mehrere, musste diesmaltief gebohrt werden, würde ich eine Spritze bekommen…
Der alte Doktor Müller hatte ja stets ohne Betäubung gebohrt. Aber das war hoffentlich nicht mehr zeitgemäß.
Die Tür zu Behandlungszimmer zwei steht leicht offen. Ich höre das, mir bekannte Surren des Bohrers. Und verkrampfe mich innerlich.
„Anna, sie dürfen jetzt ins Behandlungszimmer eins mitkommen.“ Die Sprechstundenhilfe lächelten mich freundlich man. Sie führt mich ins Behandlungszimmer. „Nehmen Sie schon mal Platz auf dem Behandlungsstuhl. Der Zahnarzt kommt gleich. Er muss noch eine Füllung zu Ende machen.“
Zögerlich nahm ich auf dem Stuhl Platz. Es war mir peinlich, mich so entblößen zu müssen.
Nun gab es kein Zurück mehr. Ich musste da durch, dachte ich mir.
Hauptsache, dieser schrecklichen Zahnschmerzen, gehen weg. Die nette Sprechstundenhilfe liegt mir ein Lätzchen um den Hals. „Es wird schon nicht so schlimm werden,“ versucht die Sprechstundenhilfe mich aufzumuntern. Und strahlt mich mit ihren weißen Zähnen an? Offenbar bemerkt die, dass ich Angst habe.
Die Tür öffnet sich, und der Zahnarzt betritt den Raum. Er lächelt mich an.
Ich muss sagen, er ist sehr attraktiv. Dunkle Haare und ca. 1,90 m groß.
Er trägt eine weiße Hose und ein graues Poloshirt, was für eine muskulöse Arme zu Geltung bringt.
„Guten Tag, Anna,“ sagt er, „Sie waren ja schon eine Weile nicht bei uns in der Praxis wie ich eben in ihrer Patientin-Kartei gesehen habe. Um genau zu sagen sieben Jahre.
Ich habe die Praxis von meinem Vater bereits vor fünf Jahren übernommen.
Was führt sie heute zu uns? Wann war ihr letzter Zahnarztbesuch?
Ich schildere von den pochenden Zahnschmerzen oben rechts.
„Dann werden wir jetzt erst mal eine Bestandsaufnahme machen und anschließend um den schmerzenden Zahn kümmern.
Er lächelt mich freundlich an und zieht sich seine Gummihandschuhe und einen Mundschutz an. Dann lässt er den Behandlung Stuhl nach hinten senken. Vollkommen ausgeliefert liege ich nun da. Das gleißende Licht wird auf meinen Mund gerichtet, „Und nun schön weit aufmachen, Anna“.
Er zieht das Behandlungstablett zu sich. Ein Mundspiegel, Sonden, eine Pinzette, mehrere Böhraufsätze, Watterollen und Tupfer liegen dort.
Er nimmt einen Spiegel und eine Sonde vom Tablett und nähert sich damit meinem Mund.
Mit Dem Spiegel zieht er meine Wange zur Seite. Ich schließe die Augen. Ein Kribbeln schießt mir durch den Bauch und meinen Unterleib.
Meine Zähne oben rechts werden trocken gepustet.
„18 Karies, 17, Karies, 16, okklusale Füllung, 15 okklusale Füllung. 14, 13, 12.11 ohne Befund“. Er kratzt mit der Sonde an meinem schmerzenden Backenzahn und klopft dagegen. Sofort schießt der Schmerz mir durch den pochenden Zahn. Ich stöhne leise auf.
„Da haben wir den Übeltäter,“ sagt der Zahnarzt.
„Die Füllung ist defekt und außerdem hat sich in Zwischenraum zu 17 Karies gebildet. Die schimmert schon durch. Da hat wohl jemand die Zahnseide etwas vernachlässigt."
Der Zahnarzt widmet sich der anderen Seite des Oberkiefers. „28 defekte Füllung, 27 Karies, 26 okklusale Füllung mit Randspaltenkaries.“
Er pustet die Backenzähne auf der anderen Seite noch mal trocken und geht mit der Sonne zwischen die Zähne. Ich verspüre einen stechenden Schmerz.
„Eine Interdental-Karies zwischen 25 und 26. 24, 23, 22,21 ohne Befund“
Nun widmet sich der Zahnarzt im Unterkiefer. Auch hier werden die Zähne trockengepustet, was zu einem unangenehmen Ziehen führt.
„38 Karies okklusale, 37 Karies okklusale, 36 insuffiziente okklusale Füllung. 35, Füllung. 34, 33, 32, 31 ohne Befund.
48 Karies okklusal, 47, 46 insuffiziente Füllungsränder.
45 Füllung, 44 43 42,41 ohne Befund.“
Endlich denke ich, dass der Zahnarzt endlich die Instrumente aus meinem Mund nimmt. Ich öffne die Augen der Zahnarzt fährt den Stuhl nach oben und zieht den Mundschutz runter.
Er schaut mir tief in die Augen.
„Anna, Ich muss Ihnen leider sagen, ihre Mundhygiene ist nicht gut. Von nun an putzen Sie bitte zweimal täglich drei Minuten und benutzen auch Zahnseide. Nun werden wir noch ein Röntgenbild machen. Er richtet das digitale Röntgengerät auf mein Gesicht und es werden zwei Aufnahmen gemacht. Intensiv betrachtet er am Bildschirm die Röntgenaufnahmen.“
wunderbare Story 🤩 da war die Kontroll…
mega🤩🤩🤩
Sehr gut geschrieben. Die Anna hat ja e…
Eine fantastische Geschichte genau nach…