Lauras ungeplanter Zahnarzttermin
Adieu Amalgam
Der Bohrer durchschneidet eine der Plomben, und Laura kriegt mit, wie etwas größeres leise klackend im Absaugrohr des Saugers verschwindet. Offenbar ein Teil der alten Füllung. Der Zahn liegt jetzt offen, im selben Moment durchströmt Kälte den Zahn.
Angstvoll verfolgt Laura, was passiert. Es fühlt sich so an, als wäre die alte Füllung draußen, d.h. jetzt kommt eine neue rein und fertig - richtig?
Der Zahnarzt wiederholt die Prozedur am anderen Zahn und auch hier spürt sie, wie das Innere des Zahns freigelegt wurde. Mit einem leisen Klacken hört Laura auch die zweite Füllung im Rohr des Saugers verschwinden.
Konzentriert prüft Dr. Braun die freigelegten Zähne und kratzt mit seiner Sonde darin herum. Laura hält die Luft an, hoffend, dass jeden Augenblick die Erlösung kommt.
Der Zahnarzt murmelt ein paar Worte zu seiner Assistentin und zieht dann beiläufig den Bohrer wieder zu sich. Ohne Laura in das weitere Vorgehen einzuweihen, heult die Turbine erneut auf.
Das Kühlwasser des Bohrers zieht kalt in den Zahn und den Unterkiefer. Laura schluckt, teils von dem Wasser des Bohrers, das sich in ihrem Rachen sammelt, teils vor Angst.
Sofort wird sie zurechtgewiesen: “Durch die Nase atmen!”, und Laura versucht zu gehorchen. Ganz auf Anhieb klappt es nicht, und sie muss noch zweimal schlucken, bevor sie ihre Atmung umstellen kann.
Der Zahnarzt hält ungeduldig den Bohrer in die Luft, bis Lauras Kopf wieder ruhig in der Kopfstütze liegt. Dann setzt er ihn wieder an.
Unsanft presst er die heulende Bohrspitze in den freiliegenden Zahn, und augenblicklich bäumt sich Laura auf. Ein Ziehen durchdringt sie. Instinktiv krallt sie sich wieder in die Armlehnen. Der plötzliche Schmerz lässt ihre Hören und Sehen vergehen, unwillkürlich stöhnt sie auf.
Ihre Beine strecken sich durch, sie bäumt sich scheinbar auf dem Behandlungsstuhl auf, wobei ihre Hände weiterhin in die Armlehnen gekrallt sind. Ihr Kopf dreht sich instinktiv zur Seite, weg von dem gnadenlosen Bohrer.
Sie spürt warmes Latex an ihrer Stirn. Die Helferin hat ihre Hand auf ihren Kopf gelegt. Laura weiß nicht, ob aus Mitgefühl, oder um ihren Kopf festzuhalten. Dennoch tröstet der Körperkontakt ein bisschen. Sie spürt auch wieder Sophies Hand auf ihrer.
Währenddessen bohrt der Zahnarzt ungerührt weiter.
Laura windet sich und stöhnt, bis der Bohrer kurz darauf endlich stoppt.
Statt erlösender Worte nimmt Dr. Braun jedoch entnervt den Spiegel aus ihrem Mund, legt seinen Arm um ihren Kopf, verstärkt anschließend seinen Griff. Dann heult der Bohrer weiter auf.
Lauras Kopf ist jetzt in einer Form Schwitzkasten fixiert, eine Bewegung ist unmöglich. Sie wimmert, als der Zahnarzt unbeeindruckt weiterbohrt.
Irgendwann durchzieht sie wieder ein Schmerz wie ein Elektroschock, heftiger als die Male zuvor. Ihr Brustkorb bäumt sich auf, ihre Beine zappeln unkontrolliert.
Damit endet die Tortur. Dr. Braun hängt verärgert den Bohrer zurück.
“So geht das nicht”, rügt er Laura, die erschöpft in den Stuhl sinkt.
Nein auf keinen Fall. Jetzt fängt es do…
Ich denke, erst einmal sollte die Sekun…
ja vielleicht sollten wir ihre freundin…
Wie soll es weitergehen? Sollen wir die…