Smaragdgrün
Eine Krankenwagenfahrt
Kurz erschreckt Stina, als sich plötzlich der Boden bewegt, aber es ist nur ihre Trage, die nach oben gefahren wird. Zwei Leute bringen die Trage bis zu einer Rampe, die in einen Rettungswagen führt. Als sie darüber reingeschoben wird, kann sie in der Schräglage erhaschen, dass sie am Fußende von ihrem grünäugigen Helden hinein buxiert wird.
Er steigt hinter ihr mit ein, während die andere Person weiter nach vorne geht, vermutlich um den Wagen zu fahren. Die Türen schließen sich und neben ihr wird der piepsende Kasten abgestellt. Dann startet der Motor.
„Das hier brauchst du ja eigentlich gar nicht“, hört Stina ihn reden und gleich danach nimmt er ihr die Halskrause ab. Jetzt erst kann sie ein wenig den Kopf heben und sich umschauen: Der Raum im Rettungswagen ist eng, neben ihr an der Wand hängen Schränkchen und medizinische Geräte. Dann hängt da noch ein rot-gelber Rucksack und der piepsende Kasten, auf dem Stina die Wellen sehen kann, die entstehen, wenn es piepst.
„Oh, übrigens“, Stina wendet sich zu den Smaragdaugen um „Ich heiße Alessio.“ Mit großen Augen schaut sie ihn an. Ihr Herz beginnt ein wenig zu klopfen und sie hat so ein Gefühl im Bauch, als sie ihm ins Gesicht schaut. „S-Stina“, stellt sie sich auch vor, aber schämt sich sofort in Grund und Boden, als sie bemerkt, dass er das ja schon längst weiß. Trotzdem lächelt Alessio freundlich, nicht so, als würde er sie dafür auslachen, sondern eher ein wohlwollendes grinsen: „Hey Stina“ Er zwinkert.
Wieder spürt sie irgendwas in sich, das sie selbst nicht ganz versteht. Die beiden halten den Blickkontakt kurz, doch als der Kasten plötzlich schneller piept schaut er rüber.
Ohne Halskrause kann sie sich Alessio mal ganz anschauen: Er hat eine attraktive Figur und trägt eine rote Jacke und eine rote Hose, über die sich neongelben Streifen ziehen. Um den Hals trägt er ein blaues Stethoskop, dessen Metallteile funkeln wie seine Augen.
Als Alessio wieder zu ihr schaut, bemerkt er, dass Stina ihn begutachtet. Er lächelt wieder: „Tut mir leid, ich habe dir grade einen ziemlichen Schreck versetzt, oder?“ Stumm nickt sie und schaut ihn erwartungsvoll an. „Ok, weißt du was?“ Er nimmt das Stethoskop, das um seinen Hals hängt und hält es Stina hin, „Vielleicht hörst du vorher einfach selbst mal deinen Herzschlag. Nur um zu hören, dass du wieder ok bist und alles gut wird“
Vorsichtig nimmt sie das Stethoskop an und steckt es sich langsam und unbeholfen in die Ohren. Alessio schaut ihr geduldig dabei zu. Dann nimmt sie das Bruststück und legt es irgendwo zwischen die Kabel, die an ihrem Thorax hängen. Zuerst hört sie gar nichts, aber dann schiebt sie es noch ein Stück weiter nach unten und plötzlich hört sie es: Badum! Badum! Badum! Badum! Badum!
Erschrocken lässt sie das Stethoskop los, aber das Schwere Metall bleibt auf ihrer Brust liegen: Badum! Badum! Badum! Alessio muss ein wenig schmunzeln und als sie in sein fürsorgliches Gesicht schaut wird sie ganz schnell ruhiger Badum! Badum! Badum!
Hm, denkt Stina: Irgendwie klingt es schön. So gleichmäßig. So klar. So beruhigend. Sie denkt daran, was Alessio gesagt hat. Es stimmt: Ihr Herz schlägt. Sie ist am Leben. Der Schmerz in der Brust ist weg. Jetzt glaubt sie fast, dass alles gut wird.
Sie schaut Alession an. „Und?“, fragt er: „Alles in Ordnung?“ Stina lächelt zustimmend und schließt die Augen. Irgendwo um sie herum rumpelt der Krankenwagen, die Sirene heult, das EKG piept, aber völlig in Trance hört sie einzig und allein den gleichmäßigen Schlag ihres Herzens.
Ich würde gerne fortfahren❤️
Wollt ihr noch eine Fortsetzung, oder m…