Rehabiltationsmaßnahme

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Julian, der vorausgegangen war, öffnete die Tür zu ihrem Zimmer und trat ein, dicht gefolgt von Anna. Nichts hatte sich auf den ersten Blick verändert, der anthrazitfarbene Raumtrenner war immer noch vorhanden. Zielstrebig ging Julian auf das Bett an der Fensterfront zu und setzte sich. Er atmete tief durch und gab ein “Puh” von sich. Im nächsten Moment sah er auf und eine freundlich dreinblickende Anna stand vor ihm. "Na, wie war das für dich?”, fragte sie sehr direkt. “Ungewohnt”, brachte Julian hervor, ohne sich darüber Gedanken zu machen, aus welcher Motivation heraus sie fragte. “Und vielleicht etwas peinlich”, fügte er hinzu. Anna setzte sich neben ihn aufs Bett. “Aber scheinbar nicht unangenehm?”, bohrte sie nach. “Nicht wirklich, nein”, antwortete er wahrheitsgemäß. “Was ist das für eine Klinik?” “Ich weiß es nicht so richtig, aber meine überweisende Ärztin hat ein paar sehr ominöse Andeutungen gemacht, als sie meinte, dass die Klinik hier genau das Richtige für mich wäre.” “Wie kam das denn?”, fragte Julian. “Nunja, du hast ja mitbekommen, dass ich Endometriose habe und kürzlich operiert worden bin.” In der Tat waren Julian die zwei kleinen frischen Narben an ihrem Unterleib eben im Behandlungsraum nicht entgangen. “Ich habe ihr erzählt, dass mich die Krankheit in vielerlei Hinsicht beeinträchtigt, vor allem mein Sexualleben. Das scheint der auslösende Satz gewesen zu sein, warum sie mich zur Reha hierhin überwiesen hat. Hat man dir denn was gesagt?” “Kein einziges Wort.” “Naja, dann haben wir wohl noch eine ganze Menge vor uns”, versuchte Anna das Gespräch aufzulockern, aber Julian merkte schon wieder, wie sein Herz schneller schlug. Eine ganze Menge. Eine ganze Menge von was? Und was war das mit dem Sexualleben? Und dann er mit ihr in einem Zimmer für die nächsten vier Wochen? Würde das heißen, dass die Klinik es darauf anlegt, dass sie beide sexuellen Kontakt pflegen würden? Das wäre ein wahrlich interessantes Konzept, würde aber auch die Verschwiegenheit zum Behandlungsablauf erklären. “Scheint so”, antwortete er nebenbei, tief in Gedanken. “Hey, alles okay mit dir?” Anna sah etwas besorgt zu ihm herüber. “Ja, alles gut, ich denke nur manchmal etwas zu viel nach”, antwortete Julian und musste kurz grinsen. “Na, wenn das so ist. Ich werde jetzt auf jeden Fall mein Zeug fertig einräumen und mir dann etwas Bequemeres anziehen.” Anna erhob sich vom Bett und widmete sich dann wieder dem Inhalt ihrer halb ausgeräumten Umhängetasche, die neben ihrem Schrank stand und ließ Julian etwas verwirrt um den Eindruck, den er gerade auf sie machte, zurück. Er blieb noch einige Minuten auf dem Bett sitzen, bis er wieder etwas Selbstvertrauen fasste und ebenfalls zu seinem Schrank ging, um sich eine Jogginghose und ein anderes Shirt zu organisieren. Dieses Mal schaffte er es, ein Gespräch mit Anna zu initiieren. Es war nur ein wenig Smalltalk, aber es half ihm bedeutend, die Distanz zu ihr etwas abzubauen. Anna hatte eine sehr offene Art, ihre Gefühle zu zeigen, sowohl verbal, als auch nonverbal, was Julian als sehr angenehm empfand. Im Laufe des Gesprächs schien sie ebenfalls langsam Vertrauen zu ihm und ihrer Situation zu fassen. Besonders interessiert schien sie an seiner Krankheitsgeschichte und daran, wie viele verschiedene Ärzte und Ärztinnen in letzter Zeit diverse Untersuchungen an Julians Hintern durchgeführt hatten - es waren tatsächlich einige gewesen. Er gab sich dahingehend offen und sah das Thema wiederum als Bestätigung seiner vorherigen These, dass sie beide gewisse Neigungen teilten. Auch erfuhr er, dass Anna wohl recht promisk unterwegs war, immer wieder kleinere Liebschaften gehabt hatte, diese aber durch ihren gesundheitlichen Zustand in den letzten Monaten zum Erliegen gekommen waren, sodass sie sich in einer ähnlichen Phase zwischen einzelnen Beziehungen befand wie er selbst. Das Gespräch verlief für beide interessant - so interessant, dass sie fast die Zeit vergaßen. Um zwanzig nach vier sah Julian beiläufig auf sein Handy. Sie hatten sich beide noch nicht umgezogen. “Ich kann kurz raus auf den Flur gehen, wenn du magst”, bot Julian der Höflichkeit halber an. “Ach Quatsch, du hast mich eben nackt gesehen, da ist Umziehen gar kein Problem für mich.” “Na gut”, antwortete Julian mit Unschuldsmiene und begann, sein Shirt auszuziehen. Als er sich gerade seine Hose ausgezogen und, nur noch mit seinen Shorts bekleidet, wieder aufgerichtet hatte, spürte er eine Hand auf seiner Hüfte. Er hatte sich zum Umziehen von Anna weggedreht und so nicht mitbekommen, was sie in der Zwischenzeit veranstaltet hatte. “Ist das okay für dich?”, fragte sie leise. Sie musste nah hinter ihm stehen, er konnte ihre Körperwärme spüren. “Ja klar”, sagte Julian und drehte sich um. Annas Hand glitt bei der Bewegung von einer Seite seiner Taille auf die andere. Sie stand direkt vor ihm, nur in einem schwarzen BH und einem schwarzen Slip. “Es fühlt sich gerade irgendwie richtig an”, meinte sie, trat an ihn heran, legte ihre Arme um seinen Körper und schmiegte sich an ihn. Julian erwiderte die Umarmung beinahe sofort. Annas weiche Haut auf seiner eigenen fühlte sich wunderbar angenehm an, ihre Bewegungen hatten etwas sehr Liebevolles an sich. Er schob alle Zweifel und Bedenken seinerseits an die Seite, schloss die Augen und ließ die Welt um sich herum einfach nur passieren. Er empfand eine tiefe Zufriedenheit bei dem Gedanken daran, dass sie ihn einfach so ohne Weiteres akzeptierte, mehr noch: Ihn offensichtlich aufrichtig mochte. Und das, obwohl sie sich noch nicht einmal 2 Stunden kannten. Irgendetwas zwischen ihnen beiden stimmte definitiv, Julian fühlte das ebenfalls. Anna löste sich zuerst aus der Umarmung, beließ ihre Hände auf Julians Taille und lächelte ihn zaghaft an. “Das war schön, das müssen wir nachher nochmal machen.” “Gerne”, antwortete er. “Aber wir sollten uns jetzt wirklich was anziehen.” Sie grinsten sich an und lösten sich voneinander. Keine Minute später saßen beide wieder nebeneinander auf dem Bett und tauschten sich über die Vorteile von Jogginghosen aus. Julian war dabei bemüht, sein Grinsen zu unterdrücken. In seinen mittlerweile 25 Jahren Lebenszeit hatte er viel Gelegenheit gehabt, anderen Menschen gegenüber misstrauisch zu werden, aber bei bedingungsloser Zuneigung ihm gegenüber wurde er immer noch schnell schwach. Anna konnte das nicht wissen, aber sie hatte ihn genau an der richtigen Stelle seiner Gefühlswelt getroffen.

An der Zimmertür war ein dumpfes Klopfen zu vernehmen. Kaum war es vorbei, öffnete sich die Tür und eine junge Frau trat herein. Auf den ersten Blick musste sie etwas größer und vielleicht etwas älter als Julian sein. Sie hatte lange blonde Haare mit einigen farbenfroh gefärbten Strähnchen, die sie offen trug und eine recht schlanke Figur mit etwas mehr Oberweite als Anna. Sie trug, wie schon der Stationsarzt vorhin, einen weißen Kittel, im rechten Arm hielt sie ein Tablet. “Hallo ihr beiden, ich bin Nadine, eure Bezugsschwester”, stellte sie sich vor. “Wie ich sehe, kommt ihr ja schon super miteinander zurecht.” Nadine hatte eine helle, angenehme Stimme und legte ein ziemlich ordentliches Tempo beim Sprechen an den Tag, an das sich Julian kurz gewöhnen musste. Anna und Julian unterdrückten beide ein Grinsen um die soeben getroffene Aussage. “Lasst uns kurz zusammen setzen, dann kann ich mit euch besprechen, was in den nächsten Tagen alles passieren wird.” Endlich ein Ende der Geheimniskrämerei, dachte sich Julian in der Hoffnung, endlich Antworten auf seine ganzen Fragen zu bekommen. Nadine ging zur Sitzgruppe herüber, setzte sich, schlug die Beine übereinander und legte das Tablet darauf ab. Julian und Anna erhoben sich vom Bett und setzten sich zu ihr. “Ich muss mich zuerst bei euch um die ganze Verschwiegenheit entschuldigen, aber viele unserer Praktiken hier sind gesellschaftlich nicht unbedingt besonders akzeptiert”, begann sie. “Wir möchten gleichermaßen eine angemessene Umgebung zur Genesung bieten, als auch unsere Patientinnen und Patienten dazu ermutigen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Sexualität frei auszuleben.” Der Satz wirkte auf Julian auswendig gelernt, aber er begriff die Bedeutung dahinter. Worauf genau die junge Krankenschwester hinaus wollte, verstand er aber nur ansatzweise, so kam es ihm vor. Allmählich beschlich ihn das Gefühl, dass er sich die ganzen Andeutungen sexueller Natur doch nicht nur eingebildet hatte. “Wie euch schon gesagt wurde, haben wir dafür gesorgt, dass euch beiden diese Umgebung zur Verfügung steht. Solltet ihr euch trotzdem irgendwie unsicher fühlen oder andere Wünsche haben, sagt mir einfach Bescheid.” Nadine sah von ihrem Tablet kurz hoch in die Runde. “So, das war der formelle Teil, ab jetzt wird’s etwas entspannter”, sagte sie und lächelte. “Wir drei werden in den nächsten zwei Tagen erst einmal jede Menge Zeit verbringen, damit wir uns aneinander gewöhnen können, danach nehmt ihr am normalen Klinikalltag teil. Dazu sage ich euch dann aber morgen mehr. Heute gehen wir die wichtigsten medizinischen Maßnahmen in der Klinik durch, morgen gehen wir dann etwas mehr ins Detail dabei und schauen das Freizeitangebot an.” Freizeitangebot? So viel Zeit, nur um sich den Pool anzuschauen? Nein, da musste noch wesentlich mehr dahinter stecken, als sich Julian jetzt gerade ausmalen konnte. “Zwei Dinge noch: Ihr habt beide angegeben, dass ihr euch eine nadelfreie Behandlung wünscht?” Julians Herz schlug augenblicklich schneller. Vor medizinischen Nadeln hatte er seit er denken konnte, panische Angst - umso erleichterter war er gewesen, als er ebenjenes Feld zum Ankreuzen auf dem Fragebogen für die Klinik gefunden hatte. Er nickte hastig, Anna gab neben ihm ein “Mhm” von sich. “Ich kann euch versichern, dass wir das auch jederzeit einhalten werden”, fuhr Nadine fort. “Es sei denn, ihr wünscht es euch explizit anders.” Julian fiel ein Stein vom Herzen. Dieser Satz gab ihm eine Menge Sicherheit und Selbstvertrauen zurück. Anna schien Ähnliches zu empfinden, die Anspannung fiel sichtlich von ihr ab. “Die andere Sache betrifft die Klinik selber. Falls ihr euch gewundert habt, dass ihr hier scheinbar die einzigen seid, dann war das, damit ihr euch nicht verunsichert fühlt. Montag nachmittags bleiben alle auf ihren Zimmern, um es den Neuankömmlingen einfacher zu machen, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.” Julian wusste nicht so recht, ob ihn jetzt mehr verunsicherte, niemanden gesehen zu haben oder ob es mit anderen Menschen weniger befremdlich gewesen wäre. Auch hier würde es bestimmt gute Gründe für die Lösung der Klinik geben, dachte er sich.

“Wie dem auch sei.” Nadine klappte das Tablet zu und legte es auf den Tisch. “Ich würde jetzt gerne mit euch anfangen. Zuerst gehen wir ‘rüber ins Behandlungszimmer, dort gibt’s für euch eine Intimrasur und eine Darmspülung, um euch auf das restliche Programm vorzubereiten. Danach zeige ich euch die Vorteile und Eigenheiten dieses Zimmers hier. Alles okay soweit?” Eine Darmspülung als Vorbereitung? Was mochte da noch folgen, immerhin waren sie beide ja schon untersucht worden? Julian wurde bei dem Gedanken auf das Bevorstehende etwas mulmig zumute, aber ein Teil von ihm hatte Blut geleckt und war neugierig geworden. Nachdem es keine Widerworte gab, stand Nadine auf. “Dann lasst uns loslegen.” Sie ging in Richtung Tür, Anna und Julian folgten ihr.

Das Behandlungszimmer lag auf dem Flur direkt gegenüber dem ihren. Es unterschied sich jedoch grundsätzlich von allem, was Julian bisher so gesehen hatte. Die Größe zu ihrem Zimmer war identisch, der Boden aber war weiß gefliest. An der von der Tür aus rechten Wand standen nebeneinander vier gynäkologische Stühle mit gelben Polsterflächen, jeweils verbunden durch silberne Ablageflächen aus Metall und darunterliegenden Schubladen, irgendeinem Bedienteil mit weißer Kunststoffblende und verschiedenen Knöpfen, sowie diversen runden Anschlüssen. Diese Dinger erinnerten Julian unweigerlich an seinen letzten Zahnarztbesuch, auch wenn ihre Funktion hier sicher eine andere sein würde.

Anders als der Stuhl im Arztzimmer wiesen diese hier Armlehnen und schwarze Klettfesseln zum Fixieren verschiedener Körperteile der Patient*innen auf. Von der Decke hingen vier bewegliche OP-Lichter im Miniformat für die entsprechenden Stühle. Auf der linken Seite befand sich ein L-förmiger Zusammenschluss aus einer Menge weißer Schränke mit aufgesetzter Arbeitsfläche und einem Waschbecken auf dieser. Davor stand ein typischer, ebenfalls mit gelben Polsterflächen versehener Rollsessel. Die Fensterfront an der Stirnseite des Raumes war hier nicht bodentief ausgeführt, sondern auf gewohnter Höhe. Davor befanden sich, ebenfalls nebeneinander aufgestellt, zwei Behandlungsliegen mit eigenwillig unterteilt wirkenden, hellblauen Polstern. Ansonsten wirkte der Raum steril wie ein Op-Saal, lediglich das Licht war in seiner Farbe wesentlich wärmer und dadurch um einiges angenehmer. Julian blieb einen Moment im Türrahmen stehen, um den gesamten Inhalt des Raumes zu erfassen. Einzelbehandlungen schienen hier auf jeden Fall eher selten statt zu finden.

“Macht euch bitte untenrum frei, die Klamotten könnt ihr hier auf der Arbeitsfläche ablegen.” Nadine hatte sich geschäftig daran gemacht, zwei der Mini-Op-Lichter einzuschalten und sie auszurichten. Dann tat sie ein paar Schritte auf die Schränke zu und öffnete eine Schublade, zog ein paar Dinge heraus und schloss sie wieder. Julian, der dank der Jogginghose dieses Mal wesentlich schneller mit dem Ausziehen gewesen war, schielte kurz auf die Arbeitsfläche und machte ein paar Einwegrasierer, diverse Kunststoffrohre und zwei undefinierbare, längliche weiße Gegenstände aus. “Setzt euch beide bitte auf die Stühle, ich bin gleich bei euch”, sagte Nadine beiläufig, während sie mit den Gegenständen aus der Schublade hantierte.

Obwohl die Atmosphäre im Raum entspannt und recht ungezwungen schien, hatte Julian immer noch Probleme damit, Reste seines Schamgefühls beiseite zu räumen. So nahm er sein Umgebung weiterhin in einem leichten Tunnelblick wahr, als er erneut die metallene Aufstiegshilfe des gynäkologischen Stuhls nutzte, um sich darauf zu setzen. Erst als er in Position war, bemerkte er, dass Anna sich dieses Mal mehr Zeit gelassen hatte und ihn in den letzten Sekunden eingehend beobachtet haben musste. Als sich ihre Blicke trafen, wandte sie sich reflexartig ab und setzte sich auf den Stuhl neben Julian. Es war eine winzige Interaktion, aber doch war sie nicht unbedeutend. Julian musste innerlich kurz schmunzeln, da Anna, obwohl sie einiges an Selbstsicherheit ausstrahlte, scheinbar auch noch nicht völlig komfortabel mit der Situation war. Paradoxerweise gab es Julian eine gewisse Sicherheit, zu wissen, dass er nicht der Einzige war, der noch Scham und Unsicherheit empfand.

Nadine drehte sich von der Arbeitsfläche um und kam zu ihnen herüber. Sie legte zwei der Einwegrasierer und eine Dose Rasierschaum auf der Metallfläche zwischen den beiden Stühlen ab, drehte sich um, um den Rollsessel in Position zu bringen und setzte sich. “Julian, ich fange bei dir an, wenns recht ist. Wenn dir etwas unangenehm ist, sag mir das bitte.” Julian durchzuckte ein kleiner Adrenalinstoß. Bisher hatte ihn noch niemand anderes als er selbst im Intimbereich rasiert. Er beruhigte sich mit dem Gedanken, dass Nadine das sicherlich nicht zum ersten Mal machen würde und eine gewisse Routine dabei haben müsste. Nicht, dass er ihr nicht vertraute. Aber andere Menschen mit scharfen Gegenständen an seine empfindsamsten Stellen zu lassen, bedurfte einer gewissen Überwindung. Er schätzte sich glücklich, dass ihm seine Position im gynäkologischen Stuhl die Überwindung insofern nahm, dass er sich nicht aktiv bewegen musste. So konnte er das Prozedere einfach geschehen lassen und währenddessen oder danach noch entscheiden, wie angenehm er es empfinden würde.

Nadine hatte sich weiße Latexhandschuhe übergestreift, die sie aus einer der Schubladen unterhalb der Ablagefläche zwischen den gynäkologischen Stühlen gezogen hatte und inspizierte jetzt Julians Intimregion. Dazu zog sie einige seiner Hautpartien auseinander, schob seinen Hodensack und Penis beiseite und drückte ihn wieder nach unten, um einzelne Härchen zu erkennen. Nadines Berührungen empfand Julian als angenehm, sie hatte warme Hände und war ebenfalls sehr vorsichtig. Er atmete tief durch. “Das wird schnell gehen, du scheinst dich einigermaßen vorbereitet zu haben.” “Habe ich nicht”, brachte er überrascht heraus. “Ich meine… nicht absichtlich.” “Oh, dann ist das wohl ein glücklicher Zufall”, meinte Nadine in einem vielsagenden Ton. Was sie wohl von ihm dachte? Wahrscheinlich würde er das noch früh genug herausfinden. “Das wird jetzt kurz kalt.” Der Satz holte Julian wieder ins Hier und Jetzt zurück. Schon spürte er, wie Nadine den kühlen Rasierschaum auf seiner Haut verteilte und direkt damit anfing, mit dem Rasierer über die Stellen zu fahren. Bei den ersten paar Berührungen zuckte Julian noch leicht zurück, zu ungewohnt war die Sensation der von einer fremden Hand bewegten Klinge auf seiner Haut. Nach wenigen Sekunden hatte er sich daran gewöhnt und bemerkte, wie er seine Beckenbodenmuskulatur lockerte. Dass Nadine das höchstwahrscheinlich bemerkt hatte, war ihm überraschend egal. So plötzlich das Ganze angefangen hatte, so schnell war es auch wieder vorbei: Nadine hatte keine Minute gebraucht, um ihn von seinen letzten Härchen zu befreien. “Das war es schon fast, einen Moment noch.” Nadine stand auf und ging zum Waschbecken. Man hörte Wasser fließen, kurz darauf kam sie auch schon wieder zurück, in der Hand einen Waschlappen. Ohne sich wieder zu setzen, wischte Nadine die letzten Reste Rasierschaum von Julians Haut. Der raue Stoff führte schnell dazu, dass sich Julians Halbmast wieder zurück meldete. Zum Glück blieb es erst einmal dabei. “Okay, jetzt zu dir.” Nadine legte den Waschlappen auf die Ablagefläche, setzte sich wieder und wandte sich Anna zu.

Durch die Anordnung der gynäkologischen Stühle befanden sich Julians und Annas Kopf auf derselben Höhe. Julian zwang sich, sich nicht zu ihr herüber zu drehen, er wollte nach wie vor nicht so wirken, als würde er ihre Privatsphäre nicht respektieren, auch wenn das Design des Behandlungszimmers eindeutig nicht darauf ausgerichtet war. “Na, das wird auch nicht lange dauern”, hörte Julian Nadine sagen und nahm sogleich das Sprühgeräusch der Rasierschaumdose wahr. Anna seufzte leise, ein Geräusch, welches Julian so vorhin schon einmal gehört hatte. Eine halbe Minute herrschte eine konzentrierte Stille, lediglich unterbrochen von dem leisen Geräusch des Rasierers auf Annas Haut. Dann sah er auch schon, wie Nadine aufstand, die Sachen von der Ablagefläche zur gegenüberliegenden Arbeitsfläche mitnahm und mit den Rohren, sowie den zwei weißen Plastikinstrumenten wiederkam.

Sie legte alles außer eines der weißen Dinger auf der Ablagefläche ab, setzte sich auf den Sessel und rollte ein wenig zurück, so dass Anna und Julian sie beide gut sehen konnten. “Da das hier eure erste Darmspülung bei uns ist, erkläre ich euch kurz, wie sie funktioniert.” Sie hielt das Plastikding waagerecht vor sich. Es war vielleicht zehn Zentimeter lang, hatte eine konisch geformte Spitze, in der Mitte eine Verjüngung und am Ende einen größeren und einen kleineren Anschluss, welcher in einem flachen Winkel von dem Gerät abstand, für die Gummirohre, wie es schien. Den Durchmesser des Instruments schätzte Julian auf maximal drei Zentimeter. “Das ist ein Spekulum, so eins führe ich euch Beiden gleich ein. Die Verjüngung hier in der Mitte sorgt dafür, dass es nicht herausrutscht” Aus dem größeren Anschluss zog Nadine ein Teil des Instruments heraus, wodurch die konisch geformte Spitze verschwand und das Instrument vollständig hohl wurde. “Ich schließe dann jeweils Röhre für Zu- und Ablauf an, den Rest erledigt dann diese kleine Maschine hier.” Nadine zeigte auf das Bedienteil unterhalb der Ablagefläche. “Ihr werdet erst mit einer bestimmten Menge warmen Wasser aufgefüllt, welches dann automatisch wieder abgelassen wird. Das geht ein paar Mal so und dann seid ihr für mindestens zwölf Stunden sauber. Bei dem, was in den nächsten vier Wochen hier passiert, wird das ein paar Male nötig sein. Alles klar?” Julian nickte, Anna schien es ihm gleich zu tun. “Gut, dann fangen wir an. Die Spülung läuft wie gesagt automatisch ab und dauert etwa zehn Minuten. Ich werde so lange bei euch bleiben, falls etwas nicht in Ordnung sein sollte.” Julians Gefühle zeigten sich etwas ambivalent dem gegenüber, dass er bei einer so intimen Prozedur beobachtet werden würde. Immerhin musste er aufgrund seiner Position nicht mit ansehen, was alles aus ihm herausgespült werden würde, was die Situation etwas weniger peinlich machte. Nadine baute das Spekulum wieder zusammen, legte es ab und öffnete erneut die Schublade zwischen Julian und Anna. Sie holte eine Flasche Gleitgel heraus und stellte diese auf die Ablage. Julians Herz schlug schneller. Wider Willen schaute er doch kurz zu Anna herüber. Sie sah an die Decke, schien aber leicht errötet zu sein. Was wohl gerade durch ihren Kopf gehen würde? Julian kam nicht dazu, den Gedanken weiter zu spinnen, als er das Geräusch der sich öffnenden Flasche Gleitgel vernahm. “Das ist noch einmal ein bisschen kalt”, sagte Nadine geschäftig und schon fühlte er einen Finger mit kühlem Gleitgel an seinem Schließmuskel. Nadines Finger überwand den Widerstand schnell, tastete ein wenig in seinem Hintern herum, um das Gleitgel zu verteilen und zog sich dann wieder zurück. Das Plastikspekulum folgte beinahe ohne Unterbrechung. Nadine drückte es sanft gegen seinen Schließmuskel, viel vorsichtiger, als er das bisher bei anderen Behandlungen erlebt hatte. Sein Schließmuskel gab nur langsam nach, was Nadine dazu veranlasste das Instrument an seinem Eingang ein wenig zu drehen, vorsichtig vor- und zurück zu bewegen, bis es zur Hälfte in ihm verschwand. Die Bewegungen hatten eine wohlige Wärme in Julians Unterleib strömen lassen und ohne es zu merken, hatte er die Augen geschlossen. Er nahm noch kleinere Bewegungen des Instruments in sich wahr, wahrscheinlich war Nadine gerade dabei, die Rohre daran zu befestigen. Langsam öffnete er wieder die Augen und sah als erstes seinen Penis, dem die Situation offenbar sehr gut gefiel und infolgedessen in hohem Winkel von ihm abstand. Nadine hatte gerade die kleinere Zuleitung befestigt und war somit offenbar fertig mit ihm. Sie sah auf, schaute ihm kurz ins Gesicht und grinste ihn kaum merklich an. Ihr Gesicht brachte ein Unverwechselbares “wie schön, dass dich das anmacht” zum Ausdruck, Julian schoss sofort die Schamesröte ins Gesicht. Da hatte sich Nadine allerdings schon Anna zugewandt. “Vorsicht, es wird kurz kalt”, hörte Julian noch und erwartete weiterhin eine gespannte Stille. Doch diese war nach wenigen Sekunden zu Ende, als Anna hörbar stöhnte. Nicht aus Schmerz oder weil es ihr unangenehm war. Nein, dieses Geräusch war eindeutig lustvoller Natur. Julian merkte, wie sein Ständer zuckte. Das Stöhnen fügte der Situation eine sexuelle Spannung hinzu, die er weder beschreiben konnte, noch jemals erlebt hatte. Obwohl Julian nur an die karge Decke starrte, raste sein Kopfkino. Er malte sich aus, wie attraktiv der Ausblick von Nadine aus gesehen wohl sein mochte: Zwei nebeneinander aufgespreizte Menschen, beide mit jeweils zwei Schläuchen im Po, bereit, um abgefüllt zu werden. Eine wunderschöne Vorstellung, ganz nach Julians Geschmack.

Nadine schien bei Anna schneller fertig zu sein, als bei ihm, zumindest kam es Julian so vor. “So, es geht los.” Die Maschine zwischen den Beiden piepte einmal und das Geräusch einer laufenden Pumpe war zu vernehmen. “Versucht euch zu entspannen und tief zu atmen.” Diesen Hinweis hätte Julian nicht gebraucht, er spürte bereits, wie sich eine wohlige Wärme in seinem Unterleib breit machte. Er hörte Anna neben sich tief und langsam atmen. Zur Hölle damit, dachte er, um sich einen Ruck zu geben. Es würde garantiert nicht das letzte Mal sein, dass sie hier so liegen würden, also warum nicht jetzt schon die Tabus beiseite räumen. Er drehte seinen Kopf und sah herüber zu Anna. Sie sah tiefenentspannt aus. Ihre Brustwarzen hatten sich aufgestellt und waren durch den Stoff ihres T-Shirts sichtbar. Auf ihren Lippen lag ein ganz leichtes Lächeln. Sie musste Julians Bewegung mitbekommen haben, auch sie drehte jetzt ihren Kopf und blinzelte Julian zu. Julians Kopfkino schlug Purzelbäume. Er versuchte, das Lächeln zu erwidern, schaute wieder an die Decke und ließ einen kleinen Seufzer entweichen. Er merkte, wie der Druck in seinem Darm langsam stieg. Noch herrschte in ihm eher das Gefühl des ausgefüllt Seins, als des Unbehagens vor, das würde aber wahrscheinlich nicht mehr lange so sein. Als hätte die Machine seine Gedanken gelesen, hörte er das “Klack” eines Ventils und der Druck in ihm nahm augenblicklich ab, als er fühlte, dass das Wasser wieder aus ihm heraus floss. Zwei weitere Male wurden sie beide von der Maschine wieder mit Wasser gefüllt, bis die Konsole zwei Mal piepte und damit offenbar das Ende des Programms bestätigte. Nadine hatte sie abwechselnd beobachtet, aber keine weiteren Anstalten gemacht, in das Geschehen eingreifen. Julians Ständer war nach wie vor vorhanden und ein kleiner Lusttropfen hatte sich an seiner Spitze gebildet. Obwohl Julian so etwas sonst unglaublich peinlich war, nahm er es in diesem Moment als gegebenen Umstand hin.

“Sehr schön.” Nadine wurde von einem Stöhnen von Anna unterbrochen, als sie das Spülgerät aus ihr heraus zog. “Wir sind hier schon fast fertig.” Julian spürte, wie das Gerät in seinem Hintern langsam herausgezogen wurde. Er versuchte, sich zu entspannen, zog seinen Schließmuskel aber kurz unwillkürlich zusammen, was ihm einen kalten Schauer über den Rücken fahren ließ und er ein Stöhnen unterdrücken musste. Nadine ging zur Arbeitsfläche und deponierte die benutzten Utensilien in einem der Schränke; dieser verfügte über einen in der Tür eingebauten gelben Plastikeimer.

“Ich rechne damit, dass ihr irgendwann Sex miteinander haben werdet, also bin ich in der Verantwortung, euch Verhütungsmittel zur Verfügung zu stellen”, führte Nadine aus, während sie schon wieder in einem anderen Schrank kramte. Wie selbstverständlich sie das gesagt hatte. Aber sie hatte ja schon vorher angedeutet, dass sexuelle Kontake in dieser Einrichtung der Norm entsprächen. Tatsächlich konnte Julian sich das mit Anna aber durchaus vorstellen, nachdem sie sich vorhin auf dem Zimmer schon so nah gekommen waren. Nadine kam mit einer Reihe Zäpfchen und einer Spritze mit einer etwa zehn Zentimeter langen, flexiblen Kunststoffkanüle, die mit einer weißen Flüssigkeit gefüllt war, zurück. “Für die Frauen gibt es Hormonzäpfchen, für die Männer ein Spermizid, welches in den Samenleiter eingebracht wird und nach etwa zwei Monaten seine Wirkung wieder verliert. Um wirklich sicher zu gehen und auch im Hinblick darauf, dass ihr nicht allein in der Klinik seid, würde ich euch beiden empfehlen, zu verhüten. Ihr müsst es aber nicht, wenn ihr nicht wollt.” Anna meldete sich zuerst zu Wort: “Ich bin auf jeden Fall dabei.” Julian war über ihre Aussage nicht überrascht, aber hatte mit einem indirekten Geständnis ihrerseits, dass sie sexuell an ihm interessiert war, nicht direkt gerechnet. “Okay. Julian, du auch?” “Jep, ich auch.” Seine Stimme war etwas belegt durch das tiefe Atmen von vorhin. “Gut, wir fangen gleich an. Anna, gehst du bitte ‘rüber zur Arbeitsfläche und beugst dich darüber? Julian, du kannst hier erst einmal so liegen bleiben.” Anna kletterte von ihrem Stuhl herunter und tat wie ihr geheißen. Sie stand jetzt genau gegenüber von Julian, sodass er alles sehen konnte. Er schwor sich, bei nächster Gelegenheit einen Besen zu futtern, sollte er herausfinden, dass Anna sich völlig zufällig so vor ihm positioniert hatte, wo ihr doch die gesamte Breite der Arbeitsfläche zur Verfügung gestanden hatte. Nadine packte eins der Zäpfchen aus und bestrich es mit ein wenig Gleitgel, dann ging sie zu der sich mit ihren Ellenbogen auf der Arbeitsfläche abstützenden Anna herüber. “Eine Dosis täglich reicht aus”, meinte Nadine an Julian gerichtet. “Am besten gleich morgens.” Ob er das als nicht so subtilen Hinweis interpretieren sollte, dass er Annas Behandlung die nächsten Male übernehmen sollte? “Stell dich breitbeinig hin und spreiz’ dich.” Die Aufforderung war beinahe obszön, jedoch hatte Nadine keinen befehlenden Ton oder etwas in der Richtung an den Tag gelegt. Anna gehorchte prompt, beugte sich tiefer über die Arbeitsfläche und zog ihre Pobacken mit beiden Händen auseinander. Julian bescherte das einen perfekten Einblick zwischen ihre Beine. Sie sah wunderschön aus. Er beobachtete, wie Nadine, die neben Anna getreten war, das Zäpfchen an Annas Schließmuskel ansetzte und es ohne große Umschweife in sie schob, wobei Nadines Finger vollständig in ihrem hübschen Hintern verschwand. Anna stöhnte erneut und drückte ihren Rücken durch, sodass die Lustgrübchen am unteren Ende ihres Rückens sichtbar wurden. Nadine zog ihren Finger langsam ein Stück aus Anna heraus, ließ ihn noch einmal in sie gleiten und entfernte ihn dann vollständig aus ihr. Annas Beine zitterten kurz. “Okay, du kannst dich wieder hinstellen und zuschauen.” Mit diesen Worten setzte sich Nadine wieder auf den Rollsessel, wechselte ihre Latexhandschuhe und widmete sich Julian, der immer noch im gynäkologischen Stuhl lag. Anna war ihr gefolgt und sah über ihre Schulter zu. Nadine nahm die Spritze mit der flexiblen Kanüle von der Ablage, bestrich diese mit ordentlich Gleitgel und hielt sie knapp über Julians Penis, der immer noch in voller Länge von ihm aufragte. “Ich werde dir diese Kanüle jetzt über die Harnröhre in den Samenleiter einführen, das könnte ein wenig brennen.” “Mhm.” Julian nickte etwas ängstlich. Mit zwei Fingern drückte Nadine Julians Eichel so zusammen, dass sich der Eingang seiner Harnröhre öffnete und führte den dünnen Kunststoffschlauch langsam ein. Zuerst empfand Julian das Gefühl als äußerst angenehm, wie ein starkes Kribbeln. An der Mündung des Samenleiters angekommen, spürte er dann doch ein Brennen, welches aber rasch nachließ. Das Gefühl der kalten Flüssigkeit, die in seinen Samenleiter gepumpt wurde, war ungewohnt, aber nicht unangenehm. Fasziniert sah Julian dabei zu, wie Nadine die Spritze in ihm leerte und dann vorsichtig wieder aus ihm herauszog. “Das war es schon. Warte kurz, ich mache das eben sauber”, sagte Nadine, stand auf, ging zum Waschbecken hinüber und kam mit einem Feuchttuch zurück. Geübt drückte sie noch einmal Julians Eichel zusammen, ein wenig der weißen Flüssigkeit vermischt mit Gleitgel trat aus. Nadine wischte es ab und wandte sich wieder von ihm ab. Nebenbei bemerkte Julian Anna, die, immer noch untenrum nackt, mit gekreuzten Beinen hinter dem Rollsessel stand und aufmerksam zugeschaut hatte. “Gut, wir sind hier fertig. Zieht euch bitte wieder an und dann gehen wir wieder zu euch ins Zimmer”, erklärte Nadine, während sie die Spuren ihres Treibens beseitigte. Julian schnappte sich seine Shorts und die Jogginghose von der Arbeitsfläche, wobei er sich Anna, die dasselbe tat, auf einen halben Meter annäherte und ihren Geruch wahrnahm. Eindeutig. Ihr schien die Behandlung eben eine Menge Spaß gemacht zu haben und sie hatte sicherlich noch lange nicht genug. Julian konnte wohl Ähnliches von sich selbst behaupten, auf jeden Fall war sein Penis noch nicht der Überzeugung, dass er genug hatte. Beim Anziehen klemmte Julian ihn in den Stretchbund seiner Shorts, um seine Lust nicht zu offen zu präsentieren. Leider half das nur bedingt, die Silhouette an seiner Jogginghose sprach eine recht eindeutige Sprache. Es war sicherlich ohnehin zwecklos, sowohl Nadine als auch Anna hatten ihn gerade völlig entblößt gesehen, wahrscheinlich musste Julian sich wohl daran gewöhnen, sich den anderen beiden nackt zu präsentieren. Anna schien damit wesentlich weniger Probleme zu haben.

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DarkestDays Vor 1 Woche
Phantomias Vor 1 Woche