Christopher in der Midlife-Krise
Christopher in der Midlife-Krise III
Immer wieder muss Christopher an den Nachmittag in dem ehemaligen Schwimmbad denken. Die blutjunge, wunderschöne Studentin will ihn nicht mehr aus dem Kopf gehen.
Es ist fast ein Jahr her, dass Christopher dort war und sich leiten und leiden lassen hat, Daria, die Studentin hat einen bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen, nicht nur sexuell.
Annelie, Christophers Ehefrau lebt sich stattdessen künstlerisch aus, heute findet den ganzen Tag ein Töpfermarkt statt, bei dem sie und andere Frauen ihre eigens hergestellten Kreationen verkauft werden sollen. Christopher muss sich deshalb keine Gedanken machen und hat viel Zeit heute.
Christopher begibt sich auf Abwegen, ihn ziehts in die nächst größere Stadt, den Weg zu dieser ehemaligen Schwimmhalle kennt er ja bereits, auch weiß er, was ihn in der Halle alles erwartet, und möchte genau das oder etwas Ähnliches wieder erleben.
Schon im Auto auf der 70km langen Strecke überkommt ihn ein gewisses Kribbeln in der Leistengegend, seine Konzentration beim Fahren lässt zu wünschen übrig. Wird Daria noch dort sein und ihre Dienste anbieten?
Christopher:
Wie im Flug bin ich hierhergekommen, hoffentlich habe ich genauso Glück wie vor einem Jahr, dass Daria spontan Zeit hat, aber sie hat damals selbst gesagt, dass sich der Club erst abends füllt.
Es hat sich nicht viel verändert hier, die blaue Dachkuppel beeindruckt mich noch immer, die Patina der Halle versetzt mich in eine andere Zeit und Welt.
Der ganze ehemalige Badetempel ist gut besucht, ich habe aber nur ein Ziel und das ist der Club, besser gesagt, es ist vielmehr ein Salon aus einer vergangenen Epoche.
Die Tür steht offen, an der Theke empfängt ein großer, gefüllter Obstkorb die Besucher und es deutet nichts darauf hin, was hier hinter verschlossener Tür oder auch vor Publikum, wenn der Wunsch danach besteht, möglich sein kann. Ich konnte mir das auch in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen, bis damals, vor einem Jahr, als ich das Vergnügen mit Daria hatte.
Ich setze mich an die lange Theke und nach wenigen Minuten erscheint eine dunkelhaarige Schönheit, eine Mischung aus 1001 Nacht und tibetanischer Königin, jedoch zerbrechlich wie eine Ming-Vase. Mir stockt der Atem, als ich sie sehe und ich bestelle zunächst eine Tasse Kaffee bei ihr, stark und schwarz wie ihre Mandelaugen. Ich überlege, wie ich ihr meine Wünsche näherbringen soll, denn ich kann mir bei diesem zarten Geschöpf nicht vorstellen, dass sie perverse Dinge mit mir anstellen kann.
Um das Eis zu brechen, frage ich sie nach Daria. „Nein, eine Daria arbeitet hier nicht, ich bin Anastasia und ich arbeite hier schon 10 Monate.“
Nun, ich weiß natürlich nicht, ob Daria wirklich Daria hieß, aber sie hat sich mir damals so vorgestellt.
Anastasia, oder wie auch immer sie im richtigen Leben heißt, fragt mich, was sie für mich tun kann, denn ich stammle nur nervös herum und komme nicht zum Punkt.
Stattdessen erzähle ich ihr vor meinem Besuch hier vor einem Jahr, dass mich eher der Zufall und der Frust hierhergeführt hat. Ich erzähle ihr von Daria und dass es mein Wunsch war, gedemütigt zu werden, Details erspare ich ihr aber.
Anastasia fragt mich, ob ich wieder gedemütigt werden möchte, ob ich bestimmte Vorlieben hätte und ich erzähle weiter. Anastasia hört mir aufmerksam zu, ich bin zu diesem Zeitpunkt der erste Gast und sie habe Zeit zum Zuhören sagt sie.
Während ich noch meinen heißen Kaffee schlürfe, holt sie sich aus dem Eisfach des Kühlschrankes ein Eis am Stiel, einen roten „Flutsch Finger“.
Augenblicklich höre ich auf zu reden, als sie sich diesen roten Flutschfinger zwischen ihren roten Lippen in ihren Mund schiebt, wusste ich, wonach es mir gelüstet und ich hätte mich am liebsten an Ort und Stelle hier ausgezogen und wäre ihr um den dünnen Hals gefallen.