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Aufrufe: 476 Created: 2022.03.27 Updated: 2022.03.28

Sophia und die Coronaimpfung

Sophia und die Coronaimpfung

Sophia und die Coronaimpfung

Eigentlich wollte ich keine Sophia Geschichte mehr schreiben, aber sie muss dennoch wieder einmal herhalten. In der Schule wird den Schülern eine Coronaimpfung angeboten, einige ihrer Klasse sind schon volljährig und dürfen selber entscheiden, die etwas Jüngeren bekommen einen Info Zettel zur Kenntnisnahme mit nach Hause. Eine Dame vom Gesundheitsamt war heute in der Schule und klärte die Schüler und Schülerinnen dafür auf, über die zwei verschiedenen Impfstoffe, die angeboten werden, über die Nebenwirkungen und auch dass die Zweitimpfung in ein paar Wochen auch in der Schule angeboten wird.

Ja, sie will sich schon impfen lassen, obwohl sie es nicht so mit Spitzen hat, aber ihr geht das alles auf den Geist, sie möchte ihre Freiheit wieder haben und keinen Lock-down mehr haben. Zuhause mit ihren Eltern hat sie auch schon vor Wochen darüber gesprochen und die haben ihr auch zur Impfung geraten. Sie nimmt sich einen Zettel, auf dem viel Kleingedrucktes steht und legt ihn Zuhause ihren Papa hin, der ist Arzt, der kennt sich besser damit aus.

Gegen 17°° kommt dieser nach Hause, Sophia passt ihn gleich ab. „Du Papa, wir haben heute so einen Zettel für die Coronaimpfungen mitbekommen, Du musst unterschreiben!“

„Ach, das hätte ich ja nie gedacht, dass Du Dich mal freiwillig für etwas impfen lässt.“

„Naja, ist ja auch wichtig und ich bin ja schon groß!“

„Und da hat man keine Abneigung mehr gegenüber Spritzen, was?“

„Ich habe keine Angst mehr davon, das ist was anderes.“ Er nimmt sich den Zettel und geht damit in sein Büro, „Ich lese mir das gleich alles mal durch, ja?!“

Es handelt sich nur um ein Infoblatt, man unterschreibt als Erziehungsberechtigter oder als volljähriger Schüler, dass man eine Impfung haben möchte. Den gewünschten Impfstoff wählt man dann online aus, da alles digital erfasst und dokumentiert wird. Die Personalien, eventuelle Allergien, bzw. Vorerkrankungen etc., alles muss dokumentiert werden. Es wird darauf hingewiesen, dass die zu geimpft werdende Person Fieber- und Infekt frei sein muss, aber die Schüler werden von einer Krankenschwester vom Gesundheitsamt berührungslos mit einem Temperaturscanner gemessen. Man kann aber auch früh Zuhause messen und den Wert in das vorgesehene freie Feld eintragen.

Des Weiteren wird in diesem Elternbrief darauf hingewiesen, dass einen Tag nach der Impfung eine wichtige Klausur ansteht und erfahrungsgemäß viele Menschen nach der Impfung grippeähnliche Symptome mit Fieber aufweisen. Dies muss aber nicht sein, Erfahrungen haben gezeigt, dass bei der prophylaktischen Gabe eines Schmerzmittels, die unerwünschten Nebenwirkungen ausbleiben. Aus diesem Grund bieten wir den Schülern hinterher noch ein passendes Medikament an, auch das kann man online festlegen. Für Fragen steht eine Telefonnummer dazu, er hat weiter keine Fragen und setzt ein Kreuz. Er ist sich sicher, dass Sophia in der Gemeinschaft eher dazu bereit ist, ein Medikament zu nehmen.

Zur Auswahl stehen Paracetamoltabletten oder als Wunsch auch Paracetamolzäpfchen zur Auswahl. Er klickt die Zäpfchen an, denn die Tabletten sind eindeutig zu groß, die kann Sophia nicht schlucken, sie wird ihn dafür hassen, das weiß er jetzt schon, aber es gibt keine Alternative und ein Kranksein für den übernächsten Tag kommt auch nicht in Frage. Aber vielleicht steht sie dem ja nicht mehr so ablehnend gegenüber, denn impfen lässt sie sich ja auch.

„Sophia, hier ist der Zettel mit der Unterschrift, ich habe alles online ausgefüllt, ihr bekommt dort die Temperatur gemessen oder willst Du das Zuhause?“

„Was? Fiebermessen? Vor allen anderen? Nee, nie und nimmer!“

Er muss grinsen, „keine Angst, die haben einen Temperaturscanner“.

„Ach, sowas gibt´s? Wieso haben wir das nicht zuhause?“

„Das braucht man nicht zuhause, wir müssen doch hier keine Reihenmessung veranstalten und kontaktlos müssen wir auch nicht sein!“

„Nach der Impfung gibt Euch eine Krankenschwester noch ein Medikament, zur Vorbeugung der Nebenwirkungen, Du wirst es nehmen, übermorgen schreibt Ihr eine Arbeit, da sollst Du nicht fehlen!“ er vermeidet mit Absicht ihr zu sagen, um was es sich dabei handelt und Sophia kommt nicht auf die Idee nachzufragen und das ist gut so.

Im Gegensatz zu früher ist Sophia heute überhaupt nicht aufgeregt wegen der Impfung. In der Gruppe fällt das auch leichter, davon ist er überzeugt.

Nach der ersten Pause soll es losgehen, aber bis ihre Klasse dran ist, wird es fast Mittag werden, denn es haben sich viele Interessenten angemeldet, auch Hausmeister und Lehrer nutzen das Angebot.

Die Turnhalle wurde kurzerhand zum Impfzentrum umgebaut, einfache Liegen wurden aufgestellt, dazwischen jeweils ein Sichtschutz, sodass mehrere gleichzeitig geimpft werden können. Es sind viele Helfer vor Ort und die Stimmung scheint gut zu sein, neben jeden Platz steht ein Bonbonglas, von dem man sich etwas nehmen darf. Die Reihenfolge ist nicht alphabetisch geordnet, sondern so wie man kommt, so kommt man dran, die Zettel mit den Unterschriften wurden vorher bereits eingesammelt und die Daten in den PC eingespeist.

Eine Krankenschwester vom Amt übernimmt das Temperaturscannen, eine andere wiederum trägt den Wert ein, man wird nach dem Befinden gefragt und nach Kreislaufproblemen und ob man Angst vor Spritzen hat. Man fühlt sich in guten Händen und die Versorgung ist individuell, bei Problemen, wird im Liegen geimpft, ansonsten sitzend auf dem Stuhl mit hochgekrempeltem Ärmel, was natürlich schneller geht. Sophia beobachtet das genau und eine gewisse Nervosität schleicht sich ein.

Jetzt wird es ernst und Sophia ist endlich an der Reihe.

Ich bleibe ganz ruhig, ich bin völlig cool, viele andere vor mir haben das auch geschafft, das rede ich mir die ganze Zeit ein und es hilft mir, über meine Nervosität wegzukommen. Eine freundliche Helferin zeigt mir einen Stuhl und bittet mich darauf Platz zu nehmen, „Guten Morgen, geht es Ihnen gut heute Morgen? Haben Sie irgendwelche Ängste?“

Ich bin erstaunt, ich werde gesiezt, ich fühle mich erwachsen und ja, so fühle ich mich viel besser akzeptiert. „Ja, ich fühle mich gut, wenn ich ehrlich bin, habe ich aber natürlich schon etwas Bammel, wer lässt sich schon freiwillig eine Nadel in den Körper rammen?“

„Nana, hier rammt keiner irgendwen eine Nadel in den Körper, Sie werden schon sehen, die 12-Jährigen haben das ganz gut durchgestanden.“

Ich verdrehe die Augen, „Entschuldigung, so habe ich das auch gar nicht gemeint, aber ein Stich tut immer weh, egal ob von einem Doktor oder einer Biene und ich fürchte mich halt etwas davor.“

„Nun, dann gehören Sie zu der Gruppe, die sich bequem hinlegen dürfen zur Impfung, wir spritzen dann eben nicht in den Oberarm, sondern in den Gesäßmuskel, da sehen Sie das nicht, wenn die Nadel kommt.“

„Ich bekomm die Spritze in den Po?“

„Wenn Sie das so sehen, nicht ganz, das hat aber auch den Vorteil, dass Sie morgen und in den nächsten Tagen keine Schmerzen oder Muskelkater in Ihren Arm haben werden, was für den Unterricht eh besser ist, wenn Sie mich fragen.“

Das leuchtet mir ein, denn ich muss morgen in der Arbeit viel schreiben, das würde mich einschränken, dennoch finde ich es etwas beschämend, dass das bei mir in den Po kommt, der Sichtschutz bietet keinen kompletten Schutz vor Einblicke, man ist nur nicht komplett ausgestellt, ich sehe dafür auch nicht, wenn Jemand anderes umkippt. Hätte ich doch nur meinen Mund gehalten, das ärgert mich jetzt etwas.

Meine Freundinnen sind da bestimmt tougher als ich, zu blöd aber auch, bei mir wird das viel länger dauern, da muss ich jetzt durch!

„Sie können ihre Sachen hier ablegen, bitte legen Sie sich seitlich oder bauchwärts auf die Liege, die Jeans bitte öffnen und nach unten ziehen.“

Die Jeans ist so eng, die lässt sich nicht einfach so nach unten ziehen, die Ärztin ist freundlich, aber bestimmt, „Wenn wir hier weiter kommen wollen, dann müssen Sie die Hose schon noch etwas ausziehen, also bitte herunter damit!“ und ich merke schon, wie mir die Röte ins Gesicht steigt, nicht nur, dass ich meine Jeans ausziehen muss, nein auch wegen den bestimmenden Ton der in der Anweisung liegt. Ich höre meinen Namen, meine beiden besten Freundinnen sind schon fertig und rufen nach mir und ich liege hier wehrlos und schmolle.

Die Ärztin drückt an meinem Hintern herum, das kalte Sprühdesinfektionsmittel lässt mich ebenso zusammenschrecken, wie der Stich der darauf folgt, ich bin einfach viel zu empfindlich und immer angespannt, wenn es um etwas Unvorhergesehenes geht. Es geht zwar schnell und der Schmerz hält sich in Grenzen, dennoch muss ich noch etwas liegen bleiben, ich bekomme ein Pflaster über die Einstichstelle geklebt und darf nach ein paar Minuten die Liege wieder verlassen.

„Sie können sich jetzt zu Ihren Freundinnen setzten, bleiben Sie noch ungefähr 10 Minuten sitzen, es dient nur zu Ihrer Sicherheit.“

Ich bin erleichtert, die Prozedur hinter mich gebracht zu haben, da höre ich sie schon rufen, „Sophia, hier sind wir!“ da sitzen sie, lachen, wie gackernde Hühner auf der Stange und ich muss auch lachen, die Anspannung ist vorbei.

„Sag mal, Sophia, wieso hast Du die Spritze in den Po gekriegt?“ wollen die wissen.

„Ach, ich war so blöd und hab was von Spritzenphobie gesagt und da ist die Ärztin auf Nummer sicher gegangen.“

„Und? Hast Du?“

„Was hab ich?“

„Eine Spritzenphobie?“ will Isabelle wissen, „wo doch dein Vater selbst Arzt ist und Du bestimmt schon mehrere Spitzen in Deinem Leben erhalten hast als wir?“

Ich werde rot: „Das werde ich wahrscheinlich wohl und noch viel mehr, vielleicht gerade deshalb.“

„Verstehe ich nicht, hast Du jetzt Angst vor Spritzen oder nicht?“ fragt Isabelle hartnäckig nach.

„Ja natürlich mag ich das nicht, wer mag das schon!“

„Ich kann mich an keine Spitze erinnern, die ich bis jetzt erhalten habe!“

„Du Glückliche!“

„Aber Sophia, wieso braucht man denn in unserem Alter sonst noch Spritzen, oder als Kind?“

„Hast Du eine Ahnung, Du bist ja auch nicht in einem Arzthaushalt aufgewachsen, sondern unter Lehrern, das macht den Unterschied!“

„Aber wenn Du solche Angst hast, wieso hast Du dann schon so viele erhalten, an die Du dich erinnern kannst?“

„Du kennst meinen Paps, und andere Dinge mag ich ja auch nicht, so Themawechsel!“

Isabelle hätte sonst noch weiter gefragt, ihre Neugier ist da manchmal zu groß.

Die 10 Minuten sind schnell um und die Gruppe Mädchen aus ihrer Klasse werden weiter gewunken zu der Krankenschwester, die das Schmerzmittel ausgibt. Es gehen tatsächlich alle hin, hauptsächlich, damit sie morgen die Arbeit nicht versäumen und fit dazu sein werden.

Eine Mitarbeiterin liest im PC die Namen, die meisten Mädchen bekommen einen Becher Wasser in die Hand gedrückt und in die andere Hand eine große Schmerztablette.

„Ich kann die unmöglich schlucken, die bleibt mir ja schon beim Anblick im Hals stecken“ stöhne ich. Ich werde etwas unruhig, denn wie soll ich das nur machen, ich werde daran ersticken, ich muss sie auflösen oder so. Die können mir nicht erzählen, dass die jüngeren Schüler die alle schlucken können.

Ich frage mal nach, „Ähm, Hallo, haben Sie das nicht in Saftform oder einen Löffel zum Auflösen?“

„Nein, haben wir nicht, wie ist Ihr Name?“

„Sophia Manolis“

„Ach Moment, ja bei Ihnen ist ja auch Suppositorium angekreuzt, Sie dürfen bitte eins weiter gehen.“

Ich versinke gerade in den Erdboden, ich platze gleich vor Wut, vor Scham und vor Hysterie. Meine Mädels schauen mich nur fragend an, zum Glück können die mit den Ausdruck Suppositorium nichts anfangen, ich kann aber meine Emotionen nicht im Zaum halten. Die Schlange hier ist natürlich viel kürzer, aus meiner Klasse sind wir gerade mal vier, die in dieser Reihe stehen und während die anderen ihre Tablette schon längst geschluckt haben, verweilen wir hinter den Sichtschutz, jeder kann sich seinen Teil denken, da bräuchte es gar keinen Sichtschutz dazu, es fällt auch so genug auf. Ich bebe vor Wut, Wut auf meinen Vater, dass er mir das nicht vorher gesagt hat.

Die Krankenschwestern und Helferin die hier zuständig sind, sehen in mein mürrisches Gesicht und versuchen mich aufzumuntern. „Na, so schlimm ist das doch alles gar nicht, das schaffen wir doch ganz schnell, das wäre doch gelacht!“ Ich stoße ein hysterisches Lachen aus und werfe meine langen Haare in den Nacken. Statt einen Becher Wasser wird mir ein Plastikhandschuh und ein in Alu eingepacktes Zäpfchen in die Hand gedrückt. Jetzt soll ich das auch noch selber machen, die sind ja lustig. Schweißperlen besiedeln meine Stirn.

Ich lege meine Sachen neben der Liege hin und wieder ist mir meine enge Jeans hinderlich das möglichst diskret zu halten, ich muss sie ganz ausziehen, oder zumindest bis zu den Knöcheln. Wie eine Stolperfalle hängt mir meine Hose zwischen den Füßen, meine enge kurze Jacke hätte ich besser auch ausziehen sollen, denn so hüpfe ich unbeholfen, wie eine Meerjungfrau nochmals hoch, weil mir einfach die Bewegungsfreiheit fehlt. Die Schwester, die mich beobachtet, kommt auf mich zu und will mir helfen. „Soll ich das für Sie übernehmen?“

„Ja, bitte“ ich halte ihr meinen Ärmel zum Abziehen hin, aber sie scheint mich missverstanden zu haben. „Na, das haben wir doch gleich, legen Sie sich bequem auf die Seite.“ Und schon hat sie sich dünne Plastikhandschuhe übergestülpt, sie reißt die Zäpfchenverpackung auf nimmt das Zäpfchen aus der Folie. Sie legt es zur Seite und nimmt etwas Vaseline um die Spitze des Zäpfchens damit einzucremen. Ich kann mich gar nicht ihr widersetzen, sie hat mich überrumpelt und mit zwei Fingern spaltet sie mein Poloch und mit zwei anderen Fingern schiebt sie mir das Zäpfchen zielstrebig in meinen Anus. Ihr Finger gleitet etwas mit hinein, der kleine Fiesling fühlt sich kalt an und ich habe Mühe den Fremdkörper nicht wieder herauszudrücken. Ich würde am liebsten im Erdboden versinken und heute niemanden mehr sehen, aber ich muss zurück in die Klasse. Lächelt sie mich aus reiner Höflichkeit an, oder weil sie Gefallen an meinem Hintern hat? Ich stelle mir gerade vor, wie aus diesem Engelshaar plötzlich Hörner wachsen und aus dem freundlich aufgesetzten Lächeln eine verzerrte Fratze wird, bei denen die Zähne immer länger werden und fletschen.

Es dauert mir alles zu lange, denn auch hier werde ich gezwungen ein paar Minuten liegen zu bleiben, die hat wohl Angst, ich könnte das Zäpfchen wieder verlieren oder mit Absicht herausdrücken und in die Toilette spülen, ich kann es ihr nicht verübeln, genau das wäre mein Plan, ich hasse nichts mehr, als wenn ich den Fremdkörper noch eine Weile spüren muss und sich dann in meinem Slip ein glitschiger Belag bildet. Es kann ihr doch egal sein, was ich damit mache, aber es gibt sicherlich Eltern, die sich dann beschweren, weil das alles nicht so geklappt hat. Ich stöhne, als ich endlich aufstehen darf, sie zieht ihre Augenbraue hoch, wünscht mir noch alles Gute. Rasch ziehe ich mich wieder an, raffe meine Sachen zusammen und eile aus der Turnhalle hinaus. Und dasselbe Schauspiel in ein paar Wochen wieder? Papa hat mit Sicherheit schon unterschrieben dafür, immerhin, dann weiß ich, was auf mich zu kommt und ich weiß, dass ich dann bestimmt weitere Klamotten tragen werde, das hätte es um einiges leichter gemacht.

„Wo warst Du denn so lange?“ empfängt mich Isabelle, ich winke nur ab. „Wieso musstest Du woanders hingehen und was hat da so lange gedauert?“

Ich will darüber nicht sprechen, „frag nicht, frag einfach nicht, jetzt bin ich ja wieder da!“

„Hast Du irgendwelche Allergien oder so?“

„Hä? Quatsch!“ eigentlich hätte ich ja sagen müssen und ihr irgendeine Story auftischen sollen.

Der Unterricht geht wieder weiter, ich muss es als eine Abwechslung im Schulalltag sehen, sonst muss ich mich nur noch mehr aufregen.

Ich kann es nicht erwarten, meinen Vater nach seiner Arbeit zu Hause zur Rede zu stellen.

Er lacht mich nur aus und je mehr ich mich an der Sache hochschaukele, desto mehr lacht er über mich. „Ich dachte Du bist schon groß!“

„Ja, und deshalb musst Du für mich Zäpfchen wählen, wie bei den Kleinkindern?“ schreie ich ihn an.

Er ist sichtlich amüsiert „Ja hast Du dir mal angeschaut, wie groß die Paracetamoltabletten sind? Die hättest Du nie schlucken können!“

„Mir wäre schon was eingefallen, ich hätte sie mit dem Löffel zerdrückt oder so.“

„Der Aufwand! Da hättest Du zwei Löffel gebraucht, dann hättest Du trotzdem würgen müssen und eine Banane zum Herunterschlucken hättest Du auch noch gebraucht! Das wäre vor deinen Mitschülern mindestens genauso peinlich gewesen.“

„Bei der nächsten Impfung will ich das ohne Schmerzmittel schaffen“.

„Wenn Ihr nicht wieder eine Arbeit am nächsten Tag schreibt…?!“

„Das ist mir dann Scheißegal, ich weigere mich!“

„Das werden wir sehen, wenn es soweit ist, aber gut, an Schmerzmittel sollte es zuhause bei uns nicht scheitern, das kannst Du dann nachmittags Zuhause nachholen.“

„Bitte! Warum nicht gleich, warum nicht schon dieses Mal?“

„Weil ich dachte im Gruppenzwang fällt Dir das leichter, da kannst Du nicht so zicken!“

„Ich kann überall zicken, das weißt Du doch!“

Isabelle kommt noch kurz vorbei, um sich ein Fachbuch auszuleihen, Sophias Papa begrüßt sie freundlich wie immer.

„Hallo Isabelle, schon lange nicht mehr gesehen, warst Du heute auch beim Impfen dabei?“

„Ja, Gott sei Dank haben wir die erste jetzt hinter uns!“

„Hat sie arg gezickt unsere Sophia, besonders als es das Zäpfchen für danach gab?“

Isabelle versteht nicht ganz, „Was? Zäpfchen? Hä?“

„Komm Isi, beeil Dich!“ unterbricht von oben Sophia, um sie so schnell wie möglich von ihrem Vater wegzuholen.

„Was wollte der eben grade von mir wissen?“

„Ach nichts weiter, der verwechselt mal wieder was, hör nicht weiter hin!“

„Welche Zäpfchen?“

„Hallo!!! Isabelle? Nichts ist mit Zäpfchen, hab ich Dir doch gesagt!“

Isabelle ist nur etwas verwundert, traut sich aber nicht mehr weiter danach zu fragen.

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Sister O Vor 5 Monate
Jenny94 Vor 5 Monate
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Jenny94 Vor 5 Monate