Christopher in der Midlife-Krise
Christopher in der Midlife-Krise I
Christopher
In der großen Eingangshalle angekommen, muss ich mich erst einmal orientieren. Ich überlege, was will ich hier eigentlich, frage ich mich. In ein Bordell zu gehen, ist mir zu profan. In der Bar etwas trinken, nein, das kann ich auch zu Hause haben.
Eine Massage wäre schön, zum Fallenlassen, zum Abschalten und Entspannen, vielleicht mit Happy End, wer weiß. Ich bewege mich durch die große Eingangshalle, vor der verschlossenen Tür des Massagesalons stehend, lese ich, dass heute geschlossen ist.
Schade, irgendwie ist mir heute nach etwas richtig Neuem, Aufregendem. Dann lese ich ein Hinweisschild „Swingerclub“. Das wusste ich gar nicht, dass dieser alte ehrwürdige Badetempel einen Swingerclub unterhält.
Ohne zu wissen, was mich dort erwartet, laufe ich in die Richtung, die mir das Schild vorgegeben hat. Die Tür steht auf, die Spannung steigt. Ein sehr großer Raum mit einem bestimmt 20 Meter langem Tresen empfängt mich. Keine Menschen hier!
Aus dem Nebenraum kommt eine sehr junge, besonders hübsche junge Frau. Sie trägt irgendetwas in einem großen Korb und beginnt den Tresen aufzufüllen. Ich muss lachen, wozu ein Swingerclub, wenn es keine weiteren Menschen hier gibt.
Ich grüße, sie lächelt und grüßt zurück. „Ihr habt scheinbar noch nicht geöffnet?!“ bemerke ich. Sie lächelt wieder und entgegnet sehr charmant: „Doch, wir fangen gerade an, voller wird es hier aber erst in einigen Stunden. Möchtest Du etwas trinken?“ Ich bestelle mir einen Kaffee, schwarz, ohne alles. Ich setze mich auf einen der Barhocker vor dem Tresen und sehe der wirklich schönen Frau zu, wie sie die Kaffeemaschine bedient. Sie ist maximal 20 Jahre alt. Wie kommt man in so einem blutjungen Alter zu so einem Job, frage ich mich.
Sie:
Die Ruhe vor dem Sturm, wie so oft ist nachmittags in meiner Sparte noch nicht so viel los, ich bin mit Aufräumen und herrichten beschäftigt. Gerade als ich am Tresen Servietten auffüllen möchte, erblicke ich an der langen Theke einen Mann, der muss gerade erst gekommen sein, er lächelt mich nett an und grüßt. Er scheint noch nie hier gewesen zu sein, denn er stellt mir Fragen über das Etablissement.
Schon beim ersten Blickkontakt war mir klar, dass dieser Mann etwas Besonderes sein muss. Er ist der Typ Mann, der bereits mitten im Leben steht, sicherlich schon alles erreicht hat, was er sich für sein Leben vorgenommen hat. Dennoch sagt mir sein ganzer Habitus, dass er tief im Innern eine verletzliche Seele hat und ihn eine tiefe Sehnsucht quält und nicht der Norm entspricht. Ich habe voll ins Schwarze getroffen, was sich bei einem guten Gespräch zu einer Tasse Kaffee bewahrheitet. Er ist der erste Kunde des Swingerclubs und er wundert sich, dass er der einzige Gast ist. Ich erkläre ihn, dass ich gerade aufgesperrt habe, aber der Laden sich meist erst abends füllt.
Da weiter keine anderen Gäste hier sind, setzte ich mich zu ihm, ich habe noch Zeit und lasse mich auf ein Gespräch mit ihm ein. Er lenkt die Unterhaltung in eine private Richtung und er scheint sich aufrichtig für meinen Job hier zu interessieren.
Ich erkläre ihn, dass ich gelernte medizinische Fachangestellte bin und nun für mein Studium nebenher hier etwas Geld verdiene. Anfangs habe ich 2x wöchentlich hier gemodelt für Fetischmode. Von vielen Besuchern bekam ich dann eindeutige Angebote und ich ließ mich darauf ein, ich bin jung und ich brauche das Geld! Viele Typen hier bezahlen dafür, dass ich sie etwas schlecht behandele und ihnen Schmerzen zufüge.
Ich frage mich, was so einen Typen nachmittags hierher verschlägt.
Dieser Mann hakt neugierig nach, er will es anscheinend genauer wissen und ich nenne ihn ein paar Beispiele, was manche Männer wünschen. Seine Augen leuchten, als ich ihn davon erzähle, und ich frage ihn, wie es ihn damit geht, „Warum bist Du hier? Magst Du so etwas auch?“
Jetzt sprudelt es aus ihn nur so heraus, er ist auf der Suche nach dem besonderen Kick, ganz im Gegenteil zu seinem Berufsleben, möchte er gedemütigt werden, er will bloßgestellt werden in aller Öffentlichkeit.
Christopher:
Das ist die Chance für mich, die sich da auftut! Ehrlich gesagt, muss ich schon etwas schlucken, als ich den Schilderungen der jungen Dame folge. Kann ich so einer jungen und wunderschönen Frau, von meinen eindeutig perversen Ideen erzählen? Mit leiser Stimme fange ich vorsichtig an, ihr meine Fantasien zu schildern. Ich erzähle ihr, dass ich davon träume, bloßgestellt zu werden, gedemütigt zu werden und das Ganze am besten noch in der Öffentlichkeit.
Darauf entwirft sie einen Plan!