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Lauras ungeplanter Zahnarzttermin

Es geht los

Bevor sie noch etwas erwidern kann, setzt sich der Behandlungsstuhl in Bewegung. Laura erschreckt, als der Stuhl noch etwas in die Höhe fährt und plötzlich anfängt, weiter nach hinten zu kippen. Instinktiv hält sie sich an den Armlehnen fest, kann aber nicht verhindern, dass sich ihr Oberkörper zusammen mit der Rückenlehne nach hinten neigt.

Wie oft durfte sie das schon erleben. Sie weiß nur zu gut, was jetzt kommt. Ihr Herzschlag beschleunigt sich und die übliche Panik steigt in ihr hoch.

Ihr Blickfeld besteht jetzt nur noch aus der Untersuchungslampe und den Köpfen von Dr. Braun und seiner Assistentin. Die Helferin beugt sich über sie und fordert sie auf, den Kopf leicht anzuheben, was Laura auch tut. Mit routinierten Griff richtet sie die Kopfstütze aus und erlaubt Laura wieder, sich anzulehnen. Laura freut sich, dass sie wenigstens um ihr Wohlergehen und ihre Bequemlichkeit besorgt ist.

Dankbar senkt Laura ihren Kopf zurück auf die Kopflehne. Schnell spürt sie schon das Kopfpolster an ihrem Nacken. Als sie den Kopf komplett anlehnt, wird er leicht nach hinten überstreckt und sie fühlt sich noch ausgelieferter.

Sie muss zurück an die Party denken und ihre Albernheit mit der Terminvereinbarung. Sie ärgert sich über sich selbst, ihre Unbedachtheit hat sie jetzt in diese Situation gebracht. Gestern Nacht noch überheblich, jetzt hier in diesem blöden Stuhl ausgeliefert.

“Wir werden mit den Defekten im Oberkiefer anfangen”, erklärt Dr. Braun sachlich, “die sind nicht so tief”.

Laura schluckt schwer, als sie das metallische Klappern der Instrumente in Dr. Brauns Händen hört. Seine kühle, sachliche Stimme lässt keinen Raum für Diskussionen.

„Gut“, fährt Dr. Braun fort, ohne sie anzusehen. „Wir fangen mit der oberflächlichen Karies an. Du wirst nur ein leichtes Ziehen spüren, mehr nicht.“ Die Worte sollen beruhigend klingen, aber in Lauras Kopf dröhnen sie wie eine Drohung. Sie war zu oft hier gewesen, um zu glauben, dass es so harmlos werden würde.

Die Assistentin platziert den Sauger in ihrem Mund, und das vertraute, scharfe Geräusch schneidet durch die Stille. Lauras Herz hämmert in ihrer Brust, und sie zwingt sich, ruhig durch die Nase zu atmen. Neben ihr hält Sophie weiterhin schweigend ihre Hand. Laura kann den Druck ihrer Finger spüren – ein stiller, aber unerbittlicher Hinweis darauf, dass sie hierbleiben und das durchstehen muss.

Dr. Braun beugt sich näher heran, und das leise Summen des Bohrers setzt ein. Laura spürt, wie sich jeder Muskel in ihrem Körper anspannt, als der Bohrer das erste Mal an ihren Zahn stößt. Es ist, als ob der Laut direkt durch ihren Schädel vibriert, ein unangenehmes, tiefes Summen, das durch Mark und Bein geht. Sie zwingt sich, die Augen geschlossen zu halten und den Kopf nicht zu bewegen.

„Noch ein bisschen“, sagte Dr. Braun, ohne dass es wie eine Ermutigung klingt. Der Bohrer arbeitet sich tiefer in ihren Zahn, und Laura spürt das vertraute Ziehen, das er angekündigt hatte. Doch es ist mehr als nur ein Ziehen – es ist, als würde der Schmerz sich langsam durch ihre Nervenbahnen graben, bis er jeden Winkel ihres Körpers erreicht.

Sie will protestieren, will irgendetwas sagen, aber der Sauger in ihrem Mund und die kühle Distanz des Arztes halten sie zurück. Ein Teil von ihr wünschte sich, Sophie würde eingreifen, vielleicht doch einlenken und ihr helfen, das hier zu beenden. Aber Sophie hält nur ihre Hand fester und schaute sie nur stumm an, als ob sie sagen wollte: „Du kannst das. Du musst es nur durchstehen.“

Nach einer gefühlten Ewigkeit stoppt das Geräusch des Bohrers, und Laura atmet tief durch. Sie spürt, wie ihr Kopf leicht zittert, als Dr. Braun einen Moment innehält.

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Nett1 Vor 1 Jahr 1
dentalfetishgirl Vor 1 Jahr 1
Nett1 Vor 1 Jahr 1