Rehabiltationsmaßnahme

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Die “Caféteria”, wie Nadine sie nannte, befand sich ein Stockwerk direkt über der Rezeption, nur erreichbar über das Treppenhaus neben dem Aufzug im Eingangsbereich. Dezente dunkle Farben, eine Menge Holzoptik und einige dekorative Regale, gefüllt mit Büchern, Zimmerpflanzen und diversem Schnickschnack gaben dem Raum das Flair eines hippen Bistros, nach Krankenhauskantine fühlte sich hier nichts an. Julian schaute sich um, nachdem die Tür des Treppenhauses hinter ihnen zugefallen war, und versuchte sich zu orientieren. Auch hier waren die Fenster bodentief ausgeschnitten, vor einigen von ihnen standen halbkreisförmige Sitzbänke mit Polstern. Wie auch im Eingangsbereich war der Boden mit Parkett ausgelegt und die gegenüberliegende Wand mit einer Milchglastür zum restlichen Teil des Stockwerks abgetrennt. Eine Art Gang in Richtung der Tür war frei von Einrichtung, wohl um ungehinderten Durchgang zu ermöglichen. Zur linken der Tür an der Wand war ein schlicht wirkendes Buffet aufgebaut. Links daneben, in der Ecke des Raums, war ein kleines Türmchen aus Sechser-Tragegestellen für Wasserflaschen aufgebaut, dessen Sinn sich Julian nicht sofort ergab. Auch fiel ihm erst jetzt auf, dass sie im Moment die einzigen Anwesenden waren, was der Uhrzeit geschuldet sein durfte. Es war erst halb sieben. “Kommt, setzen wir uns”, meinte Nadine und ging zielstrebig auf einen der runden Tische in Fensternähe zu. Julian und Anna folgten ihr. “Wir sind etwas früher dran als üblich, damit ihr am ersten Tag noch etwas Ruhe habt und dann selber entscheiden könnt, ob ihr schon die anderen Patient*innen kennen lernen wollt.” Nadine nahm am Tisch platz, Julian und Anna taten es ihr gleich. “Ich werde auch nur heute mit dabei sein, die kommenden Tage werdet ihr ohne mich beim Essen auskommen müssen. Aber nach morgen bin ich mir sicher, dass ihr das aushalten werdet.” Ein Lächeln umspielte Nadines Lippen. Dieses Lächeln schon wieder, dachte Julian und merkte, wie sich die Muskeln in seinem Körper für einen Augenblick unwillkürlich spannten. Unweigerlich drückte dabei sein Schließmuskel gegen den immer noch in ihm steckenden Plug. Stimmt, da war ja was. Vor lauter neuer Eindrücke hatte er den fast vergessen. “Also, bedient euch gerne”, gab Nadine den beiden noch etwas zögerlich wirkenden Patient*innen einen Ansporn. Anna stand zuerst auf, Julian folgte ihr bedächtig. Immer noch dieses angespannte Schweigen, dachte Julian. Es würde für ihn wohl dann doch etwas mehr brauchen als ein paar Zärtlichkeiten und sexuelle Andeutungen, um sich wirklich selbstbewusst durch diese neuen Situationen zu bewegen. Julian ließ seinen Blick über das Buffet schweifen, vor dem er jetzt stand. Die Auswahl war nicht außergewöhnlich, für Julians Geschmack aber mehr als ausreichend. Ihm fiel auf, dass die Trinkgläser recht groß ausfielen, vermutlich eine Motivation, um den Flüssigkeitsverlust durch die Behandlungen wieder auszugleichen. Nach kurzer Bedenkzeit schnappte sich Julian einen Teller und bediente sich, wobei er um Anna herum manövrieren musste, die sich geistesabwesend mit einem Zeigefinger gegen die Wange tippte und sich scheinbar noch im Entscheidungsprozess befand, was ihr Abendessen angehen sollte. So kam es, dass Julian kurz darauf mit Nadine, die sich in der Zwischenzeit nur etwas zu trinken organisiert hatte, allein am Tisch saß und hoffte, dass er jetzt keinen Gesprächseinstieg hinlegen musste. Nach den einzelnen Feinheiten seines Aufenthaltes und der Behandlungen zu fragen, schien ihm zu direkt, daher versuchte er das gar nicht erst. Zum Glück übernahm Nadine wieder die Gesprächsführung, bevor Julian einen neuen Gedanken in die Richtung formen konnte. “Und, fühlst du dich bisher wohl hier?” Julian blickte etwas verwirrt von seinem Teller hoch. Er wiederholte die Frage nochmal in seinem Kopf, um sicherzugehen, dass er sie richtig verstanden hatte. “Ich äh…”, bekam er zustande. Verdammt, schon wieder zu lange mit einer sinnvollen Antwort gebraucht. Dann setzten seine regulären Denkprozesse wieder ein und fabrizierten tatsächlich ein paar brauchbare Sätze. “Ich muss zugeben, dass ich noch ein wenig überfordert von allem bin. Dieser Aufenthalt… ist so gar nicht, wie ich ihn mir vorgestellt hatte.” “Ja, das höre ich oft. Ich möchte nur sichergehen, dass wir nicht gleich am ersten Tag den Bogen überspannen. Der Aufenthalt soll dir gut tun und kein nachhaltiges Trauma verursachen.” “Davon bin ich weit entfernt”, lachte Julian. “Ich werde wohl einfach ein wenig brauchen, um mich auf alles hier einlassen zu können.” “Nimm dir die Zeit dazu, ja? Sie -” Nadine nickte mit dem Kopf in Richtung Anna, die noch immer Buffet stand, “scheint sich schneller eingewöhnen zu können. Das ist nicht schlimm, wenn das unterschiedlich schnell bei euch geht, aber brems’ sie auch ruhig aus, wenn es dir zu schnell geht. Ich denke, sie wird das verstehen.” Nadine zwinkerte ihm zu. “Sicher, ich werd’ aufpassen”, meinte Julian und wollte sich schon wieder seinem Teller zuwenden. “Das wäre mir wirklich wichtig. Abseits davon sehe ich nämlich wirklich viel Potential bei euch beiden.” Julian zog eine Augenbraue hoch. Aber anstatt ihm eine Erklärung zu liefern, sah Nadine auf zu Anna, die auf dem Weg zurück zu ihrem Tisch war. “Was gefunden?”, fragte Nadine sie frei heraus. “Ja, ich hatte ein wenig Entscheidungsschwierigkeiten”, antwortete Anna, setzte sich, und seufzte kaum merklich. Julian ahnte, was dieses Seufzen provoziert hatte und grinste ein wenig in sich hinein. Dann widmete er sich dem Essen auf seinem Teller, die Aufregung des ganzen Tages hatte ihn hungrig gemacht. Nadine initiierte ein wenig Smalltalk beim Essen, es ging um recht oberflächliche Dinge, aber meist ohne medizinischen Bezug. Sie schien die beiden tatsächlich etwas besser kennenlernen zu wollen. Nach einiger Zeit betraten dann auch die ersten anderen Patient*innen die Caféteria. Julian fiel auf, dass die meisten von ihnen kurz mit den Augen den Raum absuchten, bevor sie sich zum Buffet begaben. Offenbar waren sie es schon gewohnt, dass hier Montagabends die “Neuen” auf sie warteten. Julians und Annas Blicke musterten abwechselnd die Leute, die sich an die Tische um sie herum setzten. Die meisten von ihnen trugen Shirts und Jogginghosen, selten sah man jemanden im Trainingsanzug oder Sportbekleidung. Auffällig war, dass viele der Patient*innen in kleinen Grüppchen zu zwei bis vier Personen die Caféteria betraten. Nur selten kam jemand allein durch die Tür. Julian mutmaßte, dass die Leute hier immer zimmerweise erschienen. Nach einiger Zeit waren die meisten Tische in verschiedensten Konstellationen besetzt. Julian schätzte, dass sich jetzt etwa 20 bis 30 Personen im Raum befinden mussten. Die Tür zum Treppenhaus öffnete sich erneut und eine junge Frau in einem grauen Top und schwarzer Jogginghose schlüpfte hindurch. Sie trug lange blonde Haare, die zu einem lockeren Zopf geflochten waren und hatte, soweit das zu erkennen war, eine etwas weniger ausgeprägte Taille als Anna und war insgesamt kleiner. Ein farbenfrohes Tattoo mit komplexen Mustern und Motiven, die aus der Ferne kaum zu erkennen waren, zierten ihren rechten Oberarm. Wie die meisten vor ihr, suchte sie den Raum kurz nach den Neulingen ab und wurde offenbar schnell fündig. Möglicherweise lag das auch daran, dass Nadine als Einzige im Raum den weißen Schwesternkittel trug, wodurch sie recht deutlich herausstach. Die junge Frau machte sich auf in Richtung Buffet, zwinkerte Julian und Anna im Vorbeigehen deutlich zu. Die beiden sahen sich kurz verwirrt an. Sollten sie sich kennen? “Das ist Lucie, sie ist seit letzter Woche im Zimmer neben euch. Vielleicht lernt ihr euch die nächsten Tage ja ein wenig kennen”, erklärte Nadine. Der fragende Ausdruck auf Annas Gesicht veränderte sich in ein kaum sichtbares Grinsen. “Mal schauen”, antwortete sie so unschuldig klingend wie möglich und trank ihr fast leeres Glas aus. “Seid ihr denn fertig?”, fragte Nadine in die Runde. “Von mir aus ja”, meinte Julian und Anna nickte zustimmend. “Alles klar. Da drüben ist die Geschirrrückgabe.” Nadine deutete auf einen metallenen Rollwagen neben der Milchglastür. “Ich würde euch dann für den Rest des Abends allein lassen, morgen komme ich um halb acht wieder bei euch vorbei und wir starten mit dem Klinikprogramm. Es wäre gut, wenn ihr bis dahin schon ansatzweise wach seid. Solltet ihr in der Zwischenzeit etwas brauchen oder sollte irgendetwas sein, ist die Rezeption rund um die Uhr besetzt. Bei dringenden Problemen könnt ihr auch den Rufknopf im Zimmer drücken. Oh, und nehmt euch einen Träger Wasser mit aufs Zimmer, den werdet ihr brauchen.” Nadine nickte in Richtung der Pyramide aus Tragegestellen für Wasserflaschen neben dem Buffet. “Soweit okay für euch?” Sie sah noch einmal in die Runde. Julian nickte, Anna machte einen “mhm”-Laut. “Gut, dann macht euch einen schönen Abend und wir sehen uns morgen.” Mit diesen Worten stand Nadine auf und verließ die Caféteria durch die Milchglastür neben dem Buffet. Julian lauschte ein wenig in die Geräuschkulisse des Raums. Gedämpfte Gespräche, das Klappern von Besteck. Er horchte ein wenig in sich hinein, nach was ihm der Sinn stand. Schließlich fragte er Anna: “Ich würde wieder aufs Zimmer gehen wollen, wenn das okay ist?” Sie schien genau auf diese Frage gewartet zu haben. “Gerne, ich komme mit.” Sie stand auf, Julian folgte ihr und versuchte dabei, so gut es ging, den neugierigen Blicken der um ihnen Sitzenden zu entgehen. Seine Bemühungen blieben ohne Erfolg, egal wohin er auch sah, hatte er das Gefühl, beobachtet zu werden. Julian richtete seinen Blick auf den Boden und beeilte sich mit seinem Tun, um den Raum schnell verlassen zu können. Anna schien sein Unbehagen auf dem Rückweg vom Geschirrwagen zu bemerken, schob sich schützend vor ihn und strich ihm kaum merklich über den ihr zugewandten Arm. “Na komm, machen wir uns einen schönen Abend zu zweit”, raunte sie ihm zu und hielt ihm die Tür zum Treppenhaus auf.

Auf dem Weg zurück ins Zimmer versank Julian weiter in Gedanken. Wiederholt stellte er fest, dass Anna wohl als erste Person, die er kennenlernen durfte, offenbar die Gabe hatte, ihm seine Bedürfnisse mehr oder weniger vom Gesicht ablesen zu können. Wie schnell sie verstanden hatte, dass ihm die Blicke in der Caféteria zu viel würden, dass er die vielen Menschen gerade nicht ertragen konnte - das war für die meisten Menschen nicht sofort ersichtlich. Julian hatte fast das Gefühl, sein emotionales Gegenstück gefunden zu haben. Dieses neu gefundene Glück und der Umstand, dass er die kommenden vier Wochen mit dieser Person verbringen durfte, machten die etwas grenzwertige Situation eben schon wieder wett. Während er so vor sich hin grübelte, waren seine Bewegungen in einen Automatismus übergegangen. So nahm er nicht mehr aktiv wahr, wie er, dicht gefolgt von Anna, wieder ihr Zimmer betrat, sich auf einen der Sessel in der Sitzecke setzte und aus dem Fenster starrte. Die Berührung von Annas Hand auf seiner holte ihn ins Hier und Jetzt zurück. Sie hatte sich direkt neben ihn gekniet. “Geht’s wieder?”, fragte sie ihm zugewandt mit mitleidigem Blick. Julian atmete tief durch. “Ja, alles gut, geht wieder. Woher wusstest du…?” “Ich glaube, ich kenne das Gefühl, das du gerade hattest. Geht mir selbst manchmal so, da brauch’ ich einfach ein wenig Ruhe”, unterbrach Anna ihn. “Danke, das ist wirklich rücksichtsvoll von dir.” Julian wurde warm ums Herz. “Keine Ursache, so etwas versteht sich von selbst. Außerdem…”, Anna ließ seine Hand los und tippte ihre Zeigefinger aneinander, “...wird alles etwas einfacher zwischen uns, wenn wir solche Dinge voneinander wissen, meinst du nicht?” “Sicher, nur…” Julian zögerte. “Vielleicht werde ich nach solchen Dingen nicht direkt fragen. Zu schüchtern und so.” “Ja klar”, antwortete Anna. “Ich versuche, darauf zu achten.” Sie lächelte ihn an und strich ihm über die ihr zugewandte Schulter. “Wir bekommen das schon hin. Mal ganz davon ab, wollen wir uns wieder den angenehmeren Möglichkeiten unserer Situation widmen?” Annas Blick wanderte verstohlen zu den beiden Flyern auf dem Tisch vor ihnen, die Nadine ihnen vorhin dagelassen hatte. “Warum eigentlich nicht?", fragte Julian rhetorisch in der Hoffnung, sich damit schnell auf andere Gedanken bringen zu können. “Magst du dich auch setzen?” “Ich glaube, ich habe da eine bessere Idee”, meinte Anna, während sie sich aufrichtete und sich in einer ausladenden Bewegung auf Julians Schoß schwang. “Ich hoffe, das ist okay für dich?”, fragte sie ihn mit einem herausfordernden Grinsen. “Lässt sich gerade so ertragen”, erwiderte er sarkastisch. Durch Annas Jogginghose konnte er die Basis des Buttplugs, der in ihr steckte, auf seinem Oberschenkel fühlen, was der Situation einen kleinen erotischen Touch gab. Anna streckte einen Arm zu den auf dem Tisch liegenden Hochglanzbroschüren aus und drückte sie Julian in die Hand. Er reichte mit einem Arm um Anna herum, um die Broschüre mit beiden Händen halten zu können, während sie seine Bewegung damit erwiderte, einen Arm auf seine Schulter zu legen. Der Begriff “Flyer” passte nicht so ganz zu dem, was Julian in der Hand hielt. Es war ein kleines, getackertes Heft in Hochglanzpapier, in dunklen Farben gehalten und recht neutral beschriftet. “Leitfaden zu Ihrem Reha-Aufenthalt” hieß es auf dem Deckblatt. Julian schlug die erste Seite auf und hielt das Heftchen so, dass Anna auch darin lesen konnte. Wie üblich, begann auch diese Broschüre mit einem Vorwort des Oberarztes, welches die gesamte erste Seite füllte. Auf der anderen Seite prangten Fotos des Personals. Schnell erkannte Julian das Porträt von Nadine wieder, welches sich relativ weit unten auf der Seite wiederfand. Auch das Porträt der südländisch wirkenden Rezeptionistin von vorhin war dort zu sehen. “Theresa - Rezeption & Massagen” war unter ihrem Bild zu lesen. Das schien aber auch alles Interessante auf diesen Seiten zu sein, Julian hielt nicht so besonders viel von Vorwörtern. “Magst du dir das durchlesen?”, fragte er Anna. “Später, falls mir langweilig werden sollte”, witzelte sie. “Ich wollte nur höflich fragen”, tat Julian unschuldig und grinste sie an. Dann blätterte er um. Auf den nächsten zwei Seiten fanden sich diverse Auflistungen. Einerseits waren hier noch einmal die ihnen schon bekannten Essenszeiten angegeben, außerdem gab es eine umfangreiche Liste mit allen Räumen der Klinik, sowie Plänen der beiden Stockwerke. Daraus wurde ersichtlich, dass die Patientenzimmer allesamt auf einem Stockwerk verteilt waren, zusammen mit zwei Arztzimmern, sowie zwei als “Behandlungszimmer” ausgewiesenen Räumen. Der Position der Räume nach zu urteilen, hatten die beiden mit jeweils einem dieser Räume heute schon Bekanntschaft gemacht. In der oberen Etage fanden sich neben der Caféteria ein als “Spielbereich” ausgeschilderter Raum, sowie diverse Therapieräume mit verschiedenen Größen und der Personalbereich. Letzterer Eintrag dürfte erklären, wohin Nadine nach dem Abendessen verschwunden war, kombinierte Julian. Dann zog ein kleiner Pfeil, der vom Treppenhaus aus schräg nach oben zeigte, seine Aufmerksamkeit auf sich. Daneben stand das Wort "Dachterrasse". Einen Plan von selbiger schien es aber nicht zu geben. “Spielbereich… Was das wohl sein mag?”, fragte Anna nach eingehendem Studium der Doppelseite. “Vielleicht steht ja weiter hinten etwas dazu”, riet Julian und machte Anstalten umzublättern, aber Anna legte ihre freie Hand auf seine. “Eins nach dem Anderem, würde ich sagen.” “Okay”, stimmte Julian zu und blätterte nur eine Seite weiter. Die nächsten beiden Seiten zierten zwei Computergrafiken vom Inhalt der Patientenzimmer und des dazugehörigen Bads. Die einzelnen Gegenstände waren mit Strichen beschriftet und enthüllten wenig, was Julian und Anna nicht schon wussten. Ein Warnhinweis, welcher zu Umsicht, Sorgfalt und Konsens bei sexuellen Handlungen mahnte, befand sich auf der unteren rechten Seite. “Nichts Neues für uns, oder?”, fragte er Anna. “Nicht wirklich.” Er blätterte noch einmal um und Anna schien direkt begeistert. “Jetzt wird’s endlich interessant.” Sie rutschte ein wenig auf Julians Oberschenkel vor. Die beiden Seiten des Flyers zeigten jetzt eine Grafik der weißen Bedienteile, die Nadine vorhin bei ihnen beiden für die Darmspülungen genutzt hatte. “CHT-Geräte” lautete die Überschrift. Auch hier war die Grafik wieder mit Strichen beschriftet, weitere Erklärungen folgten darunter. Gespannt folgten Julians Augen dem Text. Das Gerät verfügte über diverse Einstellungen. So konnten Wassermenge, Durchflussrate und die Dauer, bevor das Wasser wieder abgelassen wurde, eingestellt werden. Außerdem gab es die Möglichkeit, statt einer Spülung einen einfachen Einlauf durchzuführen, ohne dass der Ablaufschlauch angeschlossen werden musste und das Wasser abgelassen wurde. Laut Text kontrollierten diverse Sensoren für Wasserdruck und Temperatur, dass es bei der Benutzung zu keinen Verletzungen kommen konnte. Anna schien laut zu denken. “Wow, so ein Ding könnte ich zu Hause auch gut gebrauchen…” “Ich spare mir jetzt mal die Frage, wofür genau.” “Ach komm, als ob du dir das nicht denken könntest”, gab sie zurück und kratzte ihm spielerisch über die Schulter. Julian erschauderte und bekam Gänsehaut. Anna sah herunter zu ihm, wohl gespannt auf seine Reaktion. Er versuchte, sich möglichst nichts anmerken zu lassen, scheiterte aber kläglich, als er ihrem Blick nicht standhalten konnte und sich grinsend abwendete. Diese Runde Poker hatte er gegen sie verloren. Auf dass noch viele weitere folgen sollten. “Also…”, begann er, “wollen wir weiterschauen?” “Na und ob!” Anna rutschte auf Julians Oberschenkel kaum merklich vor und zurück, als er umblätterte. Es ging interessant weiter, denn auf den nächsten beiden Seiten waren die Badewanne und das Washlet genauer beschrieben. Für die Badewanne gab es eine kurze Anleitung, wie das Zubehör in Form diverser Toys zu benutzen war: Es sollte vor dem Baden in die Wanne geschraubt und eingeführt werden, danach konnten sie über Tasten am CHT-Gerät auf dem Wannenrand gesteuert werden. Als Funktionen waren Elektrostimulation, Vibration, eine Pump- und eine Stoßfunktion angegeben. Zudem konnte bei einigen Toys deren Temperatur über eine Heizfunktion eingestellt werden. Langsam aber sicher merkte Julian, wie ihm bei den Gedanken an die Möglichkeiten der ganzen Geräte warm im Unterleib wurde. Die Funktionalität übertraf sogar noch sein Kopfkino von vorhin. Auch Anna schienen die so sachlich wirkenden gedruckten Worte nicht ganz kalt zu lassen, sie rutschte mittlerweile rhythmisch auf Julians Schoß hin und her. Die Beschreibung des Washlet war weniger sexuell aufgeladen, allerdings brachten die Komfortfunktionen in Form der Intimdusche sicher auch ein paar Vorteile mit sich. “Hältst du es noch aus?”, fragte Julian. “Gerade noch so.” Anna biss sich auf die Unterlippe. “Schnell weiter, bevor ich mal ganz schnell ins Bad muss.” Julian brauchte eine Sekunde, um zu realisieren, dass sie damit nicht meinte, dass ihre Blase drückte, sondern sie eher ihren Gefühlen Luft verschaffen musste. Im nächsten Moment wunderte er sich über sich selbst, dass er pauschal immer noch so unschuldig von ihr dachte, verzichtete aber dann auch auf die rhetorische Frage, ob er sie dabei begleiten solle. Der Zeitpunkt würde sich bestimmt ergeben, wenn sie es nicht ohnehin von ihm einfordern würde. Schnell blätterte er um, um nicht von ihrer Lust mitgerissen zu werden. Als er den Inhalt der nächsten Doppelseite erblickte, wurde das aber auch für ihn immer schwerer. Unter der Überschrift “Freizeiteinrichtungen - Spielbereich” war wieder eine Computergrafik mit an Strichen gehefteten Beschreibungen gedruckt. Der Spielbereich war als zentraler Raum mit allerlei Utensilien, zum Teil medizinischer Natur, zum Teil mit eindeutigem BDSM-Bezug, dargestellt. Die einzelnen Möbel wie Untersuchungsliege, gynäkologischer Stuhl, Strafbock und andere waren vor einer Anordnung aus mit Polstern bezogenen länglichen Holzkästen aufgestellt, sodass sich der Eindruck einer Bühne mit Zuschauerrängen ergab. An der linken und rechten Wand des Hauptraumes waren gläserne Schiebetüren angedeutet, jeweils mit der Beschriftung “individuelle Spielräume mit einstellbarer Einsicht”. Spannendes Konzept, dachte sich Julian, als er nochmals diverse Warnhinweise auf den Seiten überflog, die der Nutzung dieser Räumlichkeiten Konsens, Rücksicht und die Nutzung von Safewords voraussetzen. Julian schaute zu Anna hoch und wartete auf eine Aussage von ihr, doch sie war damit beschäftigt, auf ihrem Zeigefinger herum zu beißen, also beließ er es dabei und blätterte nochmal um. Eine weitere Grafik, dieses Mal von der Dachterrasse, füllte die beiden Seiten. Der versprochene Pool füllte den Großteil des Daches, der Rest war von einer Art künstlicher Liegewiese, sowie einem Flachbau, der schlicht als “Penthouse” ausgewiesen war, belegt. Dieses Mal deutete nichts auf einen sexuellen Kontext hin, aber Julian war sich fast sicher, dass die Terrasse nicht nur zum Sonnenbaden und Bücher lesen genutzt werden würde. Noch einmal blätterte er um und merkte, dass er die letzten beiden Seiten der Broschüre erreicht hatte. Hier fehlten etwaige Grafiken, stattdessen war die Seite voll mit zusätzlichen Hinweisen. Sie beinhalteten Erinnerungen an Flüssigkeitsaufnahme, Nutzung von Gleitgel und erneut Hinweise zu Konsens und Verhältnismäßigkeit. Auch fand sich der Hinweis, dass Nacktheit und sexuelle Handlungen bei den Patient*innen durchweg erlaubt bis gewünscht war - auch im normalen Klinikalltag. Zu guter Letzt wünschte das Blättchen “einen angenehmen und erfüllten Aufenthalt”. Deren Definition von erfüllt scheint wörtlich gemeint zu sein, kam es Julian in den Sinn, als er die Broschüre wieder auf den Tisch segeln ließ. “Und jetzt?”, fragte er Anna, die immer noch unruhig auf seinem Schoß herum rutschte. “Ich sag’s, wie’s ist, ich könnte etwas Erleichterung gebrauchen.” Gerade wollte Julian ihr vorschlagen, einer von ihnen könne ja kurz ins Bad verschwinden, da schien sich der Gedankengang in Annas Kopf aber vollständig geformt zu haben. “Aber ich bin noch neugierig, was alles in den Schubladen da hinten auf uns wartet. Wollen wir kurz reinschauen?” Die großen Schubladen im gefliesten Teil des Zimmers hatte er ganz vergessen. “Gerne. Gut, dass du das sagst.” Anna erhob sich vorsichtig von seinem Schoß. Julian folgte. “Da scheint aber jemand nicht uninteressiert”, raunte sie ihm zu, als sie die Ausbuchtung seiner Jogginghose sah. “Sagt gerade die Richtige”, gab er zurück und fuhr in einer flinken Bewegung mit zwei Fingern über die Basis ihres Plugs. Über sich selbst verwundert zog er seine Hand zurück. War er das gerade gewesen? Hatte sie es geschafft, ihn dazu zu provozieren? Ihre Antwort fiel eindeutig aus. “Siehst du, es wird doch langsam. Vielleicht lasse ich dich ja nachher mit ins Bad.” Julian lief tiefrot an. Anna kicherte. “Wie süß”, kommentierte sie. “Keine Angst, ich sag’ dir schon, wenn ich genug davon hab.” Sie nahm ihn an die Hand und zog ihn an der Untersuchungsliege vorbei vor die Arbeitsfläche. “Dann wollen mal”, sprach sie erwartungsvoll und öffnete die oberste linke Schublade, auf deren Front das Wort “Diagnostik” eingeprägt war. Wie alle Schubladen verfügte auch diese hier passende Aussparungen für die Instrumente, die in ihr verstaut waren. Julian und Anna blickten auf ein buntes Sortiment aus medizinischen Messgeräten: Vom Blutdruckmessgerät über Stethoskop zu Pulsoximetern, silbern glänzenden Nervenrädern und natürlich diversen Thermometern blieb hier kein Wunsch offen. Julian kam der Inhalt vertraut vor, in diese Schublade hatte er vorhin schon einen Blick erhaschen können. Auch die beiden länglichen Sonden, die Nadine ihnen vorhin eingeführt hatte, waren vorhanden. Ungewöhnlich waren die Kegel und Stäbe mit Messskalen, die offenbar zur Messung von Tiefe und Dehnbarkeit der Körperöffnungen bestimmt waren. Einen der Kegel erkannte Julian ebenfalls wieder, er hatte vorhin schon in ihnen beiden gesteckt. “Fängt gut an”, meinte Anna und schloss die Schublade wieder, nur um die darunterliegende zu öffnen. Julian konnte ihren schnellen Bewegungen kaum folgen, so war er zu langsam, den Schriftzug auf dieser Schublade zu entziffern. Anhand des Inhalts ergab sich die Funktion der enthaltenen Gegenstände aber schnell: Vor ihm kamen jede Menge verschiedener Schläuche, Kunststoffrohre, Handgebläse und Silikonbeutel zum Vorschein. “Alles, um die Klismaphilie zu befriedigen”, bemerkte er. Anna sah ihn kurz verwirrt an, wahrscheinlich überrascht, dass er so tief in der Materie war, um solche Wörter zu kennen. “Anscheinend”, stimmte sie zu. Die enorme Auswahl an Darmrohren hatte es Julian besonders angetan. Von einfachen Modellen mit blauen Oliven aus Gummi über welche mit einem aufblasbaren Ballon bis zum klassischen Doppelballondarmrohr aus Latex war alles vertreten. Sogar verschiedene Klistierspritzen aus Glas und Kunststoff waren vorhanden. “Zu schade, dass wir die Plugs bis morgen tragen sollen”, bemerkte Anna gedankenverloren und schloss die Schublade wieder. “Freuen wir uns doch auf die Zeit danach.” Julian war halb in seinem Kopfkino versunken, als Anna die nächste Schublade mit der Aufschrift “Dilatoren” öffnete. Es kam genau das zum Vorschein, was draufstand: Dilatoren in allen Größen, ein vollständiger Satz aus Metall, sowie jeweils zwei mal drei Dilatoren aus Kunststoff mit einem Steckaufsatz, die eher zur Behandlung von Vaginismus gedacht zu sein schienen. In einer weiteren Aussparung fanden sich ein Haufen eingeschweißter Katheter, gleich darüber Fertigspritzen mit sterilem Gleitgel und Kunststoffspitzen. Beide ließen den Inhalt unkommentiert, lediglich ein Seufzen war aus Annas Richtung zu vernehmen. Sie schloss die Schublade wieder und wandte sich Julian zu. “Magst du die restlichen übernehmen? Ich glaube, ich explodiere gleich.” “Na gut, aber halt’ dich noch ein wenig zurück, ja?” “Ich versuche es”, erwiderte sie und krallte sich mit der rechten Hand in ihren linken Arm. Julian fing auf der rechten Seite der Kommode mit der untersten Schublade an. “Spekula” las er. Er zog die Schublade auf und sah erneut auf das, was er schon mehr oder weniger erwartet hatte. Spekula, Rektoskope und Anoskope in allen erdenklichen Bauweisen, aus Metall und durchsichtigem Kunststoff, lagen dort fein säuberlich sortiert. Ohne auf Anna zu warten, zog er die nächste Schublade auf. Er hatte nicht vor, sie weiter auf die Folter zu spannen. Diese Schublade enthielt wahrscheinlich alle Utensilien, die Anna jetzt gebraucht hätte. Verschieden geformte Vibratoren mit unterschiedlichen Funktionen aus weißem Silikon, sowie Unterdruckvibratoren und ein Magic Wand bildeten das Arsenal dieser Schublade. Damit aber auch Julian nicht zu kurz kommen sollte, wohl im wahrsten Sinne des Wortes, waren auch diverse Masturbatoren und Pumpen vorhanden. Verstohlen grinste er sie an. Anna wirkte zunehmend ein wenig verzweifelt, was sie dazu bewegte, schnell die Oberste der rechten Schubladen zu öffnen. Diese enthielt ein komplettes Sortiment an Plugs und Prostatastimulatoren, sowie verschiedene Varianten der vorhin schon eingesetzten Gleitmittelapplizierer. Sämtliche Gegenstände waren weiterhin einheitlich in weißem Silikon gehalten. Zwei Aussparungen waren leer und Julian folgerte, dass sich deren Inhalt aktuell in ihren Hinterausgängen befanden. “Puh”, machte Anna und schloss die drei Schubladen schnell wieder. “Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich brauche jetzt dringend eine Dusche und du kommst mit” “Sicher, dass…?” Weiter kam Julian nicht. “Keine Widerrede. Du hattest deinen Orgasmus heute schon, jetzt bin ich dran.” Julian realisierte, dass jeder Widerstand zwecklos war und ließ sich an der Hand mit ins Bad ziehen. Das alles passierte viel zu schnell, bevor Julian sich noch ausmalen konnte, was ihm jetzt bevorstehen würde. Ehe er es sich versah, landeten Annas Klamotten auf dem Rand der Badewanne und sie war hinter der gläsernen Trennwand der Dusche verschwunden. “Ich fang’ schonmal an, wenn dir das recht ist.” Das Geräusch von plätscherndem Wasser erfüllte den Raum. “Na klar, ich bin gleich da.” Julian beeilte sich, auch seine Klamotten loszuwerden. Um Nichts in der Welt wollte er die kommenden Minuten verpassen. Als er an der Trennwand vorbei glitt, versuchte er, es wie das Normalste der Welt erscheinen zu lassen, in dem kläglichen Versuch, seine Aufregung zu verbergen. Sein Körper gehorchte ihm nicht. Seine Finger zitterten, immer wieder jagte es ihm kalte Schauer über den Rücken. Die Gänsehaut auf seinen Armen war kaum zu übersehen. “Dir ist doch nicht etwa kalt?”, fragte Anna spöttisch. “Ganz sicher nicht.” Julian stellte sich zu ihr unter den Wasserstrahl und zuckte direkt wieder zurück. Zu warm. Vorsichtig hielt er seine Hände unter das Wasser, um sich an die Temperatur zu gewöhnen. Anna beobachtete ihn dabei. Als Julian sich dann langsam mit seinem ganzen Körper in den Wasserstrahl stellte, fuhr sie mit ihren Händen an seinen Flanken entlang. “Geht’s?” “Jetzt ja”, grinste er. Das schien Anna zu reichen. Sie strich sich eine Strähne ihrer mittlerweile durchnässten braunen Haare aus dem Gesicht, schnappte sich seine rechte Hand und führte sie an ihre rechte Pobacke. Dann schmiegte sie sich mit ihrem Körper an ihn, krallte sich mit ihrer linken Hand in seinen Rücken und fuhr mit der rechten zwischen ihre Beine. Julian konnte nicht sehen, wie sie sich berührte, er spürte nur ihren Handrücken rhythmisch gegen seinen Oberschenkel drücken. Er drehte sich ein wenig und versuchte, Anna anzusehen. Sie hatte ihre Augen geschlossen und stöhnte kaum Hörbar unter dem Plätschern des Wassers. Jegliche Worte schienen überflüssig zu sein, sie war voll und ganz von ihrer Lust eingenommen. Dazu kam, dass Julian das Schauspiel natürlich nicht kalt gelassen hatte und sein Penis sich mit höher werdendem Druck zwischen ihre beiden Körper schob. Er versuchte zu entspannen, sich von der Welle ihrer Gefühle mitreißen zu lassen. Jetzt schloss auch er die Augen und suchte mit der rechten Hand nach der Basis des Plugs in Annas Hintern. Schnell fand er ihn und griff das ankerförmige Toy mit Zeige- und Mittelfinger, sodass er es damit vor- und zurückbewegen konnte. Anna schien zu gefallen was er da tat, immer wieder seufzte sie hörbar. Julian war an dem Punkt angekommen, an dem er nicht mehr nachdachte. Vorsichtig zog er an Annas Plug, bis er den Widerstand ihres Schließmuskels überwand und nur noch zur Hälfte in ihr steckte. Anna stöhnte. “Genau so. Komm, gib’s mir”, war ihre eindeutige Aufforderung. Das ließ Julian sich nicht zweimal sagen und begann langsam damit, sie mit dem Plug zu ficken. Ihr Stöhnen wurde lauter, immer wieder verlangte sie nach mehr. Julian legte seinen linken Arm um sie und drückte sie noch fester an sich. Jeder Muskel in Annas Körper schien sich rhythmisch anzuspannen. Dann war sie anscheinend so weit. Ohne Vorwarnung versenkte sie ihre Zähne in Julians Schulter, was ihm ein Stöhnen entlockte und stellte sich auf ihre Zehenspitzen. Lautes, kehliges Stöhnen, begleitet von Zittern am ganzen Körper kündigte ihren Orgasmus an. Ihre Hand krallte sich noch einmal stärker in Julians Rücken und ihr Körper spannte sich derart heftig an, dass ihr Schließmuskel den Plug nun vollends herausdrückte. Sekundenlang verharrte Anna bewegungslos, bis sich ihr Kiefer langsam lockerte und der Griff ihrer linken Hand nachließ. Sie löste sich von Julian, trat einen kleinen Schritt zurück und strich sich erneut ihre Haare aus dem Gesicht. Sie seufzte zufrieden. “Sorry, vielleicht hätte ich dich vorwarnen sollen.” Vorsichtig strich sie über den Bissabdruck, der jetzt Julians linke Schulter zierte. “Das passt schon, damit komme ich klar.” Er grinste und hielt ihr den Plug vor das Gesicht. “Der wäre wohl quer durch das Bad geflogen, hätte ich ihn nicht festgehalten.” “Passiert manchmal, wenn ich es derart nötig habe.” Anna zuckte mit den Schultern und tat so, als wäre es das Normalste der Welt. Ihre gespielte Gleichgültigkeit hielt nicht lange. Sie grinste und küsste Julian unvermittelt auf den Mund. “Danke für deine Hilfe, du hast was gut bei mir.” “Jederzeit gerne wieder.” Julian blickte fragend auf das weiße Toy in seiner Hand. “Was machen wir denn jetzt damit?”, fragte er scheinheilig. “Den beförderst du nach dem Duschen wieder da hin, wo er hingehört. Nicht dass Nadine glaubt, ich würde ihren Anweisungen nicht nachkommen.” Anna zwinkerte ihm zu. “Sehr gerne.” Er legte den Plug an die Seite und begann damit, seiner Körperpflege nachzugehen. Er bedauerte ein wenig, dass er jetzt wohl nicht auf seine Kosten kommen würde, was aber nur ein kleiner Wermutstropfen im Vergleich zu der Extase, die Anna gerade erlebt hatte und zu der er beigetragen hatte, war. “Lass mich mal kurz deinen Rücken ansehen. Nicht, dass ich es eben übertrieben hab”, wies Anna Julian an. Er drehte sich um. “Nö, sieht gut aus. Ein paar nette Abdrücke, mehr nicht.” “Da bin ich ja beruhigt.” Er hatte sich doch kurz Sorgen darum gemacht, ob sie ihn blutig gekratzt hätte. Die Vorstellung, gleich am ersten Abend nach erster Hilfe fragen zu müssen, war ihm dann doch etwas peinlich. Unterdessen waren sie beide zu ihrer Duschroutine übergegangen. Es dauerte nicht lange, bis Anna Julian fragte, ob er fertig sei, woraufhin er nickte und sie das Wasser abdrehte. Beide stiegen aus der Dusche, und versorgten sich am Handtuchhalter. Als Anna fertig war und ihr Handtuch wieder über den Halter geschwungen hatte, drehte sie sich wieder zu Julian. “So. Zeit, dass ich wieder den Anweisungen unserer Ärztin entspreche.” Julian verstand. Er sammelte den Plug vom Boden der Dusche auf, desinfizierte ihn am Waschbecken und benetzte ihn mit Gleitgel. Als er mit dem vorbereiteten Toy zu Anna zurückkehrte, drehte sie sich bereitwillig um, stellte ein Bein auf den Rand der Badewanne und zog ihre Pobacken mit beiden Händen auseinander. Julian, der mit so viel Bereitwilligkeit nicht gerechnet hatte, beschloss, die Situation zu nutzen und es spielerisch angehen zu lassen. “Bitte schön locker lassen”, instruierte er mit ruhiger Stimme und ließ seinen Zeigefinger über den bereitwillig präsentierten Schließmuskel gleiten. Anna zuckte kurz, ließ aber schnell wieder locker. Julian setzte die Spitze des Plugs an Annas Poloch an und übte vorsichtig Druck auf die Basis aus. Sie ließ ein zufriedenes “Mhmm” von sich hören, während er den Plug Zentimeter um Zentimeter in sie schob. Als die dickste Stelle überwunden war, flutschte der Rest des Toys von ganz alleine bis zur Basis in sie. Julian zog noch einmal kurz an der Basis, um den ordnungsgemäßen Sitz zu kontrollieren, wäre ja nur zu schade, wenn er diese Prozedur wiederholen müsste. Anna stöhnte kurz und stellte sich wieder normal hin. “Du machst das gut, ich glaube, ich werde deine Dienste öfter in Anspruch nehmen müssen.” Julian antwortete mit einem Grinsen. “Brauchst du denn noch etwas?” “Nein, ich glaube, ich bin versorgt für den Abend.” Anna griff sich nochmal kurz an den Po und rückte den Plug zurecht, dann bedeutete sie Julian, sich mit dem Rücken zu ihr zu drehen und tat bei ihm das selbe. Sein Penis zuckte auffällig bei der Bewegung in seinem Enddarm. “So, jetzt sind wir beide versorgt”, meinte Anna und schnappte sich ihren Klamottenstapel vom Badewannenrand. Julian tat es ihr gleich, folgte ihr aus dem Bad und schaltete hinter sich das Licht aus. Verwirrt blieb er im Raum stehen, als er sah, dass Anna ihre Klamotten wieder in ihren Schrank räumte und keine Anstalten machte, sich wieder anzuziehen. Frech präsentierte sie dabei ihren Hintern, wohl wissend, dass Julian davon gerade den Blick nicht abwenden konnte. “W-willst du dich denn gar nicht wieder anziehen?”, stotterte er. “Ich habe keinen Grund dazu. Es sei denn, du hast ein Problem damit?” Mit den Worten war sie wieder auf Julian zugegangen und strich ihm lasziv mit einem Handrücken über seine Brust. Wie sehr sie das genießen musste, mit ihm zu spielen, schoss es Julian durch den Kopf. “Ganz und gar nicht”, brachte er heraus. “Vielleicht sollte ich selber auch…?” Er ließ seine Frage unbeantwortet im Raum stehen und legte seine Klamotten auf das Bett, welches weiter im Raum stand. “Na siehst du, ist doch gar nicht so schwer.” Anna wirkte zufrieden. “Ich würde mir jetzt ein wenig Zeit für mich nehmen, aber sag Bescheid, wenn du mich brauchst.” Julian versuchte etwas zu erwidern, aber Anna unterbrach ihn. “Und ja, das gilt auch für sexuelle Belange.” Julian räusperte sich und nickte. “Wäre es für dich okay, wenn wir heute Nacht noch in getrennten Betten schlafen?”, fragte er kleinlaut und ärgerte sich im nächsten Moment, die Frage laut ausgesprochen zu haben. Dabei war es ihm aktuell wirklich ein Bedürfnis, ein paar Stunden ohne Körperkontakt auszukommen. Nicht, dass er nicht wollte, aber er war nicht mehr an die Menge und Intensität gewöhnt. “Klar, kein Problem.” Anna schien sein Problem sogar zu verstehen, zumindest machte sie keinen verärgerten oder enttäuschten Eindruck über die Frage. “Danke. Für alles.” “Nicht dafür.” Julian machte Anstalten, Anna zu umarmen, sie ließ ihn bereitwillig an sich heran und drückte ihm noch einen zärtlichen Kuss auf die Stirn. Dann lösten sie sich voneinander. Julian machte es sich auf dem Bett, auf dem er eben noch seine Klamotten abgelegt hatte, bequem und fischte sein Handy aus der dort liegenden Jogginghose. “Ich stelle uns einen Wecker auf 7 Uhr, wenn dir das Recht ist?” “Klar, dann haben wir noch etwas Zeit, bevor Nadine kommt.” “Genau daran hatte ich gedacht”, stimmte Julian zu und stellte die Weckzeit ein. Anna hatte währenddessen ein Buch aus ihrem Schrank gekramt, das Licht gedimmt und sich in Richtung Sitzecke begeben.