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Die besondere Praxis

Kapitel 3 - Perspektivwechsel

Lasse:

Ich liege, ohne die Möglichkeit zu haben, den Kopf zu heben auf dem Behandlungsstuhl. Liegeposition. Blick zur Decke. Viel mehr kann ich nicht sehen. Nur die grelle Behandlungsleuchte. Die ganze Zeit wollte ich mich eben bemerkbar machen. Nur wie? Mein Mund ist weit aufgespreizt und lässt sich keinen Milimeter bewegen. Nur die Zunge kann hin und her. Außer undeutlichem Genuschel kommt nicht aus ihm raus. Immer wieder muss ich den Speichel schlucken, der sich ansammelt. Du reagierst nicht. Das Schlucken ist mühsam. Bei jedem Versuch schiebt sich die Zunge die Zahnreihen entlang.

Sind wir jetzt alleine im Raum? Und WO sind wir überhaupt? Wieso liege ich hier jetzt auf dem Behandlungsstuhl und nicht Du?

Ich versuche, meine nassgeschwitzten Hände abzuwischen. Nervös bewege ich die Beine, reibe den einen Fuß am anderen, überschlage die Beine, hebe mein Becken an, spanne den Bauch an. Aufrichten kann ich mich nicht, zu tief liege ich. Ans Aufstehen ist erst recht nicht zu denken.

'Was wird das hier!?' denke ich. 'Was hat sie für Antworten ausgewählt, die ich nicht sehen kann!?' Die Sekunden und Minuten kommen mir wie eine Ewigkeit vor. 

Svenja:

Ich habe mich inzwischen mit der Steuerung des Behandlungsstuhls beschäftigt, die App ist geöffnet. Ich betätige den ersten Button.

Der Stuhl setzt sich surrend langsam in Bewegung. Zunächst fährt die Rückenlehne noch weiter zurück, so dass Dein Kopf nun deutlich unterhalb Deines Rumpfes liegt. Ich beobachte das Zucken, das Dich durchfährt. Ich stoppe, halte kurz inne und genieße den Anblick. Wehrlos liegst Du da, hilflos, ahnungslos und mir ausgeliefert. Dann fahre ich Dich wieder etwas hoch, so dass Du mich gerade eben sehen kannst. Mich und mein zufriedenes Grinsen. Ich habe Dich jetzt da, wo ich Dich haben wollte. Und wo Du immer hinwolltest. In die „besondere Praxis.“

Ich betätige den Button für das Mundwasser und stelle es auf 15 Grad ein. Es soll am Anfang nicht allzu fies sein.

Lasse:

Gluckernd läuft das Wasser in den Becher. Ich versuche, den Behandlungsraum zu überblicken, als ich langsam von Dir aufgerichtet werde. Dein Grinsen ist fies, es lässt mein Herz höher schlagen und mich schneller atmen! „Was läuft hier!?“

Ich bemerke, dass wir alleine sind und will mich bemerkbar machen. Gerade, als ich beide Hände heben will, um mich von dem Mundspreizer zu befreien, springt die Tür erneut auf! 

Nadine streckt den Kopf durch die halb offene Tür. „Alles angekommen!“ höre ich sie sagen „Kleinen Moment dauert‘s aber noch, ja? Und? Kann ich Dir irgendwas bringen?“ fragt sie Dich noch.

„Ohja, eine kühle Cola wäre toll!“ grinst Du.

„Kommt sofort!“ trällert sie und verschwindet im selben Augenblick. 

Dein Grinsen weicht nur langsam aus Deinem Gesicht. Wieder knöpfst Du Dir die Steuerung für den Stuhl vor.

Mit ein paar geschickten Steuerungen bringst Du den Stuhl erneut in Bewegung. Ich zucke zusammen, als er sich surrend weiter aufrichtet, sich die Rückenlehne nach oben und vorne bewegt - automatisch bringt mich der Stuhl in Sitzposition. Gerade als ich erneut versuche, den Spreizer herauszunehmen, kommt Nadine wieder herein, die Dir eine gekühlte Cola bringt und auf dem Tischchen neben Dir auch noch einen kleinen Korb mit lauter Süßigkeiten bereitstellt. „Na Lasse, möchtest Du etwa auch etwas?“ Mir schlägt das Herz bis zum Hals, als sie auf mich zuschreitet. Mit wenigen Handgriffen entfernt sie mir endlich den Spreizer. „Nein, danke.“ bringe ich nur leise hervor. „Gut. Ich denke, davon hattest Du auch mehr als genug, hm?“ Sie mustert mich provozierend. Als sie die Tür wieder hinter sich schließt, treffen sich unsere Blicke. 'Was wird das hier!?' frage ich Dich und blicke auf die Cola, die Du gerade an den Mund setzt und einen großen Schluck trinkst. "Aaah!" genießt Du provokativ. „Naja,“ hebst Du an, „Du wolltest doch immer, dass….“ Weiter kommst Du nicht.

Erneut springt die Tür auf und zwei Damen in weißer Hose und blauen Kasacks kommen herein. Die erste stellt sich Dir fröhlich als Frau Dr. Steen vor, hinter Ihr folgt Nadine, die sich ebenfalls umgezogen hat. "Ich seh schon, Sie haben es sich hier schon gemütlich gemacht… und mit der App vertraut gemacht? Hervorragend!" Sie ist etwas älter als wir, vielleicht Ende dreißig. Ihre Zähne strahlen mit der weißen Praxishose um die Wette. Die Sneakers sind farblich perfekt auf die dunkelblauen Kasacks der beiden abgestimmt. Frau Dr. Steen trägt die dunkelblonden Haare streng nach hinten gebunden. Auch Nadine hat ihre dunklen Haare stramm hochgebunden.

"Und? Was sollen wir heute mit Lasse machen?" fragt Dich die Zahnärztin mit freundlicher Stimme und deutet mit einer Kopfbewegung nur kurz zu mir herüber. "Och," sagst Du. "Ich würde sagen, erstmal gründlich schauen. Also nicht nur oberflächlich. Er nimmt es mit der Zahnpflege ja nicht so genau und ich wette, da muss einiges gemacht werden!“

Svenja:

Aus dem Augenwinkel beobachte ich Dich, während ich die Frage beantworte. Du wirst tatsächlich etwas rot. Ist es Dir jetzt peinlich, dass Du es mit der Zahnpflege nicht so genau nimmst? Mir wäre es oberpeinlich. Deshalb wage ich es auch erstmal noch nicht, bei den süßen Leckereien zuzugreifen. 

Die Zahnärztin und ihre Helferin nehmen auf ihren Sattelhockern Platz und der Stuhl fährt erneut zurück. Diesmal ohne mein Zutun. Das Schnalzen der dunkelblauen Handschuhe erfüllt den Raum, sie haben eine etwas längere Stulpe als die üblichen Handschuhe. Das Geräusch erzeugt bei mir eine Gänsehaut und auch Dich lässt es offenbar nicht kalt. 

Die Zahnärztin rollt an Dich heran und greift über Dir zur Behandlungsleuchte, Nadine steht hinter Dir am Computer und ist bereit zur Eingabe. "So Lasse, ich werde ich mir jetzt erstmal einen genauen Überblick verschaffen und überprüfen, was Deine Begleitung da gerade gesagt hat… Du nimmst es also nicht so genau mit der Zahnpflege, ja?“ Die Röte in Deinem Gesicht weicht langsam einer fahlen Blässe…

Lasse:

Der Stuhl fährt weit zurück, erst kippt die Rückenlehne langsam und ich habe irgendwann die Befürchtung, hinten runter zu rutschen. Dann hebt sich die Liegefläche an. Ich spüre immer mehr, wie ich den beiden Behandlerinnen ausgeliefert bin. Die Zahnarzthelferin, Nadine, stand eben noch links neben dem Stuhl und musterte mich von oben herab eindringlich. 'Was sie wohl denkt?' frage ich mich. Die Zahnärztin wirkt streng und ich merke, wie ich erröte und mein Gesicht warm wird. Ich nicke nur schweigend. "Und wenn wir was finden, dann wird das gleich heute behoben, hast Du das verstanden?" Ich nicke noch einmal. Frau Dr. Steen bekommt einen blauen Mundschutz gereicht, den sie sich umlegt und hinter dem Kopf umständlich zusammenbindet. Ihre Helferin tut es ihr gleich. Beide werfen sich einen Blick zu, dann bekommt die Zahnärztin über mich hinweg die Handschuhe gereicht. Sie sind dunkelblau und wirken dicker und länger als die üblichen Handschuhe, die ich kenne. Vor meinen Augen ziehen beide ihre Handschuhe über und lassen die Bündchen schnalzen. Ich bekomme eine Gänsehaut beim Zusehen und das erste Schnalzen lässt mich zusammenzucken. Fast wirkt es so, als würden Sie das sehr genießen. Was Du wohl jetzt gerade denkst?

"Dann will ich mir das mal bei Dir ansehen, Mund weit aufmachen!" kommt die strenge Aufforderung während Frau Doktor zu Spiegel und Sonde greift. Erneut zucke ich zusammen, öffne aber sofort meinen Mund. Jetzt gibt es kein zurück mehr. Frau Dr. Steen sieht nett aus, wirkt aber unheimlich streng und dominant. Nadine hat bis jetzt nicht wieder ein Wort gesagt, aber auch sie wirkt jetzt noch strenger und kühler. Beide verstecken sich hinter dem großen Mundschutz und ihren Brillen, Frau Dr. Steen hat ihre Brille schon gegen eine Lupenbrille getauscht. Dich kann ich nicht mehr sehen, aber ich weiß, dass Du gespannt zusiehst und dass Du auch irgendwas mitbestimmen durftest. Bloß was!? Und ja, es stimmt. Sowohl meine Zahnpflege, aber auch meine Vorliebe für Süßwaren aller Art sind sicherlich problematisch und sie wird hier heute etwas finden. Das wissen wir alle… 

Comments

zahnfritz Vor 55 Minuten
drillgirl21 Vor 1 Tag